In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 1. Spieltag 2013/14 (Teil 2) – David Alaba und Martin Harnik treffen zum Auftakt

David Alaba (ÖFB. FC Bayern München)In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Nachdem wir uns gestern die Leistungen der SV-Werder-Bremen-Legionäre ansahen, widmen wir uns nun David Alaba, Julian Baumgartlinger und Martin Harnik!

Bayern München – Borussia Mönchengladbach   3:1

Mit großer Spannung wurde das Auftaktspiel der deutschen Bundesliga erwartet, denn alle waren gespannt, wie der FC Bayern München unter dem neuen Coach Pep Guardiola in der Meisterschaft auftreten würde. Der Spanier schickte eine 4-1-4-1-Formation ins Rennen, wobei Bastian Schweinsteiger die Rolle des Sechsers vor der Abwehr übernahm. Wie in der vergangenen Saison zeigte der Titelverteidiger von Beginn an ein atemberaubendes Pressing und stand sehr hoch in der gegnerischen Hälfte. Nach 16 Minuten stand es nach Toren von Robben und Mandzukic bereits 2:0 und es sah danach aus, als ob der FC Bayern Gladbach überrollen würde. Nach Dantes Eigentor in der 41. Minute entwickelte sich jedoch eine offene Partie, wobei die Gladbacher durchaus aufzeigten, dass das neue Bayern-System momentan noch fehleranfälliger als in der letzten Saison ist. Durch den Solosechser und die allgemeine hohe Positionierung der Offensivspieler können sich immer wieder gefährliche Situationen ergeben, wenn die gegnerische Mannschaft schnell umschaltet und das Gegenpressing der Bayern überwindet. Javi Martinez war in der vergangenen Saison als absichernder Spieler neben Schweinsteiger einer der Schlüsselspieler und man wird sehen, ob es sich der deutsche Rekordmeister leisten will, auf diesen Stabilisator zu verzichten.

David Alaba hat natürlich auch unter Guardiola weiterhin seinen Stammplatz und spielte über die gesamten 90 Minuten durch. Er begann als linker Außenverteidiger neben Innenverteidiger Dante und hinter seinem Kompagnon Franck Ribery, der sich auch zu Beginn der neuen Saison in einer bestechenden Form befindet und vom Kicker die Bestnote 1 bekam. Alaba kam auf 85 Ballkontakte und hatte somit die drittmeisten Ballberührungen aller Spieler am Platz. Nur Franck Ribery (überragende 132 Ballkontakte) und Dante (97) berührten öfters das Spielgerät. Absolut erwähnenswert sind zudem die elf Dribblings, die Ribery in diesem Spiel aus dem Ärmel schüttelte. Die Nummer 2 in dieser Statistik ist Arjen Robben mit vier Eins-gegen-Eins-Situationen. Angesicht dieser Zahlen kann man erahnen, dass die meisten Angriffe über den linken Flügel gingen. Während über rechts 37% aller Vorstöße vorgetragen wurden, liefen 41% aller Angriffe über links. Diese Zahlen zeigen auch, dass der Titelverteidiger das Spiel über die Flügel forcierte, was angesichts der Tatsache, dass die Gladbacher erfolgreich das Zentrum versperrten, sicherlich ein probates Mittel war. Auch die Borussia griff mehr über ihren linken Flügel an, sodass Alaba nicht allzu viele Zweikämpfe bestreiten musste. Insgesamt entschied er vier seiner sieben Duelle für sich (57,1%). Er spielte 72 Pässe von denen starke 96% ankamen, wobei gerade der wichtige letzte Pass in dieser Partie nicht so richtig gelingen wollte. In der 69. Minute verwandelte der Österreicher einen Elfmeter zum 3:1, nachdem Elfmeterschütze Nummer 1, Thomas Müller, nur eine Minute davor seinen Strafstoß verschoss. Der Treffer war nicht nur für den Spielverlauf wichtig, sondern untermauert auch Alabas Nervenstärke und sein Standing innerhalb der Mannschaft. Der kicker gab ihm für diese Leistung die Note 3,5, sportal gab ihm eine 3 – eine Bewertung die wohl etwas genauer ist, denn der Außenverteidiger bewegte sich ohne Ball viel und gut und war für seine Mannschaftskollegen immer anspielbar. Auffällig ist, dass er nicht nur den Auftrag hatte Ribery zu hinterlaufen, sondern dass er auch diagonal in die Mitte zog, um im Zentrum ein Übergewicht herzustellen und dort als zusätzliche Anspielstation zu dienen. Eine Variante, die man unter Guardiola sicherlich öfters als unter Heynckes sehen wird. Hier könnt ihr euch Alabas Elfmeter anschauen:

1. FSV Mainz 05 – VfB Stuttgart   3:2

Die 30.279 Zuschauer in der Coface Arena kamen auf ihre Kosten, denn sie sahen zum Auftakt nicht nur einen Heimsieg, sondern auch ein überaus interessantes Match mit vielen Torszenen und Treffern. Thomas Tuchel, der mit diesem Erfolg seinen 50. Bundesligasieg als Trainer feierte, schickte eine 4-2-3-1-Formation aufs Feld, wobei Julian Baumgartlinger neben Neuzugang Johannes Geis im defensiven Mittelfeld begann, jedoch den offensiveren Part einnehmen sollte. Der Mittelfeldmotor erwischte aber nicht seinen besten Tag und konnte nur selten Impulse nach vorne setzen. Unter dem Strich kam nach 90 Minuten nur eine Flanke in der Offensive heraus, Baumgartlinger gab keinen einzigen Torschuss ab und steuerte auch keinen Torschuss-Assist bei. Er bekam nur selten Zugriff aufs Spiel und musste sich mehr um seine defensiven Aufgaben kümmern. Der Mittelfeldspieler kam auf 61 Ballkontakte und spielte 50 Pässe, von denen 78% ankamen – eine Quote, die für seine Verhältnisse zu niedrig ist. Immerhin gewann er sieben seiner elf Zweikämpfe (63,6%). Der österreichische Nationalspieler ließ sich noch ein wenig Luft nach oben für die nächsten Runden und wird angesichts der Tatsache, dass seine Mannschaft drei Punkte mitnahm, sicher nicht völlig unzufrieden mit der Partie sein. Der kicker und sportal.de gaben ihm jeweils die Note 4.

Genau umgekehrt verlief es für Martin Harnik, denn während seine Mannschaft ohne Punkte die Heimreise antreten muss, darf er sich über eine starke Einzelleistung freuen. Er begann wie gewohnt am rechten Flügel und man sah es ihm nicht an, dass er Teile der Vorbereitung aufgrund einer Verletzung versäumte. Er gab vier Torschüsse ab, von denen nur einer nebens Tor ging und belohnte in der 82. Minute seine gute Leistung mit dem Anschlusstreffer zum 2:3. Neben seinen Schussversuchen steuerte er noch drei Flanken und eine Torschuss-Vorlage bei. Wie immer kam er auf relativ wenige Ballkontakte (39), aber wenn er das Spielgerät hatte, zählte er zu den gefährlichsten Stuttgartern. Der offensive Flügelspieler bekam sowohl vom kicker, als auch von sportal.de die Note 3.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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