In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 08. Spieltag 2012/13 (Teil 3) –  Alaba mit einem Assist beim Comeback

In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. In den ersten beiden Teilen analysierten wir die Leistungen der Werder-Bremen und VfB-Stuttgart-Legionäre, nun schauen wir uns an, wie sich die restlichen Spieler geschlagen haben.

Blicken wir zunächst einen Blick auf Julian Baumgartlinger und Andreas Ivanschitz, die auswärts gegen Bayer Leverkusen über die vollen 90 Minuten im Einsatz waren und einen Punkt aus der BayArena entführten. In der ersten Hälfte diktierte Rapids Europa-League-Gegner die Partie und ging knapp vor der Pause durch Kießling in Führung. Im zweiten Durchgang kamen die Mainzer besser ins Spiel und führten nach Toren vom starken Adam Szalai und vom eingewechselten Marcel  Risse sogar zwischenzeitlich mit 2:1, doch Gonzalo Castro erzielte drei Minuten vor dem Ende der Partie doch noch den Ausgleichstreffer. Sehen wir uns nun die Einzelleistungen der ÖFB-Legionäre an.

Baumgartlinger unermüdlich und zweikampfstark

Thomas Tuchel schickte seine Mannschaft in einer 4-4-2-Formation aufs Spielfeld, wobei das Mittelfeld eine Raute formte und Julian Baumgartlinger den Part im defensiven Mittelfeld übernahm. Der Österreicher machte seine Sache ausgezeichnet und ging vor allem in den Zweikämpfen kompromisslos zur Sache. Von 22 Duellen entschied er 15 für sich (68,2%), wobei er insbesondere im Zentrum des Spielfelds fast alle Zweikämpfe gewann (9:2). Baumgartlinger gewann jedoch nicht nur die meisten Duelle, sondern hatte auch die meisten Ballkontakte aller Mainzer-Spieler (83) und spielte die mit Abstand meisten erfolgreichen Pässe! Der beste Bayer-Spieler in dieser Kategorie kam auf 36 Pässe, der zweitbeste Mainzer auf 35 – Baumgartlinger spielte 60 Mal erfolgreich den Ball zu einem Mitspieler, war der Dreh- und Angelpunkt im Aufbauspiel der Mainzer. Er überzeugte mit einer großen Ballsicherheit und einer erfolgreichen Passquote von 97%! Dass er mit 11,74 Kilometer die größte Laufdistanz aller Spieler absolvierte muss man bei ihm nur noch nebenbei erwähnen. Baumgartlinger war zusammen mit Szalai der beste Spieler seiner Mannschaft und bekam vom kicker die Note 3. Sportal.de gab ihm eine 2,5 und liegt diesmal mit der Bewertung wohl näher an der Wahrheit.

Andreas Ivanschitz befindet sich in Schusslaune

Andreas Ivanschitz übernahm die Rolle im offensiven Mittelfeld und schoss in der gesamten Partie öfters aufs gegnerische Tor, als alle seine Mitspieler zusammen. Gleich sechs Mal zog er aus der Distanz ab, wobei er jedoch leider sein Visier schlecht einstellte, da alle seine Schüsse am Tor vorbei gingen, obwohl er durchwegs aus aussichtsreichen Positionen sein Glück versuchte. Knapp vor dem späten Ausgleich von Castro hatte er beispielsweise eine gute Gelegenheit das Spiel zu entscheiden. Ivanschitz kam auf 41 Ballkontakte und spielte 18 Pässe, von denen 83% bei seinen Mitspielern landeten. Er lief elf Kilometer, was für ihn ein recht guter Wert ist und gewann 9 seiner 24 Zweikämpfe (37,5%). Er kam zwei Mal per Dribbling an seinen Gegenspielern vorbei, verlor jedoch dreimal nach einer Einzelaktion den Ball. Alles in allem eine eher durchschnittliche Leistung, wobei es vielversprechend erscheint, dass er wieder öfters aufs Tor schießt. In der vergangenen Saison war er einer derjenigen Spieler, die auf 90 Minuten aufgerechnet am öftesten aufs gegnerische Tor schossen. In der heurigen Saison war er in dieser Hinsicht verhaltener – jetzt muss er nur noch sein Zielvisier besser einstellen! Der kicker und sportal.de waren sich diesmal einig und bewerteten ihn mit der Note 4.

