Nach jedem Spieltag der deutschen Bundesliga fassen wir für euch die Ereignisse zusammen. Wir verraten euch, was dieses Wochenende alles geschah. Bayern und Dortmund... Der 13. Spieltag in Deutschland: Leipziger Wahnsinn und ein schwarzgelbes Traumduo

BundesligaNach jedem Spieltag der deutschen Bundesliga fassen wir für euch die Ereignisse zusammen. Wir verraten euch, was dieses Wochenende alles geschah.

Bayern und Dortmund mit Leistungssteigerungen

Die Kritik an seinen harschen Äußerungen über die Leistung seiner Mannschaft nach der Niederlage gegen Frankfurt, nötigte Dortmunds Trainer Thomas Tuchel wohl dazu, seinen Spielern öffentlich eine sehr gute Trainingswoche zu bescheinigen – was durchaus als Drohung in Richtung des krisengeschüttelten Gegners Borussia Mönchengladbach gewertet werden konnte. Eine Drohung, der die schwarzgelbe Borussia beim furiosen 4:1-Erfolg auch sportliche Taten folgen ließ. Zunächst jedoch erlitt die Dortmunder Aufbruchsstimmung einen herben Dämpfer: der wiedergenesene Raffael besorgte bereits in der sechsten Minute das 1:0 für die Gäste aus Gladbach. Der BVB blieb jedoch unbeeindruckt und drehte das Ergebnis innerhalb von neun Minuten durch die Tore von Pierre-Emerick Aubameyang und Lukasz Piszczek. In der Folge hatte die Dortmunder die Partie fest im Griff. Vor allem Marco Reus und Ousmane Dembele nahmen die hilflos wirkende Gladbacher Defensive reihenweise auseinander. Falls Reus endlich über einen längeren Zeitraum fit bleiben sollte, entsteht hier vielleicht ein neues schwarzgelbes Traumduo. Nach Vorlage von Reus erzielte der junge Franzose dann auch das 3:1, während Aubameyang – ebenfalls nach einem Traumzuspiel von Reus – für den Endstand sorgte. Was dieser Sieg für die Dortmunder schlussendlich Wert sein wird, werden die beiden nächsten schweren Auswärtsspiele in Köln und Hoffenheim zeigen.

Im empfehlenswerten Bayern-Blog „Mia san rot“ erschien unter der Woche ein Beitrag mit dem Tenor, dass die Zeiten unter Guardiola und die damit einhergehende taktische Überlegenheit der letzten Jahre erst einmal vorüber ist. Time to move on, hieß in dem Artikel. Vor allem in der ersten Halbzeit beim 3:1-Erfolg über Mainz, bekam man dann auch gleich einen Eindruck, zu was der FC Bayern auch unter dem neuen Trainer Carlo Ancelotti fähig sein könnte. Thomas Müller wirbelte wie in den vergangenen Jahren und lieferte eine starke Partie ab; zwar blieb dem Münchner weiterhin ein Treffer verwehrt, trotzdem war er so gut wie allen gefährlichen Aktionen der Bayern beteiligt. Überragend auch Arjen Robben, der einen Treffer per Kopf erzielte, und Doppeltorschütze Robert Lewandowski. Die zweite Halbzeit lieferte aber erneut Anlässe zur Kritik. Ein wenig überraschend zogen sich die bis dato in allen Belangen überlegenen Münchner zurück und überließen den Mainzern öfters den Ball; am Aufrechterhalten des spielerischen Drucks muss also noch gearbeitet werden. Die Rheinhessen gingen zwar mit 1:0 durch Jhon Cordoba in Führung, hatten den Bayern dann aber anschließend nicht viel entgegenzusetzen. Eine Ballbesitzquote von 72 Prozent zu 28 Prozent zu Gunsten des Rekordmeisters spricht da eine deutliche Sprache.

Leipzig bleibt Tabellenführer

In einem intensiven und – zumindest in der ersten Halbzeit –  hochklassigen Spiel, behielt RB Leipzig auch gegen Schalke 04 die Oberhand. Der 2:1-Heimerfolg der Sachen markierte zugleich den achten Bundesligasieg in Folge. Ein Wahnsinn, was derzeit in Leipzig abgeht. Mit einem wahnsinnigen (da ist das Wort wieder) Tempo lief das Team von Ralph Hasenhüttl die Schalker im Pressing an und setzte die königsblaue Defensive gleich zu Beginn der Partie permanent unter Druck. Fast folgerichtig fiel auch das 1:0 für Leipzig per Foulelfmeter durch Timo Werner (Einzelheiten dazu unter „Unsportlichkeit des Spieltages“). Die „Knappen“ mussten sich nach dieser schier atemlosen Anfangsphase etwas schütteln und fanden anschließend über ihre Physis zurück ins Spiel. Wenn man in Bezug auf Schalke über Physis redet, darf der Name Sead Kolasinac natürlich nicht fehlen. Dieser wurde im Laufe der Partie zu so etwas wie einer tragischen Figur. Erst erzielte er den 1:1 – Ausgleich, nur um kurz nach Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit per Eigentor seinen Verein endgültig auf die Verliererstraße zu bringen. In einer etwas zerfahrenen Schlussphase passierte dann nicht mehr viel und so kam RB zu einem nicht unverdienten Sieg. Leipzig bleibt damit Tabellenführer der deutschen Bundesliga, während Schalkes Aufholjagd erstmal gestoppt ist.

Short Notes

Wagner-Days in Hoffenheim: Mit zwei Toren beim deutlichen 4:0-Heimerfolg seiner Hoffenheimer  gegen den 1. FC Köln, war Sandro Wagner der Spieler des Spiels. Mit einigen Aktionen am Rande der Legalität, schwingt sich der polarisierende Neuzugang obendrein immer mehr zum Aggressiv Leader der Kraichgauer auf. Letztendlich fiel der Sieg für Hoffenheim aber etwas zu hoch aus, da die Geißböcke an diesem Tag einfach viel Pech im Abschluss hatten. Die weiteren Treffer für die TSG erzielten Jeremy Toljan und Mark Uth.

Sehr glücklicher Bremer Sieg: Dank einer starken Leistung von Finn Bartels gelang den Bremern im Abstiegskampf beim 2:1 über den FC Ingolstadt ein echter Big Point. Jedoch waren die „Schanzer“ mehr als gleichwertig, nutzten aber ihre zahlreichen guten Gelegenheiten nicht. Nach dem 1:0 von Werder durch Max Kruse gelang Markus Suttner zwar der Ausgleich Ingolstadt, Bartels krönte jedoch anschließend seine Leistung mit dem 2:1-Siegtreffer.

Düstere Aussichten für Valerien Ismael und Wolfsburg: Auch VfL – Sportvorstand Klaus Allofs musste nach der erneuten Heimniederlage gegen Hertha BSC eingestehen, dass der Trainerwechsel von Dieter Hecking zu Ismael nicht den gewünschten Erfolg brachte. Wie wenig Selbstbewusstsein derzeit in der Mannschaft vorhanden ist, belegt die Tatsachen, dass man trotz zweimaliger Führung am Ende mit 2:3 als Verlierer vom Platz ging. Zudem musste der Torschütze zum zwischenzeitlichen 2:1, Paul Seguin, nach einer Gelb-Roten-Karte vorzeitig den Platz verlassen. Das 1:0 erzielte der Spanier Borja Mayoral. Für die abgezockten Berliner trafen Marvin Plattenhardt, Alexander Esswein und Salomon Kalou, der in der Nachspielzeit bei einem Foulelfmeter die Nerven behielt.

Hamburg meldet sich zurück: Mit dem ersten Sieg in der laufenden Saison gelang dem bis lang so enttäuschenden HSV beim 2:0 in Darmstadt ein erster Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Dieser Sieg war auch bitte nötig, um den Anschluss an den Relegationsplatz nicht zu verlieren. Ob der SVD diesen Platz noch lange halten kann, ist mehr als fraglich, stellte diese verdiente Heimniederlage doch die fünfte Pleite in Folge da. Die Tore für die Norddeutschen erzielten Michael Gregoritsch und Matthias Ostrzolek (erstes Bundesligator).

Zahlen und Fakten zu den restlichen Partien

Bayer Leverkusen 1:1 SC Freiburg

Janik Haberer erzielt beim 1:1 des SC Freiburg in Leverkusen sein erstes Bundesliga-Tor.

Leverkusen blieb im dritten Spiel in Folge sieglos. 17 Punkten nach 13 Spieltagen sind Bayers schwächste Ausbeute seit zehn Jahren.

Freiburg spielte erstmals in dieser Saison unentschieden und beendete damit seine Negativserie von drei Niederlagen in Folge.

Leverkusen verschoss auch den vierten Strafstoß dieser Bundesliga-Saison, zum zweiten Mal in Person von Chicharito.

Hakan Calhanoglu traf im zweiten Spiel in Folge und bringt es nun schon auf mehr Saisontore (vier) als in der kompletten vergangenen Spielzeit (drei).

FC Augsburg 1:1 Eintracht Frankfurt

Der FC Augsburg ist erstmals in dieser Saison und damit auch erstmals unter Dirk Schuster vier Spiele in Folge ungeschlagen geblieben (ein Sieg und zuletzt drei Remis). Eintracht Frankfurt ist sogar seit sieben Bundesliga-Spielen ungeschlagen (vier Siege, drei Remis); das ist die längste Serie seit mehr als sechs Jahren.

Branimir Hrgota traf erstmals seit dem 22. Februar 2015 wieder in der Bundesliga (damals für Mönchengladbach beim 1:1 in Hamburg). Insgesamt war es sein achtes Bundesliga-Tor, erstmals traf Hrgota per Weitschuss. Auch Dong-Won Ji traf zum achten Mal in der Bundesliga und erstmals aus der Distanz.

Frankfurt hat nun 25 Punkte auf dem Konto; an den ersten 13 Spieltagen sammelte die Eintracht nur ein Mal noch mehr Zähler, vor 23 Jahren waren es umgerechnet sogar 30.

Unsportlichkeit des Spieltages

Timo Werner: Werner stürmt mit vollem Tempo in den Schalker Strafraum, S04-Keeper Fährmann kommt aus seinem Tor, versucht den Ball zu bekommen, Werner nimmt dies als Einladung, um spektakulär den sterbenden Schwan zu mimen. Alle im Stadion haben gesehen, was nur dem Schiedsrichter – Duo verborgen blieb: klare Schwalbe, nie und nimmer Elfmeter. Leider hat aber in so einem Fall der Referee das letzte Wort und so verwandelte Werner nach seiner krassen Unsportlichkeit zum 1:0. Sympathiepunkte sammelt der ohnehin schon stark polarisierende RB Leipzig so sicherlich nicht.

Ral, abseits.at

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