Gestern gab die Deutsche Fußball Liga im Rahmen einer Pressekonferenz die Eckpunkte der neuen Ausschreibung der Medienrechte für die Saisonen zwischen 2017/18 und 2021/22... Das Ziel ist die Milliarde: Das neue DFL-Paket im Überblick

Deutsche BUndesliga_abseits.atGestern gab die Deutsche Fußball Liga im Rahmen einer Pressekonferenz die Eckpunkte der neuen Ausschreibung der Medienrechte für die Saisonen zwischen 2017/18 und 2021/22 bekannt. Wir wollen uns ansehen, was sich für die Fußballfans ändern wird.

No Single Buyer Rule

Momentan überträgt der Bezahlsender Sky alle Spiele der ersten und zweiten Bundesliga exklusiv. Das Bundeskartellamt zeigte sich nicht glücklich mit dieser Praxis und forderte für die neue Ausschreibung ein Alleinerwerbungsverbot. Das bedeutet, dass ein Anbieter in Zukunft nicht allein über alle Verbreitungswege hinweg die Rechte für die Spiele der ersten und zweiten deutschen Bundesliga besitzen darf.

Insgesamt 17 Pakete

Ganze 17 Pakete können für die vier Saisonen erworben werden, wobei acht Pakete die Rechte zur Live-Verwertung beinhalten und neun weitere Pakete die zeitversetzte Ausstrahlung ermöglichen. Sollte ein Anbieter die Bestpreise für alle Live-Pakete bezahlen, dann wird aufgrund der Forderung des Bundeskartellamts für die anderen Bieter ein sogenanntes „Over-the-Top-Paket“ zur Verfügung gestellt. Dieses umfasst drei Live-Partien pro Spieltag exklusiv für die Plattformen Web-TV und Mobile. Der Erwerber dieser Rechte darf über diese Kanäle eine Bundesliga-Partie am Samstag und zwei Partien am Sonntag ausstrahlen.

So läuft das Verfahren ab

Die DFL setzt im Vorfeld für jedes einzelne Live-Paket Vorbehaltspreise fest, die nicht öffentlich gemacht werden und den möglichen Bietern auch nicht mitgeteilt werden. Die Vorbehaltspreise werden jedoch dem Bundeskartellamt zur Kontrolle vorweg mitgeteilt. Sollte ein Anbieter in der ersten Bieterrunde den Vorbehaltspreis erreichen oder überschreiten, dann werden ihm die Rechte zugesprochen, wenn das zweithöchste Gebot mindestens 20 Prozent unter dem Höchstgebot liegt.

Ansonsten kommt es zu einer zweiten Bieterrunde, in der die Liga einen sogenannten Reservationspreis festlegt, der ebenfalls nicht öffentlich gemacht wird. Auch hier bekommt wieder das höchste Gebot den Zuschlag, sofern es den Reservationspreis erreicht und 20% über dem zweihöchsten Offert liegt. Sollte dies nicht der Fall sein, wenn beispielsweise mehrere Angebote nah beieinander liegen, dann darf der Ligavorstand ein Angebot selbst auswählen.

Bei den Paketen, die die zeitversetzte Übertragung (Highlights) ermöglichen findet nur eine Bieterrunde statt, die allerdings dem gleichen Prinzip folgt. Das höchste Gebot wird angenommen, wenn der Reservationspreis erreicht wird und der nächste Mitbewerber mehr als 20 Prozent weniger bietet. Auch hier darf der Ligavorstand nach Ermessen ein Angebot selbst auswählen, wenn mehrere Anbieter knapp beieinanderliegen.

Die Änderungen im Spielplan

Es wird auch die eine oder andere Änderung bezüglich der Beginnzeiten geben.  Das zweite Bundesligaspiel am Sonntag startet um 18:00h, statt wie bisher um 17:30h und es werden insgesamt zehn Ausweichspiele pro Saison für die Europacup-Teilnehmer hinzugefügt. Somit wird es fünf zusätzliche Bundesligapartien am Sonntag und fünf Spiele am Montag mehr geben. Diese zehn Partien finden in jedem Fall an den neu festgelegten Spieltagen statt, unabhängig davon, wie die deutschen Europacup-Teilnehmer in den internationalen Bewerbsspielen abschneiden, was viel Kritik der deutschen Fußballfans nach sich zog. Die fünf zusätzlichen Sonntagsspiele werden um 13:30h angepfiffen, die Montagsspiele starten um 20:30h. Da die Montags-Beginnzeit bisher einer exklusiven Partie aus der 2. Liga gehörte, wird diese fünf Mal pro Saison auf den Samstag verschoben. In der zweiten Bundesliga gibt es daneben noch eine weitere Änderung, denn eines der drei Freitagsspiele wird auf ebenfalls auf Samstag gelegt. Diese Partie wird um 13 Uhr starten.

Weiters wird die Anzahl der englischen Wochen in der obersten Spielklasse reduziert. In Zukunft werden die Spieler statt vier Mal pro Woche nur zwei Mal unter der Woche eine Meisterschaftspartie bestreiten.

Ziele und Erwartungen

In der laufenden Saison kassiert die Deutsche Fußball Liga aus den nationalen Verwertung der Medienrechte 663 Millionen und aus der internationalen Verwertung noch einmal 154 Millionen Euro. In der kommenden Spielzeit, die die letzte unter dem alten TV-Vertrag sein wird, steigen die Gesamteinnahmen noch einmal um 18 Millionen Euro.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert will hinter der Premier League die Nummer zwei in Europa bleiben und erhofft sich deshalb Einnahmen, die die Milliardengrenze zum ersten Mal überschreiten werden. Alle Pakete sollen noch vor dem Start der Europameisterschaft vergeben werden.

Stefan Karger, abseits.at

Stefan Karger