Im dritten und letzten Teil werden die beiden Aufsteiger und die Mannschaften aus dem unteren Mittelfeld unter die Lupe genommen. Einige dieser Teams werden... Das sind die Underdogs der 2. deutschen Bundesliga

Im dritten und letzten Teil werden die beiden Aufsteiger und die Mannschaften aus dem unteren Mittelfeld unter die Lupe genommen. Einige dieser Teams werden sich im Laufe der Saison wohl im Abstiegskampf wiederfinden. Das Ziel muss dabei geschlossen lauten, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben und möglichst schnell die 40-Punkte-Marke zu erreichen, denn die reichte sogar in der letztjährigen Saison, die sehr turbulent verlief. Aus heimischer Sicht verliert die zweite Liga durch Abstiege drei Legionäre (Vucur, Mwene und Teigl), gewinnt aber mit dem Aufstieg Paderborns einen österreichischen Defensivspezialisten dazu.

FC Heidenheim

Mit blauen Auge kamen die Süddeutschen aus der letzten Spielzeit und wollen heuer natürlich nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Dafür soll zum größten Teil dieselbe Mannschaft sorgen, da nur wenige Spieler den Verein verließen. Neuzugänge konnte der FCH auch vermelden. Hierbei handelt e sich um durchwegs junge Spieler, die sich ihre Sporen im Profifußball verdienen wollen. Mit Dovedan steht auch ein Österreicher im Kader, der sich im Laufe des Frühjahres zu einem regelrechten Torgaranten aufschwingen konnte. Nach einer durchwachsenen Vorbereitungsphase will der FCH vom ersten Spieltag an angreifen. Vorne weg marschieren dürften dabei der Routinier Schnatterer, der unlängst sein zehnjähriges Jubiläum im Verein feierte, welches mit Masken eigentümlich gefeiert wurde und Dovedan, der sich in der Vorbereitung wieder bestens aufgelegt präsentierte.

Prognose: gesichertes Mittelfeld

SG Dynamo Dresden

Das ostdeutsche Sorgenkind der letzten Saison ließ mit einigen starken Transfers aufhorchen und hat die klare Devise, heuer nichts mit dem Kampf um den Klassenerhalt zu tun haben zu wollen. Dafür zu sorgen haben zwei Österreicher, die sich auch in dieser Saison wieder der harten Konkurrenz auf den Offensivpositionen stellen müssen. Dem wendigen Horvath, der in der Rückrunde zum erweiterten Stammpersonal zählte, dürfte dieses Unterfangen gelingen, er steht in der Gunst von Trainer Neuhaus weit oben und darf sich gute Chance auf einen Fixplatz ausrechnen. Anders stehen die Vorzeichen bei Möschl, der die Sommerpause dazu nutzen musste, um sich wieder ins Rampenlicht zu spielen. Seine Auftritte in der Vorbereitung ließen aber bereits erkennen, dass er den Kampf um die „Fixleiberl“ annimmt und im Herbst auf seine Einsatzzeiten kommen möchte. Die Vorbereitung bei Dresden war geprägt von durchschnittlichen Ergebnissen und vielen Rotationen im Kader.

Prognose: gesichertes Mittelfeld

SpVgg Greuther Fürth

Nachdem die Spielvereinigung bis zum letzten Spieltag um den Klassenverbleib zittern musste, will der Stammgast der zweiten Liga in dieser Saison natürlich nichts mit dem Abstiegsgespenst zu tun haben. Dieses Unterfangen sollen einige neue Spieler bewerkstelligen, da sich die Fürther von einigen altgedienten Profis wie Gjasula und Pinter im Sommer trennten. Außerdem verließ der starke Narey den Verein in Richtung HSV. Bei den Neuverpflichtungen durfte man auch in dieser Transferperiode keine großen Sprünge erwarten und so wurden hauptsächlich junge, recht unbekannte Akteure verpflichtet. Mit David Atanga wurde auch ein Offensivmann mit Österreichbezug von RB Salzburg ausgeliehen. Diese Strategie spiegelt die Einkaufspolitik der Fürther der letzten Jahre, wobei hier Coach Buric wohl ein gewichtiges Wort mitreden durfte, der genau mit diesen hungrigen Spielern arbeiten möchte. Der Österreicher im Team, der Defensivspezialist Gugganig, wird auch in dieser Spielserie ein wichtiger Bestandteil für den Fürther Abwehrverbund sein. Unsicher ist bis dato nur, ob er wieder zurück in die Innenverteidigung rutscht oder auf seiner letztjährigen Position auf der „Sechs“ die Fahnen des Kleeblatts hochhält. Alles in allem dürfte aber auch diese Spielzeit für die Franken keine einfache werden.

Prognose: Unteres Mittelfeld

Erzgebirge Aue

Die Sachsen blieben aufgrund des deutlichen Sieges gegen den KSC der zweiten Liga erhalten und wollen heuer natürlich alles daransetzen, die Relegation zu vermeiden und die Liga aus eigener Kraft binnen der 34 Spieltage zu halten. Das Unternehmen Klassenerhalt dürfte aber durchaus schwierig werden, da beinahe die gesamte Offensivreihe den Verein verlassen hatte, allen voran Topscorer Köpke, der den Sprung in die Bundesliga zur Hertha wagt. Diese Abgänge müssen kompensiert werden. Dazu verpflichteten die Auer Rückkehrer Hochscheidt, der die Offensive ankurbeln soll. Außerdem gibt es mit Breitkreuz einen zweiten Rückkehrer, er soll die Defensive stärken. Aus heimischer Sicht liegt der Fokus auf Wydra, der eine eigenartige Saison hinter sich, bei der er zwischen Tribüne, Ersatzbank und Stammspieler pendelte. Auch die Vorbereitung in dieser Saison lässt nicht so ganz schließen, in welche Richtung es für ihn gehen wird. Sicher ist nur, dass der Defensivmann sehr viel Potential besitzt und wenn er dies auf Dauer gewinnbringend einsetzen kann, dann dürfte er wohl gesetzt sein bei Trainer Kvesic. Bei der Rückkehr von Ex-Trainer Tedesco ins schöne Sachsen konnten die Auer ihr letztes Testspiel gegen Schalke 04 mit 1:0 gewinnen. Diesen Schwung wollen die Veilchen natürlich mitnehmen.

Prognose: Platz 18-14

1.FC Magdeburg

Nach langen Jahren in den unterklassigen Regionen des deutschen Fußballs ist Magdeburg endlich in der zweiten Bundesliga angekommen und somit findet sich ein weiterer Verein aus der ehemaligen DDR in der Liga wieder. Die Jungs aus Sachsen-Anhalt stiegen souverän auf und zeigten die ganze Saison über einen effektiven Fußball, bei der sie von den frenetischen Fans zu Spitzenleistungen getrieben wurden. Die Mannschaft wurde im Sommer auf fast allen Positionen verstärkt bzw. ausgebaut. Der Königstransfer des Aufsteigers ist der langjährige Bundesligaprofi Ignjovski, der von Freiburg losgeeist wurde. Mit Jasmin Fejzic konnten sich die Magdeburger außerdem einen starken Torhüter mit einer Unmenge an Zweitligaerfahrung an Bord holen, da er nach dem Abstieg von Braunschweig ohne Verein dastand. Auch beim FCM findet sich ein Leihspieler von RB Salzburg. Mit Mergim Berisha steht bei ihnen ein Stürmer unter Vertrag, der weiß wo das Tor steht und für den der Sprung in die zweite Bundesliga das entscheidende Karrieresprungbrett bedeuten könnte. Die Vorbereitung verlief eigentlich recht positiv, jedoch wurde der letzte Test mit 0:3 gegen den zweiten Aufsteiger aus Paderborn verloren. Trainer Hertel spricht von einem Weckruf zur rechten Zeit, aber das Ergebnis spricht doch Bände, da beide Teams in der finalen Phase der Vorbereitung waren. Die Euphorie in Sachsen-Anhalt ist enorm und so darf man gespannt sein, wie die Magdeburger das Unterfangen Liga Zwei gestalten werden.

Prognose: Platz 18-14

SC Paderborn 07

Die Fahrstuhlmannschaft der letzten Jahre ist zurück in der zweiten Liga, denn die drei Profiligen Deutschlands kamen alle in den Genuss, dass die Paderborner ihnen angehören. Das letzte Jahr liest sich aber wie ein Märchen, denn sportlich waren die Paderborner in der Saison 16/17 bereits aus Liga Drei abgestiegen, in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Am grünen Tisch konnten sie dann aber doch die Liga halten und stiegen dann prompt auf. Wahnsinnsleistung von Trainer Baumgart und seinen Mannen. Für heuer ist Abstiegskampf angesagt, alles andere wäre eine Draufgabe. Für das Unterfangen Ligaverbleib wurde ein altgedienter Innenverteidiger aus England zurückgeholt. Uwe Hühnemeier ist sein Name und er soll der Defensive den nötigen Halt verleihen. Für die Tore sollen der Topscorer aus dem Vorjahr, Sven Michel, und der Neue Offensivmann Ritter sorgen. Eine spannende Kaderzusammenstellung findet sich da in Paderborn, der auch ein Österreicher angehört. Sebastian Wimmer, seines Zeichens defensiver Mittelfeldspieler, war in der letzten Saison meist nur Ergänzungsspieler und dürfte es auch in dieser Spielzeit schwer haben, über die Reservistenrolle hinaus zu kommen. Summa summarum gehen die Paderborner mit einer breiten Brust in die neue Saison, denn nach Testspielsiegen gegen Monaco und Magdeburg stehen die Vorzeichen gut.

Prognose: Platz 18-14

Thomas Schützenhöfer, abseits.at

Thomas Schützenhöfer