Die zweite Liga ist dicht gedrängt; die Mannschaften im Mittelfeld befinden sich binnen weniger Punkte. Mit einer kleinen Siegesserie kann man schnell den Anschluss... Die Rückrunde in der 2. Deutschen Liga: Plätze 7-12

Die zweite Liga ist dicht gedrängt; die Mannschaften im Mittelfeld befinden sich binnen weniger Punkte. Mit einer kleinen Siegesserie kann man schnell den Anschluss an die Spitzenpositionen herstellen, jedoch ist bei schlechter Punkteausbeute für all diese Mannschaften der Abstiegskampf allgegenwärtig.

MSV Duisburg

Der MSV spielte eine grundsolide Hinrunde und steht zu Recht auf Platz sieben der Tabelle. Gegen Ende hin kamen die Duisburger so richtig in Fahrt und erzielten vier Siege aus den letzten sechs Begegnungen. Aufgrund der Abgänge von den Offensivleuten Bröker und Brandstetter wurde ein Kaderplatz frei, der mit dem Österreicher Gartner gefüllt wurde. In der Vorbereitung war man in im sonnigen Spanien zu Gast, wo man im letzten Test ein beachtliches 2:2-Unentschieden gegen Beijing Guoan erringen konnte. Zu Beginn der neuen Spielzeit stehen dem MSV drei Mannschaften bevor, die allesamt hinter ihnen liegen in der Tabelle. Zum Auftakt kommt es zum kleinen Revierderby gegen Bochum und danach geht es gegen Heidenheim und Darmstadt.

Die Österreicher: Christian Gartner, der ehemalige Düsseldorfer, war seit Sommer vereinslos und trainiert seit November zur Probe beim MSV. Zum Jahreswechsel entschied man sich dort, den jungen Legionär unter Vertrag zu nehmen und er bekam seitdem schon einiges an Einsatzzeit in Vorbereitung. Von Vereinsseiten hört man, dass man ihm Zeit geben will und er eine Investition für die Zukunft ist. Dennoch stellt er sich als sofortige Hilfe dar, denn man merkte ihm bereits im ersten Testspiel seine Ballsicherheit, sein Spielverständnis und seinen Offensivdrang positiv an.

SV Jahn Regensburg

Der Jahn aus Regensburg darf ebenfalls sehr zufrieden sein mit dem achten Tabellenrang. Der Aufsteiger verpflichtete den Stürmer Hamadi Al Ghaddioui aus Lotte, der sich in den Tests schon treffsicher zeigte. Ansonsten gab es keine Veränderungen beim Jahn, einzig im Vorstand kam es zu Personalrochaden. Das Auftaktprogramm hat es in sich für die Regensburger, denn in den ersten drei Spielen treffen sie auf Nürnberg, Ingolstadt und Kiel. Trotz der guten Hinrunde könnten sie durch drei mögliche Niederlagen zu Beginn schnell in den Abstiegsstrudel geraten. Um diesem Szenario entgegen zu wirken, bereitete sich die Mannschaft von Achim Beierlorzer gut vor und setzte mit einem 5:1-Sieg im letzten Test gegen Liefering ein positives Signal.

Die Österreicher: –

Arminia Bielefeld

Die letzten drei Begegnungen im Herbst standen symptomatisch für die Halbsaison der Arminia, denn einem Kantersieg folgten zwei Niederlagen. Mit Platz neun können die Mannen von der Alm aber gut leben. Aufgrund der prekären finanziellen Lage (z.B. der Tribünenbau war doppelt so teuer als veranschlagt) war in Bielefeld von Notverkäufen (Vogelsammer und Klos) die Rede, dieses Szenario konnte aber abgewendet. Einzig der enttäuschende Sporar wurde abgegeben. Außerdem befindet sich Stürmer Klos nach wie vor im Fokus von Braunschweig. Positiv hingegen sind die Vertragsverlängerungen der Leistungsträger Schütz und Prietl. Zu Beginn der Rückrunde haben sie die Nachzügler aus Fürth vor der Brust. Obwohl der letzte Test gegen Essen mit 0:2 gehörig in die Hose ging, sind die Jungs von Coach Saibene guter Dinge, dass der Frühjahrsbeginn glücken wird.

Die Österreicher: Auch im letzten Test standen Kerschbaumer und Prietl (Vertrag bis 2021 verlängert) in der Startelf und die beiden dürften ihre Stammleiberl fix haben. Nach anfänglichen Wechseln zwischen Bank und Startelf hat sich Kerschbaumer auf der linken Seite seinen Platz erobert und zahlte seinem Coach zuletzt das Vertrauen mit mehreren Torbeteiligungen zurück. Der laufstarke Prietl hingegen spielte eine sehr solide Hinserie, wobei er kaum Ausreißer nach oben oder nach unten zu verzeichnen hatte. Die Beiden sind aufgrund ihrer Leistungen gemeinsam mit drei vier weiteren Stützen hauptverantwortlich für den guten Herbst.

FC St. Pauli

Die Kiezkicker gingen sehr ambitioniert in die Saison, enttäuschten aber auf ganzer Linie und konsolidierten sich erst nach dem Trainerwechsel unter Neo-Coach Kauczinski wieder. Am Transfermarkt war es recht ruhig, einzig das Talent Verlinden wurde von Stoke ausgeliehen, wobei die Rückkehr des langzeitverletzten Zierreis ebenfalls einen halben Neuzugang darstellt. In Hamburg hofft man auf Besserung im Offensivsektor, denn die Stürmer enttäuschten bis dato. Zum Start empfangen die Paulianer den Tabellennachbarn aus Dresden. Weitere Gegner zu Beginn sind Darmstadt und Heidenheim; ein machbares Auftaktprogramm also. Im letzten Test trennte man sich mit einem 1:1-Unentschieden von Bochum und man darf gespannt sein, wie die erste Elf der Hamburger aussehen wird, denn in der Vorbereitung konnten sich einige Leute beweisen, wie etwa der wenig berücksichtigte Schoppenhauer.

Die Österreicher: –

SG Dynamo Dresden

Ein Wechsel aus Licht und Schatten war die Hinrunde für die Ostdeutschen, die sich erst mit neun Punkte aus den letzten vier Spielen so halbwegs aus der Affäre ziehen konnten. Am Transfermarkt wurde man aktiv und so konnte mit Innenverteidiger Franke ein alter Bekannter zurück nach Dresden gelotst werden. Im Gegenzug dazu verließ der undisziplinierte Markkanen den Verein. Trainer Neuhaus spricht von einer spannenden Frühjahrssaison, warnt aber zugleich davor, dass es auch brenzlig werden könnte. Zu Beginn geht es gegen den Zehnten St. Pauli, wobei das Spiel unter keinem guten Vorzeichen steht, denn die Dynamo hat den letzten Test mit einer 1:4-Niederlage gegen Mlada Boleslav gehörig vergeigt.

Die Österreicher: Für Patrick Möschl begann die Saison ganz gut, er war anfangs gesetzt, bekam viel Spielzeit und zeigte dabei ganz ordentliche Leistungen. Im Laufe der Saison wurde er aber eher zum Joker degradiert und kann sich nach der Vorbereitung wieder berechtigte Hoffnungen auf mehr Einsatzzeit machen. Der junge Sascha Horvath wurde leider immer wieder von kleinen Verletzungen ausgebremst und kam so noch nicht über die Reservistenrolle hinaus. Dennoch sind seine Anlagen absolut stark, wie er bei seinen vielen Kurzeinsätzen schon unter Beweis gestellt hat. Im letzten Test, bei dem Möschl erkrankt fehlte, stand Horvath sogar in der Startelf. Die Konkurrenz für die Beiden ist groß, aber mit etwas Spielglück und dem vorhandenen Ehrgeiz befinden sie sich auf deinem guten Weg in Richtung viel Spielzeit.

VfL Bochum

Ein turbulente Halbserie liegt hinter dem VfL, der deutlich hinter den Erwartungen blieb. Zwei Trainerwechsel und die Suspendierung des Kapitäns schlugen sich auf die Leistung der Mannschaft und so steht man nur knapp über dem Strich auf Rang 12. Die Mannen aus dem Pott verloren nur einmal in den letzten sieben Spielen und befinden sich mittlerweile wieder auf einem guten Weg. Mit Ochs von der TSG Hoffenheim konnten sie einen starken Transfer erzielen, denn der Junge bringt ganz ordentliche Anlagen mit und verfügt bereits über Bundesligaerfahrung. Ebenfalls blieb Kapitän Bastians an Bord; sein China-Wechsel zerschlug sich. Der letzte echte Test endete mit einem 1:1 gegen St. Pauli. Danach verloren die Bochumer, hierbei aber Großteils nur die Reservisten, mit 0:2 gegen Aachen. Die Form stimmt noch nicht zu 100% und so darf man gespannt sein, wie der VfL in die Saison startet. Mit Duisburg, Bielefeld und Dresden haben sie zu Beginn drei Mannschaften vor der Brust, die allesamt in Schlagdistanz sind.

Die Österreicher: Der „aggressive leader“ und Spielmacher des VfL ist ganz klar Kevin Stöger, der im Herbst teilweise herausragende Partien gezeigt hatte. Seine Entwicklung zeigt steil nach oben, seine Standards sind immer gefährlich (mehrere Torbeteiligungen) und er ist äußerst laufstark. Sein einziges Manko ist seine Hitzköpfigkeit, die ihm im Herbst eine längere Sperre eingebracht hatte. Im Sturm ist Lukas Hinterseer gesetzt und konnte schon einige Tore erzielen. Für seine Anlagen ist aber eindeutig noch Luft nach oben und wenn er bei Bochum ganz in die Spur findet, dann werden sie noch viel Freude am laufstarken und torgefährlichen Offensivmann haben.

Thomas Schützenhöfer, abseits.at

Thomas Schützenhöfer

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