In den kommenden Tagen starten die Bundesligavereine in ihre Rückrundenvorbereitungen, unter anderem auch die „Borussen-Klubs“. Borussia Dortmund, unter den Fittichen von Kulttrainer  Jürgen Klopp... Junge Trainergeneration mischt die Bundesliga auf – ein Blick auf die Arbeit von Tuchel und Klopp

In den kommenden Tagen starten die Bundesligavereine in ihre Rückrundenvorbereitungen, unter anderem auch die „Borussen-Klubs“. Borussia Dortmund, unter den Fittichen von Kulttrainer  Jürgen Klopp träumt nach der Hinrunde berechtigterweise wieder vom Meistertitel, aufgrund des hervorragenden zweiten Platzes nach der ersten Hälfte der Saison. Der FSV Mainz 05 hingegen, gecoacht von Teenie-Trainer Thomas Tuchel, versucht vergeblich an die Leistungen aus der Vorsaison anzuknüpfen und muss sich mit akuten Abstiegssorgen auseinandersetzen. Trotz allem bewiesen beide Vereine in der Vergangenheit ein glückliches Händchen bei der Trainerwahl. Sie passen beide mit ihren Philosophien zu ihren Vereinen und garantieren den sportlichen Erfolg. Aber auch andere Klubs, wie Hoffenheim, Kaiserslautern oder der Hamburger SV setzten auf die Dienste junger, hungriger Trainer und lassen die Erfolge in unbefleckten Händen wachsen.

Thomas Tuchel

Thomas Tuchel hat schon im jungen Alter von 24 seine Profikarriere  beim  SSV Ulm beendet und wechselte 2000 auf die Trainerbank. Gefördert wurde er von seinem ehemaligen Trainer Ralf Rangnick. Als seinen Mentor bezeichnete er aber, den 2009 verstorbenen Hermann Badstuber, der Vater des Bayern-Verteidigers Holger Badstuber. Über die Stationen Stuttgart (Nachwuchstrainer),  Augsburg (Jugendkoordinator) und Mainz 05 (U19-Trainer) bekam er die Aufgabe zuteil die erste Mannschaft des Karnevalsvereins zu betreuen.  Er beerbte Jörg Andresen, der aufgrund ausbleibender Erfolge und internen Unstimmigkeiten entlassen wurde. Indirekt aber tritt er in die Fußstapfen von Jürgen Klopp, der viele Jahre das Zepter beim Karnevalsverein schwang.  Viele Experten sprachen ihm eine gewisse Ähnlichkeit zu Jürgen Klopp zu und erwarteten auch dementsprechend viel von ihm. Tuchel ließ den „Klopp-Kult“ schnell hinter sich. Der junge akribische, taktisch versierte Trainer, der auch auf die Fähigkeiten zweier Österreicher setzt (Julian Baumgartlinger und Andreas Ivanschitz), formte in nur kürzester Zeit eine schlagkräftige Mannschaft die sich in der Bundesliga halten konnte und sich am Ende der Saison überraschenderweise am 5.Tabellenplatz wiederfand, und die damit verbundene Qualifikationschance für die Europa League heraussprang.  Er machte das „gallische Dorf der Liga“ zu einem ernst zu nehmenden Gegner in der Bundesliga, der immer wieder für Überraschungen gut war.

Der FSV musste im Sommer aber schwere Rückschläge in der Kaderplanung hinnehmen.  Leistungsträger wie Christian Fuchs, Lewis Holtby und André Schürrle wurden abgeworben, was die Alarmglocken bei den Mainzer Verantwortlichen läuten ließen.

In der aktuellen Saison hinken die Mainzer den Erwartungen hinterher, was sich am aktuellen Tabellenstand wiederspiegelt. Der Mannschaft fehlen das Quäntchen Glück und der letzte Siegeswille aus dem Vorjahr.

Aber Thomas Tuchel sitzt bei den „05ern“ fest im Sattel und darf in aller Ruhe seine hervorragende Arbeit weiterführen. Früher oder später kehrt der Erfolg zu den Mainzern zurück und sie dürfen noch weitere Jahre in der höchsten deutschen Spielklasse verbringen. Natürlich mit Thomas Tuchel als Chefcoach!

Jