In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 10. Spieltag 2012/13 (Teil 2) – David Alaba spielt sich ins „kicker-Team der Runde“

In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Nachdem wir uns im ersten Teil die Leistungen aller fünf Legionäre im Spiel zwischen dem SV Werder Bremen und dem 1. FSV Mainz 05 ansahen, betrachten wir nun die Darbietungen von David Alaba, Christian Fuchs, Martin Harnik und Raphael Holzhauser. David Alaba durfte sich nicht nur über einen 3:0-Auswärtssieg gegen den Hamburger SV freuen, sondern auch über eine Nominierung ins „kicker-Team der Runde“.

Der 1. FC Bayern München wartete seit November 2006 auf einen Auswärtssieg gegen den Hamburger SV – nun endlich war es so weit. Der Tabellenführer gewann auch das fünfte Auswärtsspiel in der laufenden Saison zu Null, war von Beginn an die spielbestimmende Mannschaft und gewann schließlich verdient mit drei Toren Unterschied. Die Treffer erzielten Schweinsteiger (40.), Müller (48.) und Ribery (53.).

David Alaba wirbelt auf der linken Seite

David Alaba lief diesmal gleich von Beginn an als linker Verteidiger auf, nachdem er in der Runde zuvor gegen Bayer Leverkusen eine Hälfte lang im Mittelfeld zum Zug kam. Die Bayern-Fans freuen sich, dass der Österreicher wieder in der Mannschaft steht, da er auf der linken Seite weit mehr Zug nach vorne erzeugen kann, als seine Ersatzleute, die ihn in während seiner Verletzung vertraten. Holger Badstuber sicherte zwar gut nach hinten ab, das kongeniale Zusammenspiel mit Franck Ribery auf der linken Seite vermisste man jedoch in Alabas Abwesenheit. Die beiden stellten am Wochenende auch die Spieler des Hamburger Sportvereins vor unlösbare Aufgaben. Alaba kam auf 90 Ballkontakte und spielte 56 Pässe, von denen 93% bei seinen Mitspielern ankamen. Er schoss dreimal auf Tor, sorgte für eine Torvorlage und schlug vier Flanken. Seine Zweikampfbilanz ist knapp positiv, denn er entschied 11 seiner 21 Duelle für sich (52,4%). Des Weiteren machte er zwei Tacklings, fing drei gegnerische Pässe ab und klärte einmal den Ball aus der Gefahrenzone. Alaba spielte unbekümmert und frech, ganz so als hätte er keine Verletzungspause gehabt. Wenn man ihm etwas vorwerfen kann, dann höchstens, dass seine Aktionen noch zwingender werden müssen. Insgesamt aber eine hervorragende Leistung, die ihn ins „kicker-Team“ der Runde brachte. Das deutsche Fachmagazin gab ihm die Note 2, sportal.de die Note 2,5.

114 Ballkontakte für Christian Fuchs

Der FC Schalke 04 fing sich in einem unterhaltsamen Spiel gegen 1899 Hoffenheim eine vermeidbare 3:2-Auswärtsniederlage ein. Den Sieg der Gastgeber sicherte Edeljoker Sven Schipplock, der mit seinem ersten Ballkontakt in der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer erzielte. Zuvor trafen Volland (13.) und Firminho (67.) für die Hausherren und Neustädter (37.) und Uchida (82.) für die Gäste. Christian Fuchs war äußerst aktiv und kann gute Leistungsdaten vorweisen, auch wenn die Bewertungen vom kicker und sportal.de wieder einmal weit auseinander gehen. Der Kicker gab ihm nur die Note 4, von sportal.de bekam er als bester Spieler der Königsblauen eine 2,5. Während die Note vom kicker wohl zu hart ausfällt, bewertete sportal.de unseren Legionär wohl ein wenig zu gnädig, auch wenn manche Leistungsdaten mehr als herzeigbar sind. Christian Fuchs war nämlich äußerst aktiv und hatte von allen Spielern am Platz die meisten Ballkontakte (114), mehr als doppelt so viele wie der aktivste Kicker des Gegners. Fuchs spielte 78 Pässe, von denen 85% bei seinen Mitspielern ankamen. Der Außenverteidiger präsentierte sich außerdem äußerst zweikampfstark, leistete sich keine Schnitzer und gewann 18 seiner 28 Duelle (64,3%). Neben drei Torschüssen und drei Torschussvorlagen schlug er die mit Abstand meisten Flanken – ganze achtmal suchte er Huntelaar und Co. Kritisieren muss man allerdings die Präzision seiner Offensivaktionen. Keiner seiner Schüsse ging aufs Tor und auch bei den Flanken fehlte diesmal die Genauigkeit. Es fehlte also das letzte Quäntchen, dann wäre aus einer ordentlichen, engagierten Vorstellung wirklich eine Konkurrenz für Alabas Platz im Team der Runde geworden. Es sei dem „Fuchser“ aber verziehen, dass er nicht in jedem Spiel einen Assist beisteuern kann!

