In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 03. Spieltag 2014/15 (Teil 2) – Sebastian Prödl mit Treffer, Zlatko Junuzovic mit Assist beim 3:3-Unentschieden gegen Bayer Leverkusen

Zlatko Junuzovic (SV Werder Bremen)In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Nachdem wir uns im ersten Teil das Spiel zwischen Bayern München und dem VfB Stuttgart ansahen, wollen wir uns nun die restlichen Leistungen unserer ÖFB-Legionäre ansehen.

Bayer Leverkusen – SV Werder Bremen   3:3

Die 30.210 Zuschauer in der ausverkauften BayArena kamen voll auf ihre Kosten, auch wenn sie sich wohl ein anderes Endergebnis gewünscht hätten. Nach einem 2:1-Rückstand drehte die Mannschaft von Roger Schmidt kurzfristig das Spiel, musste aber in der 85. Minute den Ausgleich zum 3:3-Endstand durch Sebastian Prödl hinnehmen. Bayer Leverkusen gab somit zum ersten Mal in dieser Saison in einem Meisterschaftsspiel Punkte ab, während Werder weiterhin jede Partie mit einer Punkteteilung beendete – diesmal nahm die Mannschaft von Coach Robin Dutt den Punkt jedoch sicherlich gerne nach Hause mit.

Innenverteidiger Sebastian Prödl kann mit seiner Leistung nicht nur wegen dem wichtigen Tor durchaus zufrieden sein, denn im Laufe des Spiels gewann er auch in der Defensive an Sicherheit und räumte zahlreiche hohe Bälle aus dem Strafraum weg. Insgesamt klärte der Abwehrspieler 13 Mal den Ball aus dem eigenen Sechzehner! Seine Zweikampfbilanz ist zwar mit neun von 19 gewonnen Duellen (47,4%) auf dem Papier sehr schwach, allerdings verlor er keinen entscheidenden Zweikampf, der zu einem Treffer führen sollte. Verbesserungswürdig ist sein Passspiel – auch wenn er viel mit weiten Bällen nach vorne operierte, ist eine Quote von 48% zu wenig. Allerdings muss an auch festhalten, dass sich kaum ein Mittelfeldspieler für kurze Pässe anbot, sodass die lange Variante oft die einzige Alternative darstellte. Alles in allem aber dennoch ein starker Auftritt, der vom kicker mit einer 3,5 bewertet wurde, womit er die beste Note innerhalb der Werder-Viererkette erhielt. Dennoch ist diese Wertung ein wenig zu kritisch, sportal.de gab dem Österreicher beispielsweise eine glatte 2 – was wohl wiederum etwas zu nachsichtig war. Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte.

Ebenfalls zufrieden mit seiner Leistung darf Zlatko Junuzovic sein, der im zentralen Mittelfeld zum Einsatz kam. Der österreichische Nationalspieler, der auch gegen Schweden einen hervorragenden Eindruck hinterließ, stemmte sich im Mittelfeld gegen die Hausherren auf, ging konsequent in die Zweikämpfe und entschied 12 seiner 20 Duelle für sich (60%). Seine Standardsituationen kamen gut in den gegnerischen Strafraum, seinen schönen Assist zum 2:1 lieferte er jedoch aus dem Spiel heraus, als er nach einem Antritt über den linken Flügel die Übersicht behielt und einen tollen Pass zu Franco di Santo spielte, der die zwischenzeitliche 2:1-Führung erzielte. Neben seiner Torvorlage legte er einen weiteren Torschuss für seine Mitspieler auf und absolvierte mit 10,85 Kilometern die zweitgrößte Laufdistanz aller Werder-Spieler. Der kicker gab ihm die Note 3, sportal.de eine 2,5.

SC Paderborn 07 – FC Köln   0:0

Der SC Paderborn und der FC Köln trennten sich am Wochenende mit einem 0:0-Unentschieden, womit die beiden Aufsteiger weiterhin keine Saisonniederlage in der neuen Meisterschaftssaison hinnehmen mussten. Peter Stögers FC Köln musste in den drei Auftaktspielen sogar keinen einzigen Treffer hinnehmen, was neben Goalie Timo Horn auch Innenverteidiger Kevin Wimmer zu verdanken ist, der wie in den beiden Spielen zuvor abermals eine staubtrockene Leistung ablieferte. Er gewann sieben seiner acht Duelle für sich (87,5%), fing vier gegnerische Pässe ab und zeigte auch im Aufbauspiel eine gute Leistung. Trotz einiger langer Pässe kam er auf eine erfolgreiche Passquote von 80% und wurde im Spielaufbau immer wieder von seinen Mitspielern gesucht. Sowohl der kicker, als auch sportal.de gaben dem Innenverteidiger die Note 2,5.

Hertha BSC Berlin – FSV Mainz 05   1:3

Die Mainzer feierten in Berlin ihren ersten Saisonsieg, der aufgrund der hohen Effizienz und der Leistung in der Defensive auch durchaus verdient war. Trotz eines Torschussverhältnisses von 17:7 zugunsten der Gastgeber behielt die Mannschaft von Coach Kasper Hjulmand die Oberhand und darf sich nach dem Aus in der EL-Quali nun endlich über ein Erfolgserlebnis freuen. Julian Baumgartlinger bekam vom kicker die Note 4, die nur schwer nachvollziehbar ist, da der Österreicher zu den besten Akteuren am Platz zählte. Er deckte im zentralen, defensiven Mittelfeld einen weiten Bereich ab, absolvierte mit 11,46 Kilometern die größte Laufdistanz aller Spieler und zeigte sich in den Zweikämpfen robust. Er entschied 12 seiner 21 Duelle für sich (57,1%) und zeigte auch im Passspiel kaum Unsicherheiten – von seinen 35 Zuspielen landeten 89% bei seinen Mitspielern. Man kann zwar kritisieren, dass er sich zu wenig in die Offensive einschaltete, wo er keine nennenswerten Aktionen hatte, allerdings lag sein Aufgabenbereich primär auf seiner aufwendigen Defensivarbeit. Sportal.de sah das auch so und gab dem Mittelfeldmotor die Note 2,5.

Borussia Mönchengladbach – Schalke 04   4:1

Die Generalprobe für die Champions League ging für die knappen ordentlich in die Hose, denn Gladbach fertigte dank stark gespielten Kontern die Königsblauen deutlich mit 4:1 ab. Aufgrund der akuten Personalnot durfte auch Christian Fuchs in den ersten 45 Minuten mitmischen und kam dabei im linken Mittelfeld vor Außenverteidiger Dennis Aogo zum Einsatz. Christian Fuchs´ Statistiken lesen sich zwar ganz gut, allerdings darf man leider nicht immer den Zahlen blind vertrauen. Trotz einer positiven Zweikampfbilanz (53,3%) waren sein Abwehrverhalten und sein Stellungsspiel in einigen Situationen mangelhaft. Seine Leistung in der Offensive war trotz zwei Schüssen und drei Flanken ebenfalls schwach, da die Hereingaben ungenau und die Schussversuche unplatziert ausfielen. Zur Pause wurde er für Julian Draxler ausgetauscht, der trotz eines Fitnessrückstands die Aufgaben am linken Flügel besser löste. Das Unheil konnte er jedoch auch nicht aufhalten.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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