In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 9. Spieltag 2013/14 (Teil 1)  – Julian Baumgartlinger mit Assist bei 4:1-Niederlage gegen den FC Bayern München

Julian Baumgartlinger (FSV Mainz 05)In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Am 9. Spieltag kam es zum Aufeinandertreffen zwischen dem FC Bayern München und dem 1. FSV Mainz. Während die deutschen Fußballfans gespannt warteten, was sich Thomas Tuchel gegen Pep Guardiola einfallen lassen würde, interessierten sich die österreichischen Zuseher in erster Linie für die Leistungen von David Alaba und Julian Baumgartlinger.

FC Bayern München – 1. FSV Mainz 05   4:1  

Der FC Bayern München bleibt im Jahr 2013 zu Hause in der deutschen Bundesliga weiterhin ohne Punkteverlust, denn der Meister gewann trotz eines Rückstands zur Halbzeit das Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 mit 4:1. Die Mainzer befinden sich nach einem Bilderbuchstart (drei Siege in den ersten drei Runden) auf einer Talfahrt und holten aus den letzten sechs Partien nur einen Punkt, nämlich beim 2:2-Unentschieden gegen Hoffenheim in der Runde zuvor! Den ersten Treffer der Partie erzielte Shawn Parker nach Vorarbeit von Julian Baumgartlinger. Nach der Halbzeit drehten Tore von Arjen Robben, Mario Mandzukic und Thomas Müller (2x) die Partie.

Tuchels Taktik geht im ersten Durchgang voll auf

In der ersten Halbzeit stand 43 Minuten lang nur ein ÖFB-Akteur am Platz, denn Pep Guardiola gönnte David Alaba eine Pause und brachte ihn erst in der 43. Minute für Innenverteidiger Dante ins Spiel. In den verbleibenden Minuten des ersten Durchgangs agierte Alaba im Abwehrzentrum, in der zweiten Halbzeit rückte Diego Contento in die Zentrale und der Österreicher spielte wie gewohnt als linker Außenverteidiger.

Im ersten Durchgang ging Tuchels Taktik voll auf. Der innovative Coach agierte mit einer Fünfer-Abwehrkette gegen die Hausherren, vor der Julian Baumgartlinger und Johannes Geis im defensiven Mittelfeld zum Zug kamen. In der Offensive setzen die Mainzer auf schnelle Konterangriffe über Maxim Coupo-Moting, Nikolai Müller und Shawn Parker. Die Idee hinter der Fünferkette war, dass so einzelne Abwehrspieler bei Ballbesitz, oder beim Pressing leichter herausrücken konnten, ohne dass Schnittstellen in der Abwehr geöffnet werden, die die Bayern bespielen können. Laut kicker wurde diese Idee nach einem Gespräch zwischen Tuchel und Linksverteidiger Junior Diaz geboren. Junior Diaz erreichte am 15. November 2011 mit Costa Rica ein 2:2-Unentschieden gegen Spanien, wobei der Ausgleich des Favoriten erst in der Nachspielzeit fiel. Die Spanier bissen sich ebenfalls lange Zeit ihre Zähne an der Fünferkette aus.

Beim FC Bayern München spielten im ersten Durchgang Diego Contento und Rafinha auf den Außenpositionen der Abwehr-Viererkette, Phillip Lahm agierte wieder im defensiven Mittelfeld und kam dabei auf unglaubliche 148 Ballkontakte, womit er einen neuen Saisonrekord in der deutschen Bundesliga aufstellte. Toni Kroos und Bastian Schweinsteiger spielten vor Lahm, Arjen Robben und Thomas Müller kamen auf den offensiven Flügelpositionen zum Zug, während Mario Mandzukic als Mittelstürmer auflief.