Raphael Holzhauser sorgt für Diskussionen

In der vergangenen Saison endete das Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem VfB Stuttgart mit 4:4-Unentschieden und auch am Wochenende gab es wieder eine Punkteteilung. Diesmal fielen allerdings gar keine Treffer, sodass Dortmund nach 28 Heimspielen in Folge zum ersten Mal ohne Tor blieb. Die Zuseher bekamen trotzdem eine tolle Partie vorgesetzt, beide Mannschaften gingen ein hohes Tempo, sodass sich eine intensive Partie entwickelte. Raphael Holzhauser begann neben Christian Gentner und vor William Kvist im zentralen Mittelfeld und sorgte in der 20. Minute für Gesprächsstoff, da er in einem Luftduell Sebastian Kehl mit dem Ellenbogen im Gesicht traf. Der Dortmunder musste das Spielfeld mit Verdacht auf Nasenbeinbruch verlassen, im Nachhinein stellte sich heraus, dass es sich „nur“ um einen Anbruch des Nasenbeins handelte. Holzhauser sah nur die gelbe Karte, was laut Sky-Experten Markus Merk eine Fehlentscheidung war. In die Kategorie verzichtbar fehlt allerdings auch Dortmunds Stadionsprecher, der in der Pause die Stimmung extra anheizte, indem er betonte, dass Kehl aufgrund von Holzhausers übertriebener Härteeinlage ausgewechselt werden musste. Abseits des Fouls agierte der Österreicher relativ unauffällig, arbeitete zwar viel für die Mannschaft, verlor aber zu viele Zweikämpfe. Bis zu seiner Auswechslung in der 70. Minute gewann er nur 5 seiner 18 Duelle (27,8%), hatte 31 Ballkontakte und spielte 16 Pässe, von denen 69% bei seinen Mitspielern landeten. Er lief 9,7 Kilometer, was für 70 Minuten eine herzeigbare Leistung ist, machte drei Tacklings und fing zwei gegnerische Pässe ab. Er schoss zweimal aufs Tor, schlug zwei Flanken, verlor aber ganze fünfmal den Ball nach Einzelaktionen. Nach seinen bisher tadellosen Auftritten in der deutschen Bundesliga war dies sicherlich eine seiner schwächeren Auftritte – der kicker gab ihm immerhin noch die Note 4, sportal.de gab ihm eine glatte 5.

Martin Harnik mit viel Arbeit nach hinten

In der Offensive konnte Martin Harnik diesmal wenige Akzente setzen, zu sehr war er gegen druckvolle Dortmunder mit Defensivarbeit beschäftigt. Er erledigte diese Aufgabe für seine Verhältnisse sehr gut und gewann 50% seiner Zweikämpfe, was bei ihm nur selten vorkommt. Wie gewohnt  lief der rechte Flügelspieler mehr als alle anderen Akteure am Platz, diesmal waren es 12,5 Kilometer. Er absolvierte zudem 29 Sprints und 84 intensive Läufe, womit er es auf 113 Aktionen im hohen Tempo brachte – ein hervorragender Wert. Er machte vier Tacklings, fing einen gegnerischen Pass ab, schoss zweimal aufs Tor und legte per Kopf eine Chance für Ibisevic auf, wobei dies seine einzige Torschussvorlage bleiben sollte. Er kam auf 42 Ballkontakte und spielte nur 16 Pässe, von denen 81% bei seinen Mitspielern landeten. Der kicker und sportal.de gaben ihm die Note 4, eine Bewertung die in Ordnung geht.

Fazit

David Alaba
+: viel Druck erzeugt, zahlreiche Ballkontakte, kombinationssicher,
-: Aktionen müssen noch ein wenig zwingender werden

Christian Fuchs
+: 114 Ballkontakte, zweikampfstark, viele Offensivaktionen….
-: …denen aber die Präzision fehlte

Raphael Holzhauser
+: hohes Laufpensum, Defensivleistung war in Ordnung
-: überhartes Duell gegen Kehl, viele Ballverluste, zweikampfschwach

Martin Harnik
+: gute Arbeit nach hinten, gut in den Zweikämpfen
-: zu wenige Akzente nach vorne, wenig Ballkontakte

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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