Der letzte Spieltag in Liga Zwei hatte wieder einiges zu bieten. Beim Krisengipfel in der Pfalz konnte sich ein Team souverän aus der Affäre... Erster Sieg: Philipp Mwene hilft Kaiserslautern aus dem Keller

Der letzte Spieltag in Liga Zwei hatte wieder einiges zu bieten. Beim Krisengipfel in der Pfalz konnte sich ein Team souverän aus der Affäre ziehen und der Kampf um die vorderen Plätze ist weiterhin von Überraschungsmannschaften geprägt. Aus heimischer Sicht ein durchwachsenes Wochenende, wobei es den ein oder anderen Lichtblick gab. Dies und mehr soll im Folgenden geschildert werden, wobei auch der vorangegangene 8. Spieltag immer wieder durchleuchtet wird.

Trainereffekt in Kaiserslautern

Freitagabend trafen die Kellerteams der Liga, Kaiserslautern und Fürth, am Betzenberg aufeinander. Die Roten Teufel konnten sich dabei souverän mit 3:0 durchsetzen und übergaben die rote Laterne ins Frankenland. Mwene und Vucur durften über die gesamte Spielzeit mitwirken und zeigten ihrem Neo-Coach Jeff Strasser eine starke Leistung. Vor allem Mwene, der im 3-4-3-System den rechten Flügel mimte, lief unermüdlich nach vorne und bereitete ein Tor, wenn auch etwas glücklich, vor. Sein Spiel war geprägt von einem hohen Tempo und einem unverkennbaren Zug zum Tor. Außerdem schlichen sich kaum Fehler in sein Spiel ein und er zeigte sich stark verbessert hinsichtlich der Vorwoche.

Auch Vucur machte seine Sache gut und ging kompromisslos in die Zweikämpfe. Nachdem er am letzten Spieltag erst zur Pause eingewechselt wurde, stand er diese Woche wieder in der Anfangsformation und dankte es seinem Trainer mit dieser starken Leistung. Bei den Franken hingegen hängt der Haussegen kräftig schief und Coach Buric muss sich dringend etwas überlegen. Lukas Gugganig rutschte das erste Mal seit Wochen wieder in den Kader, kam aber zu keinem Einsatz.

Im zweiten Freitagsspiel bezwang Ingolstadt im Absteiger-Duell die Mannen aus Darmstadt mit 3:0. Knaller saß dabei wie gewohnt auf der Bank.

Die Störche sind weiter im Höhenflug

Am Samstag konnte Union Berlin mit 2:1 in Aue gewinnen und setzte damit seinen Aufwärtstrend fort, den sie letzte Woche mit einem 5:0 gegen K`lautern eingeleitet haben. Trimmel kam in beiden Partien über die volle Distanz zum Einsatz, konnte aber gegen Aue nicht ganz an seine Form aus der Vorwoche anschließen. Dennoch zeigte er eine engagierte Leistung, bei der er in Defensive solide stand, offensiv aber kaum Akzente setzte. Ebenso schlichen sich einige Fehlpässe in sein Spiel ein, nichts desto trotz ist er aus dem starken Berliner Kollektiv nicht mehr weg zu denken.

Hosiner, der in der Vorwoche noch zu einem Kurzeinsatz kam, wurde gegen Aue nicht in die Partie gebracht. Gspurning und Schösswendter standen bei beiden Spielen nicht im Kader. Auf der anderen Seite spielte Wydra eine starke Partie, bei er eine gute Tormöglichkeit vorfand, in der Spieleröffnung sehr präsent und präzise agierte und im Zweikampf äußerst konzentriert zu Werke ging. Einziger Wehmutstropfen sind die fehlende Abstimmung bei den Gegentreffern, wobei hier die gesamte Abwehr schlecht aussah. Ebenso wie beim Heimsieg gegen Sandhausen letzte Woche ist der Abwehrchef omnipräsent im Spiel seines Teams und ist der Leitwolf in der Abwehr.

Nürnberg musste eine bittere Heimniederlage einstecken und verlor gegen Bielefeld mit 1:2. Bei den Franken stand Margreitter erstmals wieder im Kader und wurde in den Schlussminuten in die Partie gebracht, konnte den Umschwung aber nicht mehr bringen. Jäger saß wie gewohnt nur auf der Bank. Auf Seiten der Bielefelder startete Prietl im zentralen Mittelfeld und bestätigte seine starke Form der letzten Wochen. Als „Aggressive-Leader“ im Zentrum geht er in jeden Zweikampf, hält seinen Mitspielern die Räume frei und begeht kaum Fehler im Passspiel. Gegen Nürnberg fand er sogar eine Torchance auf die Vorentscheidung vor, er verzog jedoch. Kerschbaumer kam gut 15 Minuten vor dem Ende der Begegnung ins Spiel und sorgte für den Lucky Punch, als er einen abgefangenen Ball ins linke Eck hämmerte. Die beiden Legionäre von der Alm spielen bis dato eine gute Saison und tragen wesentlichen Anteil am erfolgreichen Spiel der Bielefelder.

Im dritten Samstagsspiel gewann Kiel gegen harmlose Bochumer mit 3:0. Bei den Gästen stand Stöger, der letzte Woche brillierte, seine Mannschaft zum Sieg führte und ins Team der Runde gewählt wurde, nicht im Kader, da er seine erste Gelb-Sperre abzusitzen hatte. Hinterseer stand erneut in der Startformation, hatte aber kaum Bindung ans Spiel und fand keine einzige Torchance vor. Schwache Vorstellung von ihm, wobei natürlich gesagt werden muss, dass er nur wenig Unterstützung aus dem Mittelfeld vorfand. Bei den Kielern saß Hoheneder nur auf der Ersatzbank.

Sonntag beinahe ohne Legionäre

St. Pauli kam in Braunschweig zu einem wichtigen 2:0-Auswärtssieg und beißt sich somit im ersten Tabellendrittel fest. Die Gastgeber aus Braunschweig hinken ihren Ansprüchen weiterhin hinterher.

Ohne den verletzten Kulovits kam der SV Sandhausen zu einem 2:0-Heimsieg gegen den Aufsteiger aus Regensburg. Sandhausen liegt tabellentechnisch weiterhin voll im Soll, für den Jahn ist hingegen schon früh in der Saison klar, dass sie den Abstiegskampf annehmen müssen.

Nikola Dovedan stand wie gewohnt in der Startelf seines Teams aus Heidenheim, welches zu Hause mit 1:2 gegen Dresden verlor. Wie schon in der Vorwoche, beim Unentschieden gegen Sandhausen, zeigte er sich äußerst engagiert und lauffreudig. Im Abschluss agierte er jedoch etwas unglücklich und er hatte Probleme mit der robusten Hintermannschaft der Dresdner. Aus Dresdner Sicht verbrachte Horvath das gesamte Spiel auf der Bank; Möschl kam in Minute 93 ins Spiel. Die beiden Dresden-Legionäre kamen auch in der Vorwoche zu keinem Einsatz. Ihre Aktien in der Gunst von Trainer Neuhaus könnten aber schon bald steigen, denn mit Aosman steht ein Offensivakteur kurz vor einem Wechsel. Dafür könnte ein alter Bekannter aus der österreichischen Bundesliga bald seine Kickerstiefel in Sachsen schnüren; Lukas Rotpuller soll zeitnah verpflichtet werden, da er zurzeit vereinslos ist.

Düsseldorfer Machtdemonstration und Fazit

Am Montagabend konnte Düsseldorf im Niederrhein-Derby Duisburg mit 3:1 besiegen. Die Elf von Coach Friedhelm Funkel lacht daher weiterhin von der Tabellenspitze und kann beruhigt in die Länderspielpause gehen. Für die Duisburger hingegen besteht Aufholbedarf in den nächsten Wochen, denn mit ihren acht Zählern aus neun Partien sind sie alles andere als optimal in die Saison gekommen.

Philipp Mwene ist ganz klar der Legionär der Runde. Letzte Woche noch von Union verprügelt, stieg er mit seinem Team wie der Phönix aus der Asche und beendete den Negativlauf seiner Mannschaft. Nach einer kurzen Phase, in der er unter Ex-Trainer Meier nicht zum Stammpersonal gezählt hatte, fand der Kilometerfresser auf der rechten Seite wieder zurück zu alter Stärke. Auch Vucur zeigte eine gute Leistung. Ebenfalls ansprechende Darbietungen lieferten Prietl, Wydra und Trimmel. Dovedan war zwar engagiert, wirkte aber sehr glücklos das gesamte Spiel über. Kerschbaumer, der eingewechselt wurde, stand zwar nicht lange am Feld, sicherte seinem Team aber mit seinem Treffer den Sieg. Möschl und Margreitter kamen zu Kurzeinsätzen, konnten aber nichts bewegen. Schlecht lief es hingegen nur für Hinterseer, der einen ganz schwachen Auftritt ablieferte. Knaller, Gugganig, Jäger, Hosiner, Hohenender und Horvath saßen das gesamte Spiel über auf der Bank. Gspurning, Schösswenter, Derflinger und Stöger standen aus unterschiedlichen Gründen nicht im Kader ihrer Mannschaften.

Thomas Schützenhöfer, abseits.at

Thomas Schützenhöfer

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