In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 4. Spieltag 2013/14  – Raphael Holzhauser und Emanuel Pogatetz mit starken Leistungen beim Duell zwischen Nürnberg und Augsburg

BundesligaIn dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Am vierten Spieltag kamen weniger ÖFB-Legionäre als gewohnt zum Einsatz, denn Christian Fuchs verpasste aufgrund einer Sperre den 2:0-Erfolg seiner Mannschaft gegen Bayer Leverkusen, David Alaba wurde beim enttäuschenden 1:1-Unentschieden gegen den SC Freiburg geschont und Martin Harnik kam beim 6:2-Kantersieg über Hoffenheim erst in der 73. Minute beim Stand von 6:1 in die Partie.

FC Nürnberg – FC Augsburg   0:1

Die besten Leistungen der ÖFB-Legionäre boten am vierten Spieltag Raphael Holzhhauser und Emanuel Pogatetz, die beim Duell ihrer Mannschaften aufeinandertrafen und in guter Form agierten. Nach dem Sieg Augsburger hat der 1. FC Nürnberg nach vier Spieltagen nur zwei Punkte am Konto, während Augsburg mit zwei Siegen und zwei Niederlagen eine ausgeglichene Bilanz vorweist. Die beiden Mannschaften trafen zum fünften Mal in der Vereinsgeschichte in der Bundesliga aufeinander, wobei Augsburg vor dieser Begegnung noch keinen vollen Erfolg gegen die Nürnberger feiern konnte. Dass es diesmal funktionierte 1lag auch an Raphael Holzhauser, der wieder eine starke Partie im linken, offensiven Mittelfeld ablieferte, wobei er wie gewohnt stark ins Zentrum rückte, was man an der Grafik rechts (Holzhauser mit der Nummer 8) gut erkennen kann. Holzhauser fiel wieder mit einigen gut getretenen Standard-Situationen auf und hatte die eine oder andere gute Einzelaktion, bei der ihm ein Dribbling in einer Eins-gegen-Eins-Situation gelang. Besonders in der Anfangsphase setzte er immer wieder einige Impulse, allerdings agierte er im Laufe der Partie immer unauffälliger, was jedoch den positiven Gesamteindruck nicht zerstört. Holzhauser schoss selbst einmal aufs gegnerische Tor, schlug eine Flanke und bereitete drei Torschüsse seiner Mitspieler vor. Er kam auf 43 Ballkontakte und spielte 23 Pässe, von denen 74% bei seinen Mitspielern ankamen. Seine Laufleistung ist mit 9,5 Kilometer verbesserungsfähig, ebenso seine Zweikampfbilanz. Der 20-Jährige entschied nur 5 seiner 14 Zweikämpfe für sich (35,7%), wobei er den Großteil der Duelle in der Offensive führte. Nichtsdestotrotz eine sehr solide Leistung, die der kicker mit der Note 3 belohnte. Das Internetportal sportal.de gab ihm eine 3,5.

Auf der anderen Seite hatte Emanuel Pogatetz mehr zu tun als ihm lieb war, denn die Augsburger schossen ganze 24 Mal auf das Tor vom starken Nürnberger-Schlussmann Raphael Schäfer. So viele Schussversuche konnte der 1. FC Augsburg auswärts in der Bundesliga noch nie abfeuern. Emanuel Pogatetz war einer der wenigen Lichtblicke in der Abwehr der Nürnberger und bekam sowohl vom kicker (3) als auch von sportal.de (3,5) die beste Note aller Abwehrspieler in der Nürnberger-Viererkette. Pogatetz gewann 60% seiner Zweikämpfe, fing zwei gegnerische Pässe ab, klärte zehnmal den Ball aus dem eigenen Strafraum und blockte zwei Schüsse ab. Er lief 10,4 Kilometer, kam auf 59 Ballkontakte und spielte 38 Pässe, von denen 82% bei seinen Mitspielern landeten. Immerhin kamen auch vier seiner fünf weiten Pässe bei seinen Mannschaftskollegen an. Alles in allem eine solide Vorstellung des Innenverteidigers, der sich über die Niederlage dennoch ärgern wird. Der kicker gab von allen Nürnberger-Feldspielern nur dem rechten Mittelfeldspieler Robert Mak eine bessere Bewertung.

Borussia Mönchengladbach – Werder Bremen   4:1

Werder startete zunächst mit zwei Siegen in die neue Saison – nach vier Spieltagen ist die Bilanz allerdings wieder ausgeglichen und die Fans sahen am Wochenende ein Leistung, die sie an die vergangene Saison erinnerte.  Zlatko Junuzovic brachte den Auftritt in Gladbach auf den Punkt:„Unser schlechtestes Spiel, wir haben viele Fehler gemacht – so viele wie in der Summe in den Spielen zuvor nicht.

