In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 14. Spieltag 2012/13 (Teil 1) – Andi Ivanschitz trifft beim 3:1-Auswärtssieg in Frankfurt

In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. In der deutschen Bundesliga standen englische Wochen am Programm, sodass unsere Legionären auch unter der Woche einen Leistungsnachweis erbringen mussten. Im ersten Teil schauen wir Andreas Ivanschitz, Julian Baumgartlinger und Christian Fuchs genau auf die Beine.

Der 1. FSV Mainz 05 traf auswärts auf Eintracht Frankfurt und die Vorzeichen für diese Partie sahen nicht unbedingt gut aus, da einige Mainzer Stammspieler angeschlagen waren und kaum trainieren konnten. Trainer Tuchel machte aus der Not eine Tugend und schickte den 19-Jährigen Nachwuchsspieler Shawn Parker als zweiten Stürmer neben Adam Szalai in die Partie. Der Junge erlebte einen Traumeinstand, bereitete den ersten Treffer von Andi Ivanschitz vor, machte das zweite Tor selbst und fabrizierte anschließend noch einen Lattenschuss. Für dieses fantastische Debüt belohnte ihn der kicker mit der Nominierung in die Elf des Tages. Nikolce Noveski erzielte in der 52. Minute per Kopf sogar die zwischenzeitliche Führung zum 3:0 für die Gäste, den Ehrentreffer der Frankfurter schoss ebenfalls ein Mainzer, denn Adam Szalai fälschte eine Flanke von Takashi Inui unglücklich ins eigene Tor ab. Sehen wir uns zunächst einmal alle Treffer an:

[youtube=

Ivanschitz erzielt den Führungstreffer – wieder einmal

Das 1:0 gegen Eintracht Frankfurt war für Andi Ivanschitz bereits das 19. Tor in der deutschen Bundesliga, wobei es beachtlich ist, wie oft er den so wichtigen ersten Treffer erzielte, denn 11 seiner 19 Tore schoss er beim Stand von 0:0! Der offensive Mittelfeldspieler musste zur Halbzeit leider in der Kabine bleiben, da Pirmin Schwegler ihn am Fuß erwischte und eine alte Narbe aufging. Die Wunde ist wieder verklebt, allerdings ist der Fuß geschwollen und sein Einsatz am Wochenende ist fraglich. Die 45 Minuten reichten allerdings aus, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Ivanschitz testete Torhüter Kevin Trapp dreimal, verteilte intelligent die Bälle und bewegte sich gut in den gegnerischen Räumen. Er hatte 22 Ballkontakte und spielte 13 Pässe, von denen 12 bei seinen Mitspielern landeten (92%). Am wichtigsten ist es, dass er auf die wiederholte Kritik des Mainzer Managers Christian Heidel am Spielfeld die passende Antwort gab. Heidel meinte, dass Ivanschitz vor dem Tor kaltblütiger werden müsse, ein leiser Vorwurf, den auch Trainer Tuchel in der Vergangenheit äußerte.  Hinter dieser Kritik könnte auch ein wenig Kalkül stecken, um den Österreicher anzustacheln, denn vor der 11. Runde gegen den FC Nürnberg hieß es ebenfalls, dass Ivanschitz seine Chancen besser nutzen müsse. Die Taktik scheint aufzugehen, denn so wie zu Hause gegen Nürnberg, traf er nun auch auswärts gegen die Eintracht. Der kicker gab dem offensiven Mittelfeldspieler die Note 2 für seinen 45-Minuten-Auftritt. Hoffentlich geht die Schwellung am Fuß schnell zurück, damit er am Wochenende gegen Hannover 96 wieder auf Torjagd gehen kann.

Trotz Ausschluss starke Leistung von Julian Baumgartlinger

Während der Einsatz von Andreas Ivanschitz gegen Hannover 96 zumindest fraglich ist, darf sich Julian Baumgartlinger bereits auf ein geruhsames Wochenende einstellen, denn der defensive Mittelfeldspieler sah in der 88. Minute die gelb-rote Karte. Bis dorthin bot er aber eine starke Leistung und unterband zahlreiche Kombinationen der Eintracht. Er überzeugte mit einem starken Stellungsspiel und antizipierte hervorragend die gegnerischen Pässe, sodass er gleich sieben Zuspiele des Gastgebers abfangen konnte. Mit 12,6 Kilometern lief er wieder einmal mehr als jeder andere Akteur am Platz und auch seine Zweikampfbilanz ist positiv, da er 15 seiner 28 Duelle für sich entschied (53,6%). Er kam auf 62 Ballkontakte und spielte 38 Pässe von denen 79% bei seinen Mannschaftskollegen landeten. Er machte vier Tacklings, beging drei Fouls und wurde selbst viermal mit unfairen Mitteln gestoppt. Sein Ausschluss am Ende kostete ihm sicherlich etwas Kredit bei der kicker-Bewertung, die aber mit der Note 3 trotzdem positiv ausfiel.

Christian Fuchs mit durchschnittlicher Leistung bei 3:1-Auswärtsniederlage gegen den HSV

Für den FC Schalke 04 setzte es gegen den Hamburger SV eine 1:3-Niederlage, womit die Königsblauen nun das dritte Auswärtsspiel in Folge verloren. Die 47.127 Zuschauer sahen aber eine spannende und über weite Strecken ausgeglichene Partie, in der HSV-Schlussmann Rene Adler der mit Abstand beste Mann am Platz war. Der Goalie verhinderte beim Stand von 2:1 für den HSV gegen Ende der Partie mit einer tollen Parade ein Freistoßtor von Christian Fuchs, nachdem er zuvor schon zahlreiche Großchancen der Gäste zunichtemachte. Christian Fuchs hatte die meisten Ballkontakte seiner Mannschaftskollegen (85) und kam in der Offensive zu einigen guten Szenen – so setzte er etwa beim Stand von 0:0 Torjäger Klaas-Jan Huntelaar perfekt ein, der jedoch die sich ihm bietende Chance leichtfertig vergab. Fuchs schlug die meisten Flanken aller Spieler am Platz (5) und zeigte ein präzises Passspiel im Spielaufbau. Von 52 Zuspielen kamen 85% bei seinen Mitspielern an. Der linke Außenverteidiger kann eine starke Zweikampfbilanz aufweisen, denn von 21 Duellen entschied er 13 für sich (61,9%). Dennoch darf er mit seiner Leistung nicht restlos zufrieden sein, denn die beiden letzten Treffer fielen über seine Seite. Er trug zwar nicht die Alleinschuld an den Gegentoren, doch sein Stellungsspiel war in einigen Situationen sicherlich verbesserungswürdig. Besonders beim zweiten Treffer zögerte er viel zu lange und attackierte nach seinem Stellungsfehler den in der Mitte alleinstehenden Artjoms Rudnevs zu spät. Vom kicker bekam der Abwehrspieler die Note 4, für sportal.de war er der beste Schalke-Spieler und bekam die Note 3. Leider liegt der kicker mit seiner Einschätzung näher an der Wahrheit.

Fazit

Ivanschitz
+: Führungstreffer, gute Szenen in der Offensive, hohe Passgenauigkeit
-:

Baumgartlinger
+: starkes Stellungsspiel, gute Antizipation, laufstark
-: Gelb-Rote Karte

Fuchs
+: einige gute Szenen in der Offensive, zweikampfstark, viele Ballkontakte
-: Stellungsfehler in entscheidenden Situationen

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

Keine Kommentare bisher.

Sei der/die Erste mit einem Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.