In der sechsten Runde der zweiten deutschen Bundesliga, welche ob der englischen Woche kompakt von Freitag bis Sonntag stattfand, ging es mal so richtig... 2. Deutsche Liga: Louis Schaub mit Tor und Assist

In der sechsten Runde der zweiten deutschen Bundesliga, welche ob der englischen Woche kompakt von Freitag bis Sonntag stattfand, ging es mal so richtig zur Sache. Der HSV ging zu Hause gegen den Jahn unter, die Aufsteiger lieferten sich ein Torfestival der aller ersten Güte und in Ingolstadt wurde der Trainer entlassen – Rumms! Für die Garnitur dieser Runde sorgten wieder einmal unsere Legionäre, die mit Toren, einer roten Karte und starken Leistungen nicht geizten. Nach diesem Spieltag kann man nur von Glück sprechen, dass die Liga nur kurze Zeit zum Durchschnaufen hat, denn ab Dienstag gibt es sieben Tage am Stück Zweitligafußball zu bestaunen.

Louis Schaub, 1. FC Köln
Der Ballzauberer im Dress der Kölner war der entscheidende Faktor beim Auswärtssieg seines Teams in Sandhausen. Spielerisch und Läuferisch stark wie in der gesamten Saison, krönte er am Freitag seine Leistung mit einem Traumtor: Nach einem hohen Zuspiel von der Seite machte er den Ball mit der Brust dingfest und bugsierte das Leder mit einem Fallrückzieher in die Maschen – Klaus Fischer lässt grüßen. Außerdem bereitete er den zweiten Treffer mit einem präzisen Eckball vor und war einmal mehr der Dreh- und Angelpunkt im Offensivspiel.

Christopher Trimmel, Union Berlin
Die Union kommt in dieser Saison noch nicht so recht in Tritt und musste sich bei einem zähen Spiel auf der Alm mit einem 1:1 begnügen. Trimmel zeigte dabei seine Offensivstärken, welche sich durch gute Dribblings, mehrere Flanken und starke Standards bemerkbar machten. Defensiv machte er nicht immer den sichersten Eindruck und hatte teilweise Probleme mit den zaghaften Angriffen der Bielefelder. Beim Gegentreffer verlor er den Luftkampf gegen Vogelsammer, der einköpfen konnte. Hierbei muss aber erwähnt werden, dass die Innenverteidigung einheitlich gepennt hatte und Trimmel sich allein gegen die Flanke stemmte. Insgesamt kein schlechter Auftritt, jedoch sind wir mehr von ihm gewohnt.

Robert Zulj, Union Berlin
Der Offensivmann kam wie schon vergangene Woche für die letzten 20 Minuten ins Spiel, konnte aber auch an diesem Spieltag wenig bewirken; einzig ein gut geprallter Ball von ihm führte zu einem semi-gefährlichen Torabschluss der Eisernen.

Christoph Schösswendter, Union Berlin
Der Innenverteidiger stand erneut nicht im Kader der Hauptstädter.

Konstantin Kerschbaumer, FC Ingolstadt
Nach dem Debakel in Bochum verloren die Schanzer zu Hause gegen die Paulianer, wobei Kerschbaumer eine beträchtliche Mitschuld an der Niederlage trägt. Teilweise konnte er zwar die Bälle gut ins Offensivdrittel bringen, wirklich gefährliche Aktionen initiierte der zentrale Mittelfeldmann aber nicht. Gegen den Ball arbeitete er vehement mit allen Körperteilen und öfters auch mit unlauteren Mitteln. Mitte der zweiten Halbzeit hatte der Unparteiische ein Einsehen mit Kerschbaumer und verwies ihn mit Gelb-Rot des Feldes. Ob der Anzahl und der Härte seiner Fouls schien es, als bettelte er förmlich um die verfrühte heiße Dusche. Sein eindeutig schwächster Auftritt im Dress der Ingolstädter, obwohl er trotz seiner Roten Karte einer der wenigen Spieler war, die sich aktiv gegen die Jungs vom Millerntor stemmten.

Thorsten Röcher, FC Ingolstadt
Nach einer balllosen und enttäuschenden Partie im Ruhrgebiet ging es für den Offensivspieler im heimischen Stadion in derselben Tonart weiter. Er zeigte sich zwar engagiert, sah aber kaum einen Ball und tat sich oft schwer, die Kugel zu behaupten bzw. Gewinnbringendes damit zu veranstalten. Der Trainerwechsel muss neue Impulse für das Offensivspiel bringen, denn die letzten beiden Partien waren eine Offenbarung für die gutbesetzte Angriffsreihe des FCI. Röcher wurde erneut nach etwa einer Stunde substituiert.

Marco Knaller, FC Ingolstadt
Nach seinem unglücklichen Auftritt letzte Woche war es wieder der heimische Schlussmann, der beim Gegentreffer eine seichte Figur machte. Völlig unkoordiniert ging er viel zu unentschlossen aus seinem Kasten, worauf der kleine Miyiachi den Ball per Kopf über ihn im Tor unterbringen konnte. Ansonsten hatte er in einem chancenarmen Spiel wenig zu tun, einzig bei Standards wirkte er leicht verunsichert.

Mathias Honsak, Holstein Kiel
Im windigen Norden kam der KSV zu einem 2:2-Unentschieden gegen den VfL Bochum. Honsak kam dabei über den Flügel und zeigte mit einigen starken Tempodribblings auf. Beim ersten Tor seiner Störche tankte er sich entschlossen auf der Seite durch, brachte eine Mischung aus Schuss und Pass zur Mitte, welche von einem Bochumer abgefälscht wurde – Tor. Ansonsten schlug er gute Flanken, spulte viele Kilometer ab und half auch in der Defensive aus. Alles in Allem also eine gute Vorstellung des Youngstars.

Lukas Gugganig, Greuther Fürth
Eine durchwachsene Vorstellung zeigte Gugganig im Dress der Fürther. Bei der Auswärtsniederlage wurde er vor der Abwehr im zentralen Mittelfeld aufgeboten, bekam aber die laufstarken Offensivleute des Gegners kaum in den Griff und hatte daher einige Schwierigkeiten in der Defensive. Offensiv setzte er sich kaum in Szene, seine Pässe gingen eher in die Breite als in die Tiefe. Nach einer guten Stunde wurde er aufgrund einer taktischen Umstellung ausgetauscht.

Nikola Dovedan, FC Heidenheim
Starke Leistung des Offensivmanns, der als eine Art „Zehner“ den Fürthern das Leben schwer machte. Er ging dabei kompromisslos in die Zweikämpfe, fightete um jeden Ball, lief unzählige Meter und wurde auch vor dem Tor gefährlich, wenngleich seine Abschlüsse nicht den Weg in den Kasten fanden. Der junge Dovedan blüht im beschaulichen Heidenheim immer mehr auf, ist in hinter der Solospitze gesetzt und man wird wohl noch viel Freude an ihm haben in dieser Saison.

Patrick Möschl, Dynamo Dresden
Der Außenspieler saß erneut nur auf der Bank und kam nicht in die Partie.

Sascha Horvath, Dynamo Dresden
Horvath stand nicht im Kader seiner Dresdner.

Christian Gartner, MSV Duisburg
Der Mittelfeldspieler der Meidericher fällt mit einem Kreuzbandriss bis zur Frühjahressaison aus.

Dominic Wydra, Erzgebirge Aue
Wydra kam nur zu einem Kurzeinsatz in den letzten Minuten, um Zeit zu schinden, da sein Team den Sieg in Duisburg über die Zeit retten wollte. Keine angenehme Situation für ihn, aber immerhin hat seine Mannschaft den Sieg über die Runden gebracht.

Stefan Kulovits, SV Sandhausen
Der Kapitän des SVS fehlt seinem Team noch immer verletzungsbedingt.

Manuel Prietl, Arminia Bielefeld
Unspektakulär wie zumeist zeigte sich Prietl im zentralen Mittelfeld seines Teams. Gegen den Ball wie immer eine Bank, konnte er im Angriff kaum Impulse geben, wobei dieser Bereich nicht zu seinen Hauptaufgaben zählt. Taktisch sehr diszipliniert erfüllte er seinen Part sehr solide, aber insgesamt wünscht man sich doch den ein oder anderen öffnenden Pass von ihm. Nichts desto Trotz eine ganz anständige Leistung von ihm.

Lukas Hinterseer, VfL Bochum
Der Stürmer trifft weiterhin, denn nach seinem Hattrick letzte Woche konnte er auch an der Förde einnetzen. Dabei schloss er nach einer guten Körpertäuschung auf 16er-Höhe scharf ins kurze Eck ab – der gegnerische Goalie war machtlos. Auch sonst erarbeitete er sich die ein oder andere Torchance und erzielte außerdem einen zweiten Treffer, welcher aber ob einer klaren Abseitsstellung aberkannt wurde. Hinterseer befindet sich also weiterhin im Aufwind und wird auch in den kommenden Wochen der Zielspieler des VfL sein.

Thomas Schützenhöfer, abseits.at

Thomas Schützenhöfer