In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck , 31. Spieltag – Wenige Höhepunkte aus rot-weiß-roter Sicht

BundesligaIn dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Am 31. Spieltag sucht man einige österreichische Legionäre vergeblich in den Startaufstellungen: David Alaba wurde für das wichtige Champions-League-Spiel am Mittwoch gegen den FC Barcelona geschont, Christian Fuchs kam erst gegen Ende der Partie ins Spiel und Marko Arnautovic fehlte den Bremern aufgrund seiner Suspendierung im Abstiegskampf.

FC Augsburg – VfB Stuttgart   3:0

Der FC Augsburg liegt nach dem 3:0-Erfolg gegen den VfB Stuttgart auf dem Relegationsplatz und darf sich große Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen, da Fortuna Düsseldorf nur aufgrund der besseren Tordifferenz am 15. Platz liegt und die formschwachen Bremer nur noch zwei Punkte Vorsprung haben. Nach einer relativ ereignislosen ersten Halbzeit bekamen die Zuschauer in der SGL-Arena im zweiten Durchgang einiges geboten, wobei zunächst die beiden einzigen ÖFB-Legionäre am Spielfeld im Rampenlicht standen. In der 49. Minute kam Martin Harnik nämlich aus kurzer Distanz nach einer schönen Maxim-Flanke alleine vor Alexander Manninger zum Kopfball. Der Flügelstürmer platzierte den Ball allerdings schlecht, sodass der gut stehende Manninger ihn parieren konnte. Mit ein wenig mehr Präzision hätte Harnik seine Mannschaft in Führung bringen können, leider vergab der österreichische Nationalspieler aber diese riesige Möglichkeit. Manninger hatte ansonsten nur wenig zu halten und bekam sowohl vom kicker, als auch von sportal.de die Note 3.

Ansonsten trat Martin Harnik in der Offensive kaum in Erscheinung, auch da ihn seine Gegenspieler am rechten Flügel ordentlich beschäftigten. Harnik wurde in viele Zweikämpfe verwickelt, die er für seine Verhältnisse aber durchaus ordentlich bestritt. Von 29 Duellen entschied er immerhin 14 für sich (48,3%), eine Statistik, die für den rechten Flügelspieler in Ordnung ist. Er kam auf relativ wenige Ballkontakte (37), da seine Mannschaft mehr Angriffe über den linken Flügel vortrug. Insgesamt spielte der Nationalspieler nur elf Pässe, von denen sieben bei seinen Mitspielern ankamen (64%) – kein anderer Feldspieler, der von Anfang an am Platz war, passte so selten zu seinen Mitspielern. Bei Einzelaktionen blieb ihm ebenfalls das Glück verwehrt, denn er verlor beide Male in einer Eins-gegen-Eins-Situation nach einem Dribbling den Ball. Der kicker gab ihm eine glatte 5, sportal.de zeigte sich ein wenig gnädiger und gab ihm eine 4,5. Raphael Holzhauser sah die gesamten 90 Minuten von der Ersatzbank aus.

Besonders sehenswert war übrigens der Treffer des soeben erst eingewechselten Marcel de Jong in der 83. Minute zum 2:0:

Marcel de Jong VfB Stuttgart Tor Heber

Bayer Leverkusen – SV Werder Bremen   1:0

Für den SV Werder Bremen ging wie erwartet die Talfahrt auch in Leverkusen weiter, die Elf von Trainer Thomas Schaaf ist nach der 1:0-Auswärtsniederlage nun schon seit zehn Spielen sieglos! Bis zum Führungstor durch Stefan Kießling per Strafstoß in der 35. Minute hielten die Gäste ganz gut dagegen, danach gelang es ihnen jedoch nicht sich Chancen herauszuspielen und auf den Ausgleich zu drängen. Werder agierte nach dem Rückstand weiterhin zu passiv und es fehlten einfach die Spieler, die in solchen Phasen wichtige Akzente setzen können. Die Gäste begannen ohne den suspendierten Marko Arnautovic, dafür standen Innenverteidiger Sebastian Prödl und Mittelfeldspieler Zlatko Junuzovic von Beginn an am Platz. Junuzovic kam diesmal am linken Flügel zum Zug und bereitete in der neunten Minute per Kopf eine Torschussmöglichkeit für Philipp Bargfrede vor, dessen Versuch aber knapp am Tor von Bernd Leno vorbeiging. Der ehemalige Austria-Wien-Spieler hatte zudem in der zweiten Halbzeit den Ausgleich auf den Füßen, nachdem Bayer-Innenverteidiger Philipp Wollscheid der Ball zu weit wegsprang.  Junuzovic lief alleine auf Leno zu, legte sich aber ebenfalls den Ball zu weit vor, sodass der Schlussmann die Großchance vereitelte. Auffallend war, dass sich der ansonsten recht zweikampfstarke Österreicher in den Duellen gegen die Bayer-Spieler extrem schwer tat und nur 5 seiner 21 Zweikämpfe für sich entschied (23,8%). Eine ganz schwache Quote, die man ansonsten nur selten bei ihm sieht. Bis zu seiner Auswechslung in der 86. Minute kam er auf nur 34 Ballkontakte und spielte 19 Pässe, von denen immerhin starke 95% bei seinen Mitspielern landeten. Junuzovic schoss zweimal aufs gegnerische Tor, steuerte zwei Torschussvorlagen bei, blieb ansonsten jedoch unter seinen Erwartungen. Der kicker gab ihm die Note 4, sportal.de eine 4,5.

Sebastian Prödl ließ sich im Abwehrzentrum nur wenig zu Schulden kommen und agierte alles in allem recht souverän. Ein paar Mal kam es zu Abstimmungsproblemen in der Werder-Hintermannschaft, wobei die Defensive der Bremer in dieser Saison schon weit schlimmere Vorführungen ablieferte. Prödl profitierte auch von seinem Nebenspieler Sokratis, der sich in starker Form befindet und die Abwehrkette gut dirigierte. Besonders bei Luftduellen behielten die beiden meist die Oberhand. Prödl hatte nur 27 Ballkontakte und spielte 13 Pässe, von denen alle ankamen. Er gewann zwar nur 7 seiner 15 Duelle (46,7%), allerdings beging er keinen folgeschweren Fehler, der zu einer brenzligen Situation führte. Der Abwehrspieler bekam vom kicker die Note 4, sportal.de gab ihm eine 3,5.

1.FSV Mainz 05 – Eintracht Frankfurt   0:0

34.000 Zuschauer warteten in der Coface Arena vergeblich auf einen Treffer, denn ohne den verletzten Torjäger Adam Szalai (Fraktur im Querfortsatz eines Lendenwirbels) fehlte den Hausherren im Sturm die letzte Durchschlagskraft. Andreas Ivanschitz begann zentral im offensiven Mittelfeld und war einer der auffälligsten Akteure am Platz, was auch die Statistiken belegen. Neben drei  Torschüssen, steuerte er starke sechs Torschussvorlagen bei und schlug eine Flanke. Auch in Einzelaktionen zeigte er sein Können, denn er kam dreimal an seinen Gegenspielern in 1:1-Situationen vorbei, während er nur einmal nach einem Dribbling den Ball verlor. Er hatte 52 Ballkontakte, was für seine Verhältnisse recht ordentlich ist und zeigt, dass er einer der Aktivposten seiner Mannschaft war. Negativ ist lediglich seine Zweikampfbilanz, denn er entschied nur 6 seiner 20 Duelle für sich. Der kicker gab ihm die Note 4, sportal.de eine 3,5. Diese Bewertungen fallen etwas zu kritisch aus, die Note 3 wäre durchaus angemessen gewesen.

Julian Baumgartlinger stand ebenfalls 90 Minuten lang am Platz und agierte neben Elkin Soto im defensiven Mittelfeld. Er absolvierte eine eher unauffällige Partie, in der er mit 41,7% weniger Zweikämpfe als gewohnt für sich entschied (10 von 24), dafür aber das eine oder andere Mal in der Offensive seine Mitspieler einsetzen konnte, was ihm nicht jede Runde gelingt. Insgesamt steuerte der Mittelfeldmotor der Mainzer drei Torschussvorlagen bei. Er hatte die zweitmeisten Ballkontakte (79), spielte die zweitmeisten Pässe (63), wobei er mit einer erfolgreichen Passquote von 91% seinen Job gut erledigte. Er lief 11,6 Kilometer, was ein guter Wert ist, mannschaftsintern diesmal allerdings nur für den dritten Platz reichte, da Zdenek Pospech (11,77 Kilometer) und Nicolai Müller (11,92 Kilometer) eine größere Laufdistanz abspulten. Baumgartlinger hat jedoch in einer anderen Statistik die Nase ganz vorne, denn kein anderer Spieler machte mehr Tacklings als er (6). Insgesamt eine solide, wenn auch eher unauffällige Leistung, für die er vom kicker die Note 4 und von sportal.de die Note 3,5 bekam.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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