Abseits.at-Leistungscheck, 15. Spieltag 2013/14 (Teil 1) – David Alaba nach Kantersieg in Bremen im Team der Runde
Deutschland 9.Dezember.2013 Stefan Karger 0
In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Im ersten Teil unseres Leistungschecks blicken wir nach Bremen, wo David Alaba und seine Bayern den Hausherren die höchste Heimpleite der Vereinsgeschichte verpassten. Der österreichische Nationalspieler bereitete einen der sieben Treffer vor und spielte sich zum vierten Mal in dieser Saison ins Team der Runde!
SV Werder Bremen – FC Bayern München 0:7
Am 21. März 1987 verloren die Bremer zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach mit 1:7, vergangenes Wochenende erwischte es sie noch schlimmer, denn der FC Bayern München gewann nach einer eindrucksvollen Darbietung im Weserstadion mit 7:0. Die Bayern feierten somit ihren höchsten Sieg unter ihrem neuen Coach Pep Guardiola und sind nun seit 26 Auswärtsspielen ohne Niederlage, womit sie ihren eigenen Rekord einstellten, den sie zwischen 1985 und 1987 aufgestellt haben. Überragender Akteur war wieder einmal der Franzose Franck Ribery, der neben einem Lattenschuss zwei Treffer erzielte und zwei weitere vorlegte. Detail am Rande: Der SV Werder Bremen erzielte sein 50. Eigentor in der Geschichte der Bundesliga, wobei der Verein anscheinend dem Rekordmeister besonders gerne Schützenhilfe leistet. Gleich sieben dieser 50 Missgeschicke unterliefen ihnen nämlich gegen den FC Bayern München. Schauen wir uns zunächst die sieben Treffer an:
David Alabas Beitrag zum Kantersieg
David Alaba spielte sich gegen den SV Werder Bremen in die Elf des Tages vom kicker, wobei ihm diese Ehre nach 15 Spieltagen nun bereits schon zum vierten Mal zuteilwurde. Der österreichische Nationalspieler hatte seinen Gegenspieler Eljero Elia stets fest im Griff und fand nebenbei genug Zeit für einige Offensiv-Aktionen. Insgesamt schlug Alaba fünf Flanken und bereitete drei Torschüsse vor, wobei Franck Ribery eine Vorlage zum zwischenzeitlichen 6:0 verwertete. Alaba steuerte so seinen dritten Assist in der laufenden Meisterschaftssaison bei.
Die Bayern trugen mehr Angriffe über die rechte Seite vor, was man gut an den Ballbesitzstatistiken sehen kann. Rechtsverteidiger Rafinha ist der Bayern-Spieler mit den meisten Ballkontakten (109), Alaba berührte hingegen bloß 68 Mal das Spielgerät, wobei die Qualität der Vorstöße über die linke Seite höher war. Alaba bekam von allen Abwehrspielern der Bayern die beste Bewertung, sowohl der kicker, als auch sportal.de bewerteten ihn mit der Note 2, die kein anderer Spieler der Viererkette verliehen bekam. Alaba stand im Schnitt um einiges höher als Rafinha und öffnete durch seine Laufwege immer wieder Platz für seine Nebenspieler. Ribery zog beispielsweise oft weit in die Mitte, während Alaba den Flügel geschickt absicherte. Obwohl er viele Zweikämpfe in der gegnerischen Hälfte bestritt gewann er 12 seiner 20 Duelle (60%) und ließ hinten nichts anbrennen. Insgesamt kamen 89% seiner 46 Pässe bei seinen Mitspielern an, wobei er auch drei weite Bälle spielte, die allesamt einen Abnehmer fanden. Alaba lief 11,9 Kilometer und absolvierte gemeinsam mit Ribery die meisten Sprints (36) und zweitmeisten intensiven Läufe am Platz (78).
Machen es sich die Bremer zu einfach?
Wer nach dem Spiel ein Donnerwetter der Bremen-Funktionäre erwartete, der hatte sich getäuscht. Die Reaktionen verblüfften ein wenig, denn Manager Eichin stellte die Bayern einfach auf eine komplett andere Stufe und sagte, dass man die Punkte eben gegen Gegner holen müsse, die sich auf Augenhöhe befinden. Die Frage, ob es seiner Mannschaft an Qualität fehlen würde, stelle sich nach diesem Spiel nicht, da sich die Bayern laut Eichin auf einem anderen Level als alle übrigen Mannschaften befinden würden. Auch Trainer Robin Dutt, der im März 2012 mit Bayer Leverkusen gegen Guardiolas FC Barcelona schon einmal ähnlich hoch abgeschossen wurde (1:7), sagte seiner Mannschaft, sie solle nun die Ohren auf Durchzug stellen und die Partie abhaken. Einerseits müssen die Bremer natürlich ihre volle Konzentration auf die kommenden Aufgaben richten, andererseits ist es wohl auch ein wenig zu einfach und vielleicht sogar gefährlich, diese 0:7-Niederlage nur auf die nicht zu bestreitende Stärke der Bayern zurückzuführen und sie quasi als Normalfall anzusehen. Es ist offensichtlich, dass die Mannschaft zurzeit völlig ohne Konzept spielt. Insbesondere in der Defensive herrscht Handlungsbedarf, denn kein anderes Team kassierte in der laufenden Saison 34 Gegentore. Am ehesten scheinen noch die Spieler selbst mit der Leistung unzufrieden zu sein, Abwehrspieler Clemens Fritz meinte beispielsweise, dass es das frustrierendste Spiel war, seit er beim SV Werder Bremen unterschrieb.
Im Gegensatz zu den Bremern dürfen die Bayern natürlich hochzufrieden mit sämtlichen Aspekten ihrer Mannschaft sein. Die Funktionäre des FC Bayern München hatten nach dem Spiel allen Grund zum Jubeln und Uli Hoeneß fand lobende Worte für den Bayern-Trainer: „Pep Guardiola schafft es, aus 20 Einzelkönnern eine Mannschaft zu formen. Er hält sie alle bei Laune und so fit, dass sie jederzeit eingesetzt werden können. Wer spielt, spielt gut. Das ist die Kunst, die ein großer Trainer beherrschen muss. Und wir haben einen großen Trainer.“
Auch Guardiola zeigte sich nach dem Spiel überglücklich mit seiner Mannschaft und sagte, dass es für ihn eine Ehre sei, dieses Team trainieren zu dürfen:
Stefan Karger, www.abseits.at
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