Mit dem Spiel Hamburger SV gegen Holstein Kiel startet am Freitag die Spielzeit 2018/19 in der zweiten deutschen Bundesliga. Eine der großen Fragen vor... Die zweite deutsche Bundesliga startet in die neue Saison!

Mit dem Spiel Hamburger SV gegen Holstein Kiel startet am Freitag die Spielzeit 2018/19 in der zweiten deutschen Bundesliga. Eine der großen Fragen vor dem Anpfiff: Wie schlägt sich der HSV in der Zweitklassigkeit? Und wie stehen die Chancen für die Teams der insgesamt 17 Österreicher in der 2. Liga?

Gleich die Auftaktbegegnung zwischen dem HSV und Holstein Kiel birgt eine gewisse Brisanz, wechselte der vorherige Holstein-Geschäftsführer Ralf Becker im Sommer doch nach Hamburg, wo er nun die Funktion des Sportvorstandes einnimmt. Mit Trainer Markus Anfang mussten die Kieler auch die zweite prägende Figur ihrer sensationellen letzten Saison, als der Aufsteiger erst in der Aufstiegsrelegation am VfL Wolfsburg scheiterte, zu einem Bundesliga-Absteiger ziehen lassen; Anfang ist nun Cheftrainer des 1. FC Köln.

Daher wird es für das Team mit dem Österreicher Mathias Honsak zunächst vor allem darum gehen, sich nach dem großen personellen Aderlass in der 2. Liga zu etablieren. Die Hamburger und der „Effzeh“ hingegen wollen das Unterhaus so schnell es geht wieder Richtung Bundesliga verlassen. Die Euphorie unter den Anhängern beider Klubs ist groß – beide Vereine verkauften 25.000 Dauerkarten. Es wird sicherlich jedoch etwas an Zeit brauchen, bis sich der HSV und die Kölner an den physischeren Spielstil in der 2. Liga gewöhnt haben.

Der HSV stellt dabei den jüngsten Kader (Altersschnitt: 22,9 Jahre), hat aber gleichzeitig die größte Erstliga – und Länderspielerfahrung in Liga zwei. Was jedoch zum Nachteil werden könnte: Nur die Spieler von Aufsteiger Magdeburg haben weniger Partien in der 2. Liga absolviert, als die des HSV. Zudem plagen die Norddeutschen momentan noch große Sorgen in der Abwehr. Falls die Hamburger zudem die ersten beiden Spiele gegen Kiel und beim SV Sandhausen mit Stefan Kulovits nicht gewinnen sollten, dann könnte es rund um den Verein schon früh ungemütlich werden.

Auch die Kölner brauchen mit Louis Schaub schnell Erfolgserlebnisse, um die derzeitige gute Stimmung nicht ins Gegenteil umschlagen zu lassen. Dafür sorgen soll mit Jonas Hector ein aktueller deutscher Nationalspieler und WM-Teilnehmer.

Während der Kölner Erzrivale Fortuna Düsseldorf nun in der Bundesliga spielt, es also zu keinem Rhein-Derby kommt, wird das Hamburger Stadtduell zwischen dem HSV und FC St. Pauli die Anhänger beider Lager in Hochstimmung versetzen. Nach der enttäuschenden letzten Saison, will der Kiezklub wieder den Blick in die höheren Gefilde der Tabelle werfen.

Dies wollen auch der VfL Bochum und der FC Ingolstadt. Bei den Bochumern war in der letzten Saison Lukas Hinterseer mit 14 Treffern der erfolgreichste Schütze. Er ist zudem der beste Torjäger aus der vergangenen Saison, der in der Liga geblieben ist. Ingolstadt stellt mit drei Spielern – Konstantin Kerschbaumer, Thorsten Röcher und Marco Knaller – das größte Österreich-Kontingent.

Zu den ambitionierteren Vereinen gehört auch Union Berlin. Bei den Köpenickern hat Christopher Trimmel vor der Saison Felix Kroos als Kapitän abgelöst. Mit Christoph Schösswendter macht sich zudem ein zweiter österreichischer Defensivspieler Hoffnung auf Einsätze. Die machen sich auch Sascha Horvath und Patrick Möschl, die in der Offensive von Dynamo Dresden in direkter Konkurrenz zueinander stehen. Bei Dynamo ist es das vorrangige Ziel, die Klasse auch in dieser Saison zu halten. Der an einem Burn-Out erkrankte Manager Ralf Minge kehrt nach einer viermonatigen Pause rechtzeitig zum Saisonstart zurück.

Manuel Prietl spielte mit Arminia Bielefeld eine überraschend starke letzte Saison – am Ende landeten die Ostwestfalen auf Platz vier. Eine ähnlich hohe Platzierung wäre erneut eine echte Sensation. Für Lukas Gugganig (SpVgg Greuther Fürth) und Dominik Wydra (Erzgebirge Aue) geht es wohl vom ersten Spieltag an darum, die nötigen Punkte gegen den Abstieg zu sammeln.

Das gilt auch für Sebastian Wimmer und Aufsteiger SC Paderborn, die in den letzten Jahren eine Achterbahnfahrt durch die ersten drei deutschen Profiligen unternahmen. In der Spielzeit 2013/14 stieg das Team des damaligen Trainers Andre Breitenreiter sensationell in die 1. Bundesliga auf, musste im folgenden Jahr aber als Tabellenletzter wieder runter in Liga zwei, nur um darauf in die 3. Liga durchgereicht zu werden. Einen neuerlichen Abstieg in die Regionalliga verhindert nur der Zwangsabstieg des TSV 1860 München. In der letzten Saison gelang jedoch die Rückkehr in Liga zwei.

Dieses Auf und Ab erinnert an den Werdegang des SV Darmstadt 98, der sich 2013 nur aufgrund der Insolvenz der Kickers Offenbach in der 3. Liga halten konnten, dann aber bis in die Bundesliga durchmarschierten, sich dort zwei Jahre halten konnten und in der letzten Saison erst am letzten Spieltag den Abstieg in die 3. Liga verhinderte. Die beiden unsteten Vereine treffen dabei am ersten Spieltag der neuen Saison gleich aufeinander.

Ein weiteres Team-to-watch ist der 1. FC Magdeburg, der zu DDR-Zeiten zu den erfolgreichsten Vereinen in Ostdeutschland zählte und 1974 im Finale gegen den AC Milan sogar den Europapokal der Pokalsieger holte. Nach dem Fall der DDR ging es jedoch steil bergab und so gibt der FCM in dieser Saison sein Debüt in der 2. Liga.

Nikola Dovedan (1. FC Heidenheim) und Christian Gartner (MSV Duisburg) werden mit ihren Vereinen auf eine ruhige Saison im Tabellen-Mittelfeld hoffen.

Ral, abseits.at