Der österreichische Mittelfeldspieler kam im zentralen offensiven Mittelfeld zum Einsatz und fiel durch eine unterirdische Zweikampfbilanz auf, da er nur eins seiner zehn Duelle für sich entschied (10%). In der etwas ungewohnten offensiven Rolle fehlte es ihm an Durchsetzungskraft und zündenden Ideen. Er probierte es zweimal mit Schüssen aus der Distanz und schlug vier Flanken, zielführende Aktionen und starke Kombinationen blieben aber Mangelware. Es fehlte ihm in einigen Szenen auch an Präzision, denn von seinen 26 Pässen landeten nur 69% bei seinen Mitspielern. Mangelnden Einsatz kam man ihm jedoch nicht vorwerfen, denn bis zu seiner Auswechslung in der 76. Minute lief er bereits 10,2 Kilometer und arbeitete viel für seine Mannschaft. Es kam insgesamt jedoch zu wenig dabei heraus, wobei er im Vergleich zu seinen Mannschaftskollegen immerhin nicht abfiel, da auch beispielsweise Aaron Hunt und Nils Petersen weit unter Normalform agierten. Sowohl der kicker, als auch sportal.de gaben dem österreichischen Nationalspieler die Note 4.

Innenverteidiger Sebastian Prödl erwischte leider einen noch schlechteren Tag, wobei er insbesondere an den Treffern in der zweiten Halbzeit nicht schuldlos ist. Nachdem er in den bisherigen Spielen, insbesondere in den Partien gegen Eintracht Braunschweig und Borussia Dortmund, die Rolle des neuen Abwehrchefs hervorragend verkörperte, erwischte er gegen Gladbach einen ganz schlechten Tag. Prödl gewann nur drei seiner elf Zweikämpfe (27,3%) und wirkte vor allem im zweiten Durchgang mental langsam und indisponiert. Er kam in einigen Situationen zu spät, schätzte Szenen falsch ein und war allgemein ein großer Unsicherheitsfaktor in der Bremer-Abwehr, bei der jedoch die gesamte Viererkette einen schwachen Tag erwischte. Immerhin hatte er auch in der Offensive ein paar Aktionen – der Innenverteidiger schoss zweimal aufs Tor und bereitete einen Torschuss vor. Der kicker gab ihm die Note 4,5, sportal.de strafte ihn mit einer 5,5 ab.

Marko Arnautovic kam in der 68. Minute für den glücklosen Stürmer Nils Petersen ins Spiel und erlebte dabei seine letzten Minuten als Werder-Spieler. Der österreichische Nationalspieler unterschrieb nämlich nach der Partie bei Stoke City und wird zukünftig in der Premier League auf Torjagd gehen. Die Engländer überwiesen kolportierte 2,3 Millionen Euro nach Bremen, eine Summe, mit der die meisten Werder-Fans nicht zufrieden sind. Wir wünschen Marko Arnautovic viel Erfolg bei seinem neuen Klub und hoffen auf positive Schlagzeilen aus England. In den nächsten Tagen werden wir analysieren, welche Rolle der Kreativspieler bei seinem neuen Verein einnehmen wird.

Hannover 96 – 1. FSV Mainz 05   4:1

Hannover 96 gewann das Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 deutlich mit 4:1 und stoppte damit den Erfolgslauf der Mainzer, die zum ersten Mal in dieser Saison Punkte abgaben. Julian Baumgartlinger begann im defensiven Mittelfeld und musste zur Halbzeit beim Stand von 2:1 für die Hausherren in der Kabine bleiben, da Trainer Thomas Tuchel mit Maxim Choupo-Moting die Offensive verstärkte. Bis zu seiner Auswechslung absolvierte der Mittelfeldmotor der Mainzer eine eher durchschnittliche Partie, da er nach vorne keinerlei Akzente setzte, aber auch in der Defensive die nötige Durchschlagskraft vermissen ließ.  Er gewann bloß vier seiner zehn Zweikämpfe (40%) und bekam nur selten Zugriff auf die Partie und seine Gegenspieler. Baumgartlinger kam auf 31 Ballkontakte und spielte 28 Pässe, von denen 89% bei seinen Mitspielern landeten. Er lief starke 5,9 Kilometer, fing zwei gegnerische Pässe ab und verlor bei seinen einzigen Dribbelversuch den Ball an einen Gegenspieler. Der kicker gab ihm die Note 4,5, sportal.de bewertete ihn mit einer 3,5. Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte.

www.abseits.at, Stefan Karger


Stefan Karger

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