Alaba mit Assist bei Comeback

Nach dem erfolgreichen Länderspiel-Comeback bestritt Alaba nun auch sein erstes Spiel für seinen Verein. Aufgrund eines Ermüdungsbruchs im linken Fuß, den er sich im Italien-Trainingslager des FC Bayern München bei einem Testspiel gegen den SSC Napoli zuzog, absolvierte er keine Partie für seinen Klub. Alaba wurde bei der 5:0-Gala gegen Fortuna Düsseldorf beim Stand von 3:0 in der 77. Minute eingewechselt und legte nur neun Minuten danach das 4:0 für Thomas Müller auf. Er bekam den Ball am linken Flügel, ließ seinen Gegenspieler Cha Du-ri stehen und spielte den Ball ideal flach und scharf in den Strafraum, wo der starke Müller stand und keine Schwierigkeiten hatte sein zweites Tor in der Partie zu erzielen. Alaba hatte zwölf Ballkontakte und spielte ebenso viele Pässe, wobei nur ein einziges Zuspiel nicht ankam. Jupp Heynckes scheint Alaba etwas vorsichtig einbauen zu wollen, aber da Badstuber auf der linken Abwehrseite nicht viel Druck nach vorne erzeugt, kann man davon ausgehen, dass Alaba recht schnell wieder in der Startaufstellung stehen wird.

Pogatetz mit Wolfsburg im Abstiegskampf

Pogatetz erlebt bei seinem neuen Verein den schlechtesten Saisonstart der Klubgeschichte. Nach der 0:2-Niederlage gegen den SC Freiburg steht Coach Felix Magath enorm in der Kritik und muss sich nun auch vor dem Aufsichtsrat verantworten. Mit fünf Punkten aus acht Spielen steht der Verein am Tabellenende. An Pogatetz lag es nicht, dass die Wölfe die bittere Heimniederlage erlitten, denn der Innenverteidiger war bis zu der 68. Minute noch der beste Mann in der Viererkette, was jedoch nicht heißt, dass er eine gute Partie absolvierte. Er verschuldete zumindest kein Gegentor, wirkte jedoch in manchen Situationen verunsichert und fabrizierte einfache Fehlpässe. Von 38 Pässen landeten 68% bei seinen Mitspielern, von 14 Zweikämpfen konnte er acht für sich entscheiden (57,1%). Er machte ein Tackling und klärte den Ball neun Mal aus der Gefahrenzone. In der Offensive hatte er keine nennenswerte Situation. Bei Wolfsburg sitzt der Wurm drinnen und so gut wie alle Spieler, bis auf Torhüter Diego Benaglio, scheinen etwas verunsichert zu sein. So hatte sich der österreichische Innenverteidiger den Saisonstart  mit seinem neuen Verein bestimmt nicht vorgestellt. Pogatetz bekam vom kicker die Note 4, sportal.de gab ihm eine 5.

Christian Fuchs darf sich über Revier-Derby-Sieg freuen

Borussia-Dortmund-Trainer Jürgen Klopp überraschte beim Derby, auch aus personellen Gründen, mit der Umstellung auf eine Dreierkette in der Abwehr. Sein Schachzug ging jedoch nicht auf und er stellte nach 28 Minuten beim Stand von 0:1 wieder auf eine Viererkette um. Auch nach der Umstellung war die Mannschaft von Christian Fuchs gefährlicher und siegte verdient mit 2:1. Die Dortmunder mussten die erste Heimniederlage in einem Bundesliga-Spiel seit 17 Heimspielen hinnehmen. Fuchs absolvierte eine gute Partie, wobei er in erster Linie in der Defensive gefordert war und nicht allzu viele Vorstöße nach vorne machte. Er stand jedoch fast immer gut und gewann auch die meisten wichtigen Zweikämpfe. Von insgesamt 16 Duellen entschied er neun für sich (56%), er machte vier Tacklings, fing zwei gegnerische Pässe ab und klärte fünfmal den Ball aus der Gefahrenzone. In der Offensive gab er einen Schuss ab, steuerte eine Torschussvorlage bei und schlug zwei Flanken. Fuchs hatte 69 Ballkontakte und spielte 40 Pässe, von denen 75% ankamen. Vom kicker und von sportal.de bekam er die Note 3. Wie empfehlen jedem, der mehr über dieses brisante Derby lesen möchte, diese tolle Spielanalyse von spielverlagerung.de.

Fazit:

Baumgartlinger
+: zweikampfstark, viele Ballkontakte, tolle Passquote, laufstark
-: fast keine Akzente in der Offensive

Ivanschitz
+: sucht den Abschluss, ein paar gute Pässe
-: alle Schüsse gingen am Tor vorbei, schwache Zweikampfquote

Alaba
+: Comeback in der Bundesliga mit Assist
-:

Pogatetz:
+: einer der besseren Wolfsburg-Spieler….
-: …dennoch immer noch schwache Leistung, Fehler beim Herausspielen aus der Abwehr, Verunsicherung spürbar

Fuchs:
+: stark in der Defensive, konzentriert
-: wenig Akzente nach vorne

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger