In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... abseits.at-Leistungscheck, 32. Spieltag 2014/15 (Teil 1) –  Junuzovic-Treffer rettet Werder ein Remis gegen Hannover 96

Zlatko Junuzovic (SV Werder Bremen)In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Im ersten Teil unseres Leistungschecks blicken wir auf die Begegnung zwischen dem SV Werder Bremen und Hannover 96. Ein wunderbarer Freistoß von Zlatko Junuzovic in der 78. Minute rettete den Gästen einen Punkt.

SV Werder Bremen – Hannover 96   1:1

So unglaublich es sich auch anhören mag: Hannover 96 wartet nun schon seit 16 Spielen auf einen Sieg. Dass es am Wochenende wieder einmal nicht klappte, lag am österreichischen Legionär Zlatko Junuzovic, der in der 78. Minute beim Stand von 0:1 einen wunderschönen Freistoß ins Tor von Ron-Robert Zieler versenkte. Zum bereits 18. Mal in dieser Saison gelang Werder nach einer Standardsituation des Österreichers ein Treffer – das sah die deutsche Bundesliga zuletzt in der Saison 1994/95, als Rodolfo Cardoso für den SC Freiburg ebenfalls als Schütze der ruhenden Bälle brillierte. Junuzovic hält nun bei sechs Treffern und 13 Assists und hat somit beeindruckende 19 Scorerpunkte auf der Habenseite stehen.

Die Comeback-Spezialisten der Liga

Ebenfalls erfreulich aus Werder-Sicht ist die Tatsache, dass der Klub 43 Punkte in der Tabelle aufweisen kann, so viele wie schon seit fünf Jahren nicht. Zwei Spieltage hat die Mannschaft von Viktor Skripnik zudem noch Zeit, weitere Punkte zu sammeln. Werder holte zudem in der heurigen Saison neunmal einen Rückstand auf, was keiner anderen Mannschaft in der Bundesliga gelang.

Hannover in der ersten Halbzeit klar besser

Wirklich glücklich werden die Bremer mit der Leistung gegen Hannover jedoch nicht sein, denn insbesondere in der ersten Halbzeit war der abstiegsbedrohte Gegner nicht nur die bessere, sondern auch die engagiertere Mannschaft. Werder hatte große Probleme im Spielaufbau und konnte sich glücklich schätzen, dass der gut organisierte Gegner vor der Pause nur einen Treffer erzielte. In der zweiten Halbzeit gelang allerdings auch den Hausherren immer weniger, die Dominanz ließ nach und Werder verhalf die Standard-Stärke des österreichischen Nationalspielers zu einem Punkt. Am Ende wäre Sladdi beinahe noch ein zweiter Treffer aus einem Freistoß geglückt, doch der Ball drehte sich im letzten Moment vom Tor weg. Ein Werder-Sieg wäre allerdings angesichts des Spielverlaufs extrem glücklich gewesen.

Junuzovic zum Spieler der Spiels gewählt

Neben seinem Treffer, der nun schon der fünfte verwandelte Freistoß in dieser Saison war, schoss Zlatko Junuzovic noch zwei weitere Male auf das Tor der Hausherren und bereitete zudem drei Torschüsse für seine Mitspieler vor. Abseits der Standardsituationen passte er sich über weite Strecken dem Niveau seiner Mitspieler an und konnte nur selten Ordnung in den Spielaufbau bringen. Der österreichische Nationalspieler kam auf 41 Ballkontakte, spielte nur 25 Pässe, von denen nur 13 (52%) bei seinen Mitspielern landeten. Er fing zwei gegnerische Pässe ab und klärte zweimal den Ball aus dem eigenen Strafraum. Seine Zweikampfbilanz ist ausgeglichen, denn er entschied sechs seiner zwölf Duelle für sich. Für den kicker war er dennoch der Mann des Spiels und er bekam die Note 2,5 – sportal.de schloss sich dieser Bewertung an.

Es war eh schon Zeit

Junuzovic musste zwölf Spieltage auf sein fünftes Freistoßtor warten, zuletzt traf er gegen Bayer Leverkusen in der 20. Runde nach einem ruhenden Ball. Nach der Partie meinte er, dass es „eh schon Zeit wurde“ und gestand auch, dass es ihn wurmte, dass Hakan Calhanoglu vor dieser Runde ein Freistoßtor mehr auf seinem Konto hatte. Auch der gegnerische Trainer Michael Frontzeck würdigte die Technik des Österreichers und meinte, dass er den Freistoß „mit Zug und perfekt geschossen“ hatte. Da half es auch nichts, dass Edgar Prib knapp vor Junuzovic´ Anlauf im Stil von Mats Hummels auf die Linie zurückeilte – der Schuss passte perfekt ins Kreuzeck. Hannover hat noch zwei Spieltage Zeit um sich auf einen Nichtabstiegsplatz zu bewegen, beziehungsweise den Relegationsplatz zu verlassen. Ein wahrer Krimi dürfte das letzte Meisterschaftsspiel werden, wo es zum Zusammentreffen mit dem direkten Konkurrenten, dem SC Freiburg kommt.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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