Die Mainzer standen im ersten Durchgang mannschaftlich äußerst kompakt und verhinderten mit hohem Aufwand insbesondere ein gut funktionierendes Flügelspiel des FC Bayern München, auch weil die Offensivspieler Choupo-Moting, Parker und Müller diszipliniert nach hinten arbeiteten und den Spielaufbau der Heimmannschaft erschwerten. Die Idee mit der Fünferkette ging auf, die Mainzer versperrten den Hausherren die Schnittstellen und verhinderten die meisten Abschlussmöglichkeiten. Eine der größten Stärken der Bayern, das Gegenpressing nach Ballverlusten, funktionierte in der ersten Halbzeit zudem nicht, da die Gäste schnell und direkt nach vorne spielten und den Ball im schlimmsten Fall erst in der gegnerischen Hälfte wieder verloren geben mussten. Daraus resultierte, dass die Bayern im ersten Durchgang kein einziges Mal zu einem gefährlichen Abschluss kamen – Keeper Christian Wetklo musste in den ersten 45 Minuten keinen einzigen Torschuss abwehren. Knapp vor der Pause fruchtete einer der Mainzer Konter, nachdem Baumgartlinger einen weiten Ball auf Stürmer Shawn Parker spielte, bei dem sich Boateng schlimm verschätzte. Parker überspielte Torhüter Manuel Neuer und schob den Ball ins leere Tor ein.

Dank Umstellungen drehen die Hausherren die Partie

Durch personelle und taktische Umstellungen bekamen die Bayern in der zweiten Hälfte wieder Zugriff auf die Partie. Schweinsteiger spielte statt Lahm im defensiven Mittelfeld, während Lahm auf die rechte Seite ging und Rafinha ersetzt. Für den Brasilianer kam Mario Götze ins Spiel, der eine hervorragende Partie absolvierte und viele neue Impulse brachte. Auch David Alaba erzeugte im Vergleich zu Contento weit mehr Druck im Spiel nach vorne, war weitaus variabler und erzeugte aufgrund seiner intelligenten taktischen Spielweise Überzahlsituationen am Flügel und im Zentrum. Tuchel hatte auf diese Umstellungen kein Rezept, was er gegenüber der Süddeutschen Zeitung so formulierte: „Hey, das macht Spaß, wir halten ja mit – und dann nimmt er plötzlich Mandzukic raus und stellt Götze vorne rein. Oder die Außenverteidiger, die bei Guardiola weiter innen spielen als früher, spielen plötzlich wieder breiter, dafür rücken die Außenstürmer ein. Dann ändert sich in Sekundenbruchteilen das ganze Spiel. Eben hattest du noch Lösungen – plötzlich hast du keine mehr.“

Die Leistungsdaten der österreichischen Legionäre

Julian Baumgartlinger stand bis zur 67. Minute am Platz und wurde beim Stand von 2:1 für den offensiveren Christoph Moritz ausgewechselt. Bis zu diesem Zeitpunkt lief er starke 9,2 Kilometer, hatte 31 Ballkontakte und spielte 20 Pässe, von denen 80% bei seinen Mitspielern landeten – ein überdurchschnittlicher Wert in dieser Partie, da die Fehlpassquote der Mainzer insgesamt bei 27,76% lag. Besonders in der ersten Halbzeit stopfte er dank seiner starken Laufarbeit viele Löcher und gewann immerhin 7 seiner 14 Duelle (50%). Er machte zwei Tacklings, fing einen gegnerischen Pass ab und setzte sich einmal in einer Eins-gegen-Eins-Situationen per Dribbling gegen einen Bayern-Spieler durch. Abgesehen vom Assist zur zwischenzeitlichen Führung hatte er keine Offensivaktionen. Der kicker gab dem defensiven Mittelfeldspieler die Note 3, sportal.de bewertete ihn mit einer 3,5.

David Alaba war zwar an keinem der vier Treffer direkt beteiligt, schoss aber zweimal aufs Tor, bereitete zwei Torschüsse vor und schlug zwei Flanken. In den 47 Minuten, in denen er am Platz stand, lief er 6,2 Kilometer und kam auf 66 Ballkontakte. Der österreichische Nationalspieler spielte 55 Pässe und überzeugte dabei mit einer hohen Passsicherheit. Insgesamt landeten nur 11% seiner Zuspiele beim Gegner. In der Defensive ließ er ebenfalls nichts anbrennen und entschied fünf seiner sechs Duelle für sich (83,3%). Alaba bekam vom kicker eine 3,5, sportal.de gab ihm die Note 3 – eine Bewertung die seine Leistung besser wiederspiegelt.

Eine ausführliche Analyse der Partie könnt ihr auf spielverlagerung.de lesen!

Hier könnt ihr euch die Highlights des Spiels anschauen:

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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