Gut, dass sich bisher noch keiner einen speziellen Namen für diese Partie ausgedacht hat. Nichtsdestotrotz ist der Hype um das Duell Erster gegen Zweiter,... Das Topspiel in Deutschland: Bayern München vs. RB Leipzig

_Ralph Hasenhüttl - FC IngolstadtGut, dass sich bisher noch keiner einen speziellen Namen für diese Partie ausgedacht hat. Nichtsdestotrotz ist der Hype um das Duell Erster gegen Zweiter, Rekordmeister gegen Emporkömmling seit Wochen riesig.

Die Ausgangslage

Eigentlich sollte die aktuelle Situation keine unbekannte für die Bayern-Fans sein. Vor den Guardiola-Jahren, die national erfolgreichste Zeit des FC Bayern, kam es schon das ein oder andere Mal vor, dass man vor der Winterpause auf Platz eins der Tabelle stand, aber nicht wusste wie zur Hölle man dort eigentlich hingekommen ist. An den guten Leistungen kann es jedenfalls nicht gelegen haben.

Auch vor dem anstehenden Spitzenspiel gegen RB Leipzig grüßen die Münchner nach 15 absolvierten Spielen mit 36 Punkten, 35:9 Toren und nur einer Niederlage von der Tabellenspitze. Spielerisch überzeugende Auftritte waren jedoch selten dabei – auch wenn vor der Partie gegen Darmstadt ein leichter Aufwärtstrend in dieser Richtung zu sehen war. Der 1:0-Arbeitssieg beim Tabellenletzten markierte aber einen kleinen Rückschritt in der Entwicklung unter Trainer Carlo Ancelotti: die Bayern ließen gegen aufopferungsvoll kämpfende Südhessen Tempo und Zielstrebigkeit in der Offensive sowie die Intensität in den Zweikämpfen vermissen.

Aus dieser Leistung auf die Begegnung am Mittwochabend rückzuschließen ist jedoch nicht zulässig. Der Rekordmeister ist sicherlich erpicht darauf, dem Emporkömmling aus Leipzig zu zeigen, wer der Herr im Bundesliga-Hause ist. Ein zur Schau getragenes Motivationsloch wie gegen Darmstadt, dürfte gegen RB so sicherlich nicht zu erwarten sein.

Leipzigs Sportchef Ralf Rangnick ist vor der Partie in München trotzdem nicht bange: „Wenn wir dort gewinnen wollen, brauchen wir eine Leistung am absoluten Limit. Ich trau‘ uns das aber zu“. Die bisherigen Leistungen in der Hinrunde geben auch allen Anlass zu Optimismus. Zuletzt dominierten die Sachsen den damaligen Tabellendritten Hertha BSC nach Belieben.

Der kleine Dämpfer, in Form der 0:1-Niederlage bei Ingolstadt, hat die Mannschaft nicht aus der Bahn geworfen. Aufgrund ihres intensiven Pressingfußballs ist den Sachsen eine Überraschung bei den Bayern durchaus zuzutrauen.

Hinzu kommt, dass die Mannschaft von Ralph Hasenhüttl nicht nur auf Umschaltfußball zu reduzieren ist. Auch das Spiel mit Ball befindet sich definitiv in ihrem spielerischen Repertoire. Möglicher Nachteil für Leipzig: dem jungen Team fehlt in Sachen große Spiele noch die Erfahrung. Dennoch wird RB wohl eine Menge Selbstvertrauen aus der Tatsache ziehen, dass man aktuell punktgleich mit den großen Bayern ist und sich bereits zehn Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund erspielt hat.

Zahlen und Statistiken

Was von Pep Guardiola auf jeden Fall in München geblieben ist, ist der Ballbesitz: Mit 64,5 Prozent führen die Bayern die Liga in diesem Punkt souverän an. Auch im Bereich Passsicherheit und Schüssen pro Spiel ist der FCB der Liga-Primus. Vor allem eine Passquote von 87 Prozent ist ziemlich beeindruckend.

Leipzig liegt hier mit 73 Prozent nur im unteren Mittelfeld. Bei den Schüssen pro Spiel rangieren die Sachsen ligaweit auf Platz drei, während man in puncto Ballbesitz mit knapp über 50 Prozent im oberen Mittelfeld zu finden ist.

Die Bayern sind zudem auch in Sachen herausgespielter Chancen Spitzenreiter in der Bundesliga. Dahinter, wenn auch mit großen Abstand: RB Leipzig.

Einen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Mannschaften liegt im Durchschnittsalter: vergleicht man die wahrscheinlichen Aufstellungen für das Spiel, liegen die „Roten“ bei knapp 29 Jahren – Leipzig bei 24 Jahren.

Personal & Schlüsselspieler

Einen herben Verlust für die Bayern stellt der Ausfall von Jerome Boateng dar, der nach einer Schulter-OP circa sechs Wochen fehlen wird. Der deutsche Nationalspieler fehlt den Münchnern nicht nur in der Defensive, sondern auch in Sachen Spielaufbau. Dafür dürften Philipp Lahm und Arjen Robben rechtzeitig werden. Obwohl beide Spieler sich mittlerweile im tiefen Herbst ihrer Karrieren befinden, bedeutet ihrer Anwesenheit doch einen signifikanten Anstieg im Leistungsvermögen der Bayern.

Bei Leipzig steht vor dem Spiel gegen die Bayern noch ein großes Fragezeichen hinter dem Einsatz von Naby Keita – wobei es so aussieht als könnte der Mittelfeldspieler wohl nicht spielen. Dieser Ausfall würde die Mannschaft empfindlich treffen, ist der Mann aus Guinea doch das Herz des Leipziger Mittelfelds und eigentlich unersetzlich. Interessant wird zudem zu beobachten sein, wie sich RBs Mann der Stunde, Emil Forsberg, auf der ganz großen Bühne schlägt.

Ein wichtiger Faktor im Spiel könnte Bayerns Xabi Alonso werden – falls er denn überhaupt aufläuft. Obwohl es langsam aber sicher offensichtlich wird, dass der Spanier seine besten Tage hinter sich hat, vertraute Ancelotti auch bisher auf den 35-Jährigen. Vor allem seine nicht vorhandene Pressingresistenz könnte den Münchner zum Verhängnis werden. Zudem ist der in der letzten Saison noch als Aggressiv Leader auftretende Arturo Vidal aktuell ein Schatten seiner selbst; auch das könnten die Leipziger für sich nutzen.

So könnten sie spielen:

Bayern München: Neuer – Lahm, Hummels, Martinez, Alaba – Vidal, Thiago – Robben, Müller, Ribery – Lewandowski

RB Leipzig: Gulasci – Schmitz, Ilsanker, Orban, Bernado – Demme, Kaiser – Sabitzer, Forsberg – Werner, Poulsen.

Ral, abseits.at

Keine Kommentare bisher.

Sei der/die Erste mit einem Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.