In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 06. Spieltag 2012/13 (Teil 3) –  Fuchs steuert schönen Assist bei

In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Im dritten und letzten Teil unseres Leistungschecks sehen wir uns unter anderem unsere SV-Werder-Legionäre an, die zu Hause eine 0:2-Niederlage gegen den FC Bayern München einstecken mussten.

Bis zur 81. Minute konnte der SV Werder Bremen die Partie gegen den Meisterschaftsfavoriten offen halten, dann drehten die Bayern binnen zwei Minuten die Partie. Zuerst zirkelte Luiz Gustavo den Ball sehenswert ins Tor von Sebastian Mielitz, dann traf Joker Mario Mandžukić zum 2:0-Endstand. Am Ende waren die Gäste doch eine Nummer zu groß für Thomas Schaafs Truppe, wie auch Klaus Allofs nach dem Schlusspfiff eingestehen musste. Unsere drei Werder-Legionäre standen wieder einmal in der Startaufstellung – wie haben sie sich geschlagen?

Prödl größtenteils solide

Innenverteidiger Sebastian Prödl war einer der Gründe, weshalb der FC Bayern München so lange brauchte, um einen Treffer zu erzielen. Der Abwehrspieler präsentierte sich gegen den starken Gegner als zweikampfstark und gewann 13 seiner 20 Duelle (65%). Er machte vier Tacklings, von denen drei erfolgreich waren und klärte achtmal den Ball aus der Gefahrenzone. Der österreichische Nationalspieler gewann alle drei Kopfballduelle und fing zwei gegnerische Pässe ab. Die Bremer hatten in der gesamten Partie nur 38,6% Ballbesitz und 471 Ballkontakte, während die Spieler des FC Bayern München 749 den Ball berührten. Auch Prödl hatte wenige Ballkontakte (35), wobei er 20 Pässe spielte, von denen 13 ankamen (65%). In der Offensive hatte er keine nennenswerten Aktionen. Prödl bekam vom kicker die Note 3,5.

Arnautovic wartet weiterhin auf sein Tor

In der 70. Minute hatte Arnautovic die Chance auf den Treffer zum 1:0, als er nach einer scharfen De Bruyne-Flanke aus spitzem Winkel das Tor nicht traf. Diese Chance muss man nicht machen – ein Arnautovic in Höchstform hätte die Flanke jedoch wahrscheinlich früher antizipiert und den Ball im Tor versenkt. So bleibt es dabei: Arnautovic spielt auf dem rechten Flügel gute Partien, arbeitet mehr nach hinten mit als früher und beschäftigt seine Gegenspieler. Auf einen Torerfolg wartet er aber vergebens. In der eigenen Hälfte gewann der Österreicher vier seiner fünf Duelle (80%), in der gegnerischen Hälfte jedoch kein einziges, weshalb er bis zu seiner Auswechslung in der 87. Minuten insgesamt nur fünf seiner 13 Zweikämpfe für sich entschied (27,8%). Er hatte 32 Ballkontakte und spielte 18 Pässe, von denen 78% bei seinen Mitspielern landeten. Er schoss einmal aufs gegnerische Tor und bereitete zwei Torschüsse vor, die jedoch leider zu keinem Treffer führten. Arnautovic machte zwei Tacklings, fing zwei gegnerische Pässe ab und verlor zwei Mal den Ball nach einem Dribbling. Der kicker benotete seine Leistung mit der Note 4.

Junuzovic einer der besten Werder-Spieler

Kein Spieler des SV Werder Bremen bekam eine bessere Note als eine 3 und Zlatko Junuzovic war einer von vier Akteuren, die diese Bewertung bekamen. Der laufstarke Mittelfeldspieler war in Thomas Schaafs 4-1-4-1-System wieder einmal der einzige 6er und musste dementsprechend viele Lücken stopfen, was ihm auch recht gut gelang. 12,5 Kilometer Laufdistanz legte er hierfür zurück, fast einen Kilometer mehr als jeder andere Spieler am Platz – Junuzovic würde sicher gerne per Kilometergeld bezahlt werden. Der Mittelfeldspieler hatte 51 Ballkontakte und spielte 37 Pässe, von denen 81,1% ankamen. Er schoss einmal aufs gegnerische Tor und bereitete einen Torschuss vor. Erfreulicherweise kann er eine positive Zweikampfbilanz vorweisen, denn er gewann 16 seiner 29 Duelle (55,2%). Er beging fünf Fouls und wurde selbst viermal gefoult, machte die meisten Tacklings (6) und fing die meisten Pässe ab (4). Einem erfolgreichen Dribbling stehen drei Ballverluste gegenüber. Beim ersten Gegentor stand Junuzovic zu tief im eigenen Strafraum, anstatt beim Sechzehner abzusichern. Beim zweiten Treffer kam er hingegen zu langsam zurück, auch weil in der Endphase sicherlich ein wenig die Kraft fehlte. Dennoch eine gute Partie des österreichischen Nationalspielers.

Hoffer 54 Minuten lang (glücklos) im Einsatz

Eintracht Frankfurt rockt weiterhin die Bundesliga, denn die Franken gewannen ihr Heimspiel gegen den SC Freiburg mit 2:1 und liegen nun mit fünf Punkten Vorsprung auf den dritten Platz zwei Zähler hinter dem FC Bayern München. Der offensive Mittelfeldspieler Alexander Meier drehte die Partie mit zwei Treffern um, nachdem der SC Freiburg zuvor in der 50. Minute das 1:0 erzielte. Hoffer stand aufgrund Occeans Verletzung wieder in der Startaufstellung und durfte bis zur 54. Minute spielen, bis Armin Veh Karim Matmour für ihn ins Spiel brachte. Der quirlige Stürmer machte gegen die solide Abwehr der Freiburger keinen Stich, schoss kein einziges Mal aufs Tor und bereitete lediglich einen Torschuss vor. Hoffer hatte bloß 16 Ballkontakte und spielte neun Pässe, von denen sechs bei seinen Mitspielern landeten (66,7%). Er gewann vier seiner zwölf Zweikämpfe (33,3%) und verlor dreimal den Ball nach einem Dribbling. Vom kicker erhielt er immerhin noch die Note 4, sportal.de gab ihm eine 5. Auf alle Fälle empfahl er sich leider nicht unbedingt für weitere Einsätze von Beginn an in den nächsten Partien.

Fuchs mit schönem Assist

Der FC Schalke 04 war beim Aufsteiger Fortuna Düsseldorf zu Gast und führte zur Pause bereits mit 2:0, weshalb alles nach einem ungefährdeten Auswärtssieg aussah, in der zweiten Hälfte gelangen der Heimmannschaft jedoch zwei Treffer, sodass die Partie keinen Sieger sah.  Das zweite Schalke-Tor legte Christian Fuchs mittels genialer Freistoßflanke auf, auch ansonsten machte er mehr für das Spiel nach vorne als in den vergangenen Partien, in denen er zeitweise recht verhalten wirkte. Im Gegensatz zu den letzten Partien lief viel mehr über die linke Seite, fast 40% der Schalke Angriffe kamen über den linken Flügel, während jeweils 30% der Angriffe über die Mitte und über rechts vorgetragen wurden. Dementsprechend hatte der Außenverteidiger auch wieder mehr Ballkontakte: insgesamt berührte er starke 91 Mal das Spielgerät. Von 18 Zweikämpfen entschied er diesmal nur acht für sich (44,4%) – beim Umschalten in die Defensive reagierte er manchmal zu langsam. Er spielte 54 Pässe von denen 87% bei seinen Mitspielern landeten. Einmal schoss er aufs Tor, zwei Torschüsse bereitete er vor, wobei einer zum zwischenzeitlichen 2:0-Spielstand führte. Fuchs schlug insgesamt vier Flanken, machte ebenso viele Tacklings und fing zwei gegnerische Pässe ab. Der Österreicher lief insgesamt 10,4 Kilometer und bekam vom kicker die Note 3.

Fazit

Prödl:
+: gute Zweikampfwerte, solide Partie
-: keine Impulse nach vorne

Arnautovic:
+: mannschaftsdienliche Leistung, viel gearbeitet
-: (schwierige) Chance ausgelassen, in der Offensive zweikampfschwach

Junuzovic:
+:
viel gelaufen, stark in den Zweikämpfen, präsent
-:
(kleine) taktische Fehler bei Gegentreffern

Hoffer:
+:
-:
harmlos, keine Durchsetzungskraft

Fuchs:
+:
schöner Assist, einige gute Offensivaktionen, viele Ballkontakte
-:
Das Umschalten in die Defensive klappte nicht immer ideal

Stefan Karger

Keine Kommentare bisher.

Sei der/die Erste mit einem Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.