Was war denn bitte an diesem Wochenende los in einer der besten zweiten Ligen der Welt?! Freitag gab es Tore bis zum Abwinken, am... 2. Deutsche Liga: Wydra Legionär der Runde

Was war denn bitte an diesem Wochenende los in einer der besten zweiten Ligen der Welt?! Freitag gab es Tore bis zum Abwinken, am Samstag wurde es kurios und am Sonntag überschlugen sich die Ereignisse im Nordderby. Mittendrin waren auch wieder einige Legionäre, die zum Teil gute Leistungen abrufen konnten und einige Siege verbuchen konnten.

Nachholspiel und Freitags-Wahnsinn

Bereits am Mittwoch empfing Darmstadt im Nachtragsspiel Kaiserslautern und verlor dort am heimischen Böllenfalttor mit 1:2. Besonders erfreulich aus heimischer Sicht war der Premierentreffer von Mwene, der die zweite Bude der Pfälzer markierte. Auch Vucur spielte grundsolide in der Innenverteidigung und so sind die Lauterer wieder dran an der Konkurrenz im Abstiegskampf.

Die starken Bielefelder verloren am Freitag zu Hause etwas überraschend gegen Dynamo Dresden mit 2:3. Prietl hatte dabei kurz vor Schluss den Ausgleich auf dem Fuß, die Stange rettete dabei aber für die Sachsen. Ansonsten kam er nicht so ganz in die Partie und hatte nur wenige Spielanteile, wenngleich seine Pass- und Zweikampfquoten erneut stark waren. Ähnliches gilt für Kerschbaumer, der seine Torgefahr nicht ausspielen konnte und die meisten Zeit unter dem Radar lief. Positiv hervorzuheben ist seine immense Laufbereitschaft und sein sicheres Passspiel. Auf der anderen Seite stand Möschl nicht im Kader und Horvath durfte 90 Minuten lang auf der rechten Seite ran. Dort konnte er erneut überzeugen, obwohl er etwas leichtsinnig einen Elfmeter verursachte. Im Offensivspiel präsentierte er sich als Antreiber auf seiner Seite und hatte bei einigen gefährlichen Situationen, wie auch bei einem Tor, seine Beine im Spiel. Außerdem bestach der kleine Mann durch seine Einsatzbereitschaft; gute Leistung von ihm.

15 Minuten waren in Regensburg gespielt, da führten die Gäste aus Düsseldorf mit 3:0. Doch der Jahn steckte nicht auf und drehte die Partie gegen den Aufstiegsaspiranten und gewann schlussendlich mit 4:3 – Torspektakel vom Feinsten.

 

Vier 2:1-Heimsiege am Samstag

Die Szene des Spieltags trug sich in Duisburg zu. Nach einem nicht gegebenen Tor der Heimmannschaft, konterten die Gäste aus Ingolstadt schnell nach vorne. Ein Duisburger will den hohen Ball ins Sturmzentrum durch eine Kopfballrückgabe zum Torhüter verteidigen – doch da war keiner! Der Torhüter Flekken hatte sich, nachdem der vermeintliche Treffer gefallen war, vom Spiel abgewandt und etwas in seinem Tor getrunken, mit dem Rücken zum Spiel. Als der Ball dann einschlug sah er ganz schön verdutzt drein – ein Highlight der Sonderklasse. Das Spiel endete mit 2:1 für Duisburg; Gartner und Knaller saßen beide nur auf der Bank.

Greuther Fürth konnte einen wichtigen Heimsieg im Abstiegskampf einfahren und gewann gegen Braunschweig mit 2:1. Gugganig spielte dabei sehr unauffällig, aber ganz solide auf seiner Sechser-Position. Er ging sehr resolut in die Zweikämpfe, verlor aber einige Bälle im Mittelfeld und hatte nur wenig Zugriff auf das Offensivspiel. Auf der Gegenseite erwischte Teigl nicht seinen besten Tag, denn er konnte seine Qualitäten nicht auf den Rasen bringen und musste sich mehrmals mit Fouls behelfen. Einzig seine Pässe im Spielaufbau waren genau, wenngleich er meist bei den Sicherheitsvarianten dieser blieb.

Im Abstiegsduell bezwang Aue Kaiserslautern mit 2:1 und hat sich somit etwas Luft verschafft. Wydra spielte dabei eine ganz starke Partie im Abwehrzentrum und hatte, bis auf zwei drei Kontersituationen, alles im Griff. Sogar offensiv wurde er einmal gefährlich, sein Schuss wurde aber geblockt. Hervorzuheben ist einmal mehr seine extreme Ballsicherheit und sein präzises Passspiel. Er war mit einer der wichtigsten Faktoren für den Heimsieg. Auf der Gegenseite fehlte Mwene gelb-gesperrt und Vucur startete in der Innenverteidigung. Dem langen Abwehrrecken gelang dabei sogar ein Tor zum 1:2 und er war bei Standards immer brandgefährlich. Ansonsten war seine Leistung ganz ansprechend, obwohl ihm ein zwei Stellungsfehler unterliefen und er den gefährlichen Munsy nie gänzlich unter Kontrolle bekam.

Union Berlin feierte gegen Sandhausen einen 2:1-Heimsieg und darf sich wieder berechtigte Hoffnungen auf den Relegationsrang machen. Bei den Eisernen startete Trimmel wie gewohnt rechts hinten und spielte ganz solide. Es unterliefen ihm zwar einige Fehlpässe, diese machte er aber mit Lauf- und Kampfbereitschaft wieder weg. Ebenfalls sind seine Standards hervorzuheben, die einmal mehr zu einem Tor führten. Schösswendter stand nicht im Kader und Hosiner wurde für zehn Minuten eingewechselt, bekam aber keinen Zugriff mehr auf das Spiel. Auf der Gegenseite stand Kulovits nach überstandener Verletzung wieder im Kader, wurde aber nichts ins Spiel gebracht.

 

Nordderby und zwei Unentschieden am Sonntag

Bochum trennte sich im heimischen Stadion von Nürnberg mit 0:0 und tritt weiterhin auf der Stelle. Bei den Westfahlen saß Hinterseer auf der Bank (Magen-Darm-Probleme unter der Woche) und Stöger startete im zentral-offensiven Mittelfeld. Der junge Österreicher erledigte seine Aufgabe gewohnt stark, lief viele Kilometer, zeigte sich als Ideen- und Taktgeber, hatte aber bei den entscheidenden Situationen wenig Glück. Ihm fehlt zurzeit der letzte Zacken in seinen Aktionen. Auf der Gegenseite stand Jäger nicht im Kader, Kreidl saß auf der Bank und Margreitter spielte in der Innenverteidigung. Dabei zeigte er ein für ihn typisches Spiel, denn er stand hinten sehr solide, verzeichnete tolle Quoten im Pass- und Zweikampfspiel und wurde offensiv nach Standards gefährlich. Gute Leistung von ihm.

Heidenheim kam trotz langzeitiger, numerischer Überlegenheit nicht über ein 1:1-Unentschieden in Darmstadt hinaus. Dovedan durfte dabei wieder einmal von Beginn an ran und wirbelte auf der rechten Seite gehörig. Er bereitete den ersten Treffer stark vor und kam auch selbst zu Abschlüssen. Er ging resolut in die Zweikämpfe, zog die Fouls seiner Gegner, behalf sich aber auch selbst mehrmals mit unfairen Mitteln. Insgesamt eine gute Performance von ihm, die darauf hoffen lässt, dass er in Zukunft wieder mehr Startelfeinsätze bekommt.

1:0, 1:2, 3:2 – das war die Dramaturgie des Nordderbys, welches die Kiezkicker aus St. Pauli in letzter Minute gegen Kiel für sich entscheiden konnten. Ein würdiger Abschluss für einen überaus interessanten Spieltag. Hoheneder saß bei den Störchen nur auf der Bank.

 

Fazit und Legionär der Woche

Unter dem Strich ist nach diesem Spieltag zu sagen, dass gleich mehrere Kicker gute Leistungen brachten, jedoch Wydra aufgrund seiner Ruhe und Passsicherheit hervorstach und daher der Legionär der Runde ist. Dennoch können Horvath, Vucur, Margreitter, Stöger, Dovedan und Trimmel mit ihren Leistungen ganz zufrieden sein und auf diese Performances aufbauen. Die beiden Arminen, Prietl und Kerschbaumer, haben schon bessere Spiele absolviert, wobei die zwei Mittelfeldspieler über die gesamte Saison hin gesehen richtig stark unterwegs sind. Gugganig hat ebenfalls noch Luft nach oben, wenngleich er seinen Part meist sehr solide erledigt. Teigl kann nicht zufrieden sein mit sich, bei einem Spieler von seiner Qualität darf man sich gerne mehr erwarten. Hosiner kam zu einem Kurzeinsatz, hatte aber keine Aktionen mehr. Gartner, Knaller, Kreidl, Kulovits, Hinterseer und Hoheneder saßen auf der Bank und kamen nicht ins Spiel bei ihren Vereinen. Möschl, Mwene, Schösswendter und Jäger standen aus diversen Gründen nicht im Kader ihrer Teams.

Thomas Schützenhöfer, abseits.at

Thomas Schützenhöfer

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