Schon letztes Jahr nahmen wir in der Winterpause die interessantesten Spieler des deutschen Unterhauses unter die Lupe. Dem Großteil von ihnen gelang der Sprung... Ein Blick ins deutsche Unterhaus: Das waren die Topspieler der Herbstsaison 2012/2013 (Teil 2)

Schon letztes Jahr nahmen wir in der Winterpause die interessantesten Spieler des deutschen Unterhauses unter die Lupe. Dem Großteil von ihnen gelang der Sprung in die Eliteliga unseres Nachbarlandes. Auch heuer stellt abseits.at wieder die besten Spieler der zweiten deutschen Bundesliga vor, unter denen neben verheißungsvollen Talenten auch Spätstarter und Zweitliga-Evergreens zu finden sind.

Im ersten Teil nahmen wir die Defensivspezialisten Timo Horn, Ermin Bicakcic und Dominique Heintz sowie Herthas Spielmacher Ronny unter die Lupe. In diesem Artikel folgen die letzten drei Spieler, wobei vor allem die beiden Erfolgsgaranten von Eintracht Braunschweig im Fokus stehen.

Dennis Kruppke

Mittelfeld | 32 Jahre | Eintracht Braunschweig

Kapitän des Überraschungsteams aus Braunschweig ist Dennis Kruppke. Der 32-Jährige wechselte Anfang 2008 zu den „Löwen“ nachdem er sich beim SC Freiburg nicht durchsetzen konnte. Die Blau-Gelben aus Niedersachsen führte der torgefährliche Mittelfeldspieler aus der Regionalliga Nord bis an die Tabellenspitze der zweiten Bundesliga und würde den Braunschweigern auch in der ersten Liga erhalten bleiben. „Braunschweig ist in den vergangenen Jahren zu meiner zweiten Heimat geworden. Daher freue ich mich, weiterhin Teil dieser Mannschaft und mit der Eintracht erfolgreich zu sein“, sagte Kruppke nachdem er seinen Vertrag vorzeitig bis 2015 verlängerte. In 163 Spielen traf der Leithammel immerhin 55 Mal, von denen etliche entscheidenden Charakter hatten. Alleine in der laufenden Saison sorgte er fünfmal für das 1:0 und erzielte in den engen Partien gegen Paderborn und Regensburg jeweils den Siegtreffer.

Die Winterpause empfindet Kruppke mit gespaltenen Gefühlen: „Nach so vielen kräftezehrenden Spielen brauchen wir auch einmal eine Pause. Aber aufgrund unseres Laufes tut es auch einen kleinen Tick weh, dass wir pausieren müssen.“ Zwar will er nicht allzu weit in die Zukunft schauen, dennoch wäre es für den einst Gescheiterten eine Genugtuung, es über die Hintertür Regionalliga bis ins Oberhaus geschafft zu haben. „Generell ist es für jeden Fußballer ein Traum, in der Bundesliga zu spielen. Aber wir wissen, dass wir noch viele Spiele bestreiten müssen“, erklärte er in einem Interview. „Bei der Drei-Punkte-Regel ist vieles möglich. Das haben wir im vergangenen Jahr erfahren müssen, als wir viele Punkte haben liegen lassen. Das wollen wir natürlich in dieser Saison besser machen.

Domi Kumbela

Sturm | 28 Jahre | Eintracht Braunschweig

Ebenso wie Kruppke wechselte auch der zweite wichtige Leitungsträger im Team von Thorsten Lieberknecht im Jänner 2008 zu den „Löwen“: Domi Kumbela. Auch der gebürtige Kongolese graste zahlreiche Unterhaus-Klubs ab, wechselte gleich nach dem Frühjahr 2008 zum SC Paderborn um nach der Zwischenstation Rot-Weiss Ahlen im Jahr 2010 wieder zur Eintracht zurückzukommen. Zur wenig ruhmreichen fußballerischen Karriere gesellten sich auch Negativschlagzeilen abseits des Rasens dazu. Im November 2005 wurde er wegen Konsums von Cannabis beim 1.FC Kaiserlautern entlassen, 2007 wurde er wegen „bandenmäßiger Verabredung zum gewerbsmäßigen Betrug“ zu einer Geldstrafe verurteilt. Zudem schlug er im gleichen Jahr seine schwangere Frau, wofür er 14 Monate Haft auf Bewährung aufgebrummt bekam.

Es ist ’ne Sache, die in der Vergangenheit liegt, das ist für mich kein Thema mehr“, versichert Kumbela heute. Auch sportlich ging es seit seinem zweiten Engagement in Braunschweig bergauf, was 40 Tore in 100 Spielen belegen. „Domi hat von mir bewusst mehr Verantwortung im sportlichen Bereich für das Team bekommen. Dies hat ihm aber auch geholfen, persönlich zu reifen“, sagt Coach Lieberknecht. Das Attribut „Spätstarter“ trifft auf den 28-jährigen Kumbela nicht nur auf die Karriere zu, sondern auch auf die aktuelle Saison. Bis zum zwölften Spieltag hatte der 173cm kleine Stürmer erst zwei Treffer auf dem Konto, aktuell führt der Nord-Sportler des Jahres 2011 mit 12 Toren und drei Vorlagen die Scorer-Wertung an.

Mohamadou Idrissou

Sturm | 32 Jahre | 1.FC Kaiserslautern

Auch Mohamadou Idrissou kann nach mittlerweile über zwölf Jahren in Deutschland und acht verschiedenen Vereinen einige kuriose Geschichten erzählen. Beim SC Freiburg galt der Kameruner zu den beliebtesten Spielern, ehe er es sich 2010 mit seinen Mitspielern verscherzte, als er ihnen die Klasse absprach und sich selbst in die Champions League redete. Aus dem kolportierten Wechsel zum FC Schalke 04 wurde schließlich nichts, woraufhin sich die SCF-Fans mit Schmähgesängen revanchierten. „Idrissou spielt Champions League, auf PS3, die ganze Nacht, von zwölf bis acht“, hallte es beim Gastspiel von Borussia Mönchengladbach durchs Stadion. Die Elf vom Niederrhein steckte damals bekanntlich in einer tiefen Krise, ehe sie sich im Jahr darauf rehabilitierten und letzte Saison auf Platz vier stürmten.

Diesen Weg konnte Idrissou nicht mehr mitgehen, da Lucien Favre nicht auf ihn setzte und er zum damaligen Absteiger Eintracht Frankfurt wechselte. Mit 14 Toren in 26 Spielen hatte der 32-Jährige einen großen Anteil am Wiederaufstieg der Hessen, doch anstatt wieder in der Bundesliga auf Torjagd zu gehen, zog der Wandervogel zum 1.FC Kaiserslautern weiter. Auch dort ist der 41-fache Internationale ein Erfolgsgarant, denn knapp ein Drittel aller Tore der roten Teufel wurden von ihm erzielt. Zum letzten Mal netzte Idrissou allerdings am 13. Spieltag, womit auch die Pfälzer hadern. Zu stark sind sie von ihm und seinem Sturmpartner Albert Bunjaku abhängig. Die letzten drei Spiele wurden allesamt „zu Null“ verloren, wodurch der FCK den Anschluss an die Spitze verlor.

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

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