In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 01. Spieltag 2012/13 (Teil 2) – Emanuel Pogatetz spielt sich in die “kicker-Elf des Tages“

In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Nachdem wir gestern den drei Werder-Bremen-Legionären auf die Beine geschaut haben, widmen wir uns heute dem Österreicher-Duell zwischen Martin Harnik und Emanuel Pogatetz.

Die Partie zwischen dem VfB Stuttgart und dem VfL Wolfsburg versprach aus österreichischer Sicht äußerst interessant zu werden, da die Teamspieler Martin Harnik und Emanuel Pogatetz aufeinandertrafen. Die Innenverteidigung der Gäste bildeten zwei Neuzugänge, denn neben Pogatetz, der frisch von Hannover 96 verpflichtet wurde, spielte der Brasilianer Naldo, der letzte Saison noch für den SV Werder Bremen tätig war. Die Zuschauer sahen eine intensiv geführte Partie mit einem kuriosen und packenden Ende – Ibisevic scheiterte knapp vor Spielende vom Elfmeterpunkt und vergab anschließend völlig alleine vor dem Tor kläglich den Nachschuss; im Gegenzug köpfelte Wolfsburgs Neuzugang Bas Dost nach einer präzisen Vierinha-Flanke den einzigen Treffer der Partie.

Magath: „Pogatetz hat alle überragt“

Vor der Saison sprach der österreichische Nationalspieler von der härtesten Vorbereitung, die er jemals absolvieren musste, denn Trainer Magath brachte seine Spieler wieder einmal an die äußersten Grenzen. Die Mühen scheinen sich gelohnt zu haben, denn Pogatetz wirkte körperlich topfit und hinterließ einen sehr starken Eindruck. In die Zweikämpfe ging er wie gewohnt kompromisslos und hatte meistens das bessere Ende für sich. Er gewann 14 seiner 19 Duelle (73,7%), wobei er insbesondere bei den Luftduellen überzeugte, von denen er 90% für sich entschied. In den gesamten 90 Minuten beging er offiziell nur ein Foul, das jedoch zu einem Elfmeter führte. Wenn man sich die Szene genauer ansieht, erkennt man aber, dass Pogatetz in erster Linie den Ball spielt und der Strafstoß deshalb eher nicht zu geben war. Pogatetz fing dreimal erfolgreich einen gegnerischen Pass ab und machte zwei Tacklings. So wie Sebastian Prödl musste er insgesamt 14 Mal den Ball aus der Gefahrenzone klären – der beste Wert seiner Mannschaft. Er hatte damit genau doppelt so viele „Clearings“ wie der mexikanische Innenverteidiger Maza, der beste Spieler des VfB Stuttgarts in dieser Kategorie. Seine Passquote ist mit 76% nicht berauschend – Pogatetz spielte in der gesamten Partie nur 17 Pässe, von denen gleich fünf lange Bälle nach vorne waren. Naldo, sein Kollege in der Innenverteidigung spielte ebenfalls nur zwölf Mal den Ball zu einem Mitspieler – der Spielaufbau beim VfL Wolfsburg lief in erster Linie über die Flügel.

Der kicker wählte Pogatetz ins Team der Runde und gab ihm die Note 2, von sportal.de bekam er nur eine 3. Sportal.de liegt bei dieser Bewertung klar daneben, wie auch sein Trainer Magath meinen würde, der Pogatetz bei der Pressekonferenz nach dem Spiel als überragend einstufte. Es kommt selten vor, dass Magath einen einzelnen Spieler seiner Mannschaft hervorhebt, er dürfte also mit seinem Neuzugang in der Innenverteidigung mehr als zufrieden gewesen sein. In der kommenden Runde trifft Pogatetz auf seinen ehemaligen Verein Hannover 96.

Martin Harnik noch nicht in der Form der Rückrunde

Martin Harnik spielte eine ordentliche Partie und konnte in erster Linie wieder mit seinen Laufwerten überzeugen. Er absolvierte 12,29 Kilometer, mehr als jeder andere Spieler des VfB. Nur Ivica Olic war noch fleißiger, denn der Wolfsburger lief um 350 Meter mehr als der Österreicher. Beide Spieler waren auch mit jeweils 39 Sprints das Maß aller Dinge, Harnik hat bei den intensiven Läufen mit starken 91 Stück klar die Nase vorne. In der Offensive fehlte ihm allerdings noch ein wenig seine Durchsetzungskraft, denn während er in der eigenen Hälfte 70% seiner Zweikämpfe gewann, konnte er sich in der Offensive nur 35% seiner Duelle für sich entscheiden. Wirklich zwingende Szenen waren leider Mangelware, er schoss zweimal aufs gegnerische Tor und steuerte eine Torschussvorlage und eine Flanke bei. In der ersten Hälfte kamen seine Zuspiele leider sehr ungenau, denn von zwölf Pässen, landeten gleich sieben bei den Gegenspielern. In der zweiten Hälfte beging er keinen einzigen Fehlpass,  allerdings brachte er es in den zweiten 45 Minuten nur auf vier Zuspiele. Harnik wurde insgesamt drei Mal gefoult, verlor ebenso oft den Ball bei einem Dribbling und stand fünf Mal im Abseits. Zwei Mal konnte er sich bei einem Eins-gegen-Eins-Duell gegen seine Gegenspieler erfolgreich durchsetzen. Auch wenn ihm nicht alles gelang, kann man ihm vom Einsatz und von seinem Willen her nichts vorwerfen. Er war stets bemüht seiner Führungsrolle innerhalb der Mannschaft gerecht zu werden und trieb seine Mitspieler an.

Vom Kicker bekam Harnik die Note 3, sportal.de war, wie bei Pogatetz strenger, und gab ihm eine 4. Die Wahrheit liegt diesmal wohl in der Mitte. Kommende Runde wartet eine schwere Aufgabe auf Harnik und seine Mitspieler, denn das Auswärtsspiel gegen den FC Bayern München steht an.

Fazit:

Emanuel Pogatetz:
+: sehr zweikampfstark, gutes Stellungsspiel, stark in der Luft, Führungsqualitäten bewiesen
-:

Martin Harnik:

+: laufstark, großer Willen
-:  geringe Durchsetzungskraft in der Offensive, ungenaue Pässe in der ersten Halbzeit

Morgen sehen wir uns im dritten und letzten Teil des Leistungschecks an, wie sich Christian Fuchs, Andreas Ivanschitz und Julian Baumgartlinger in der ersten Runde der Bundesliga geschlagen haben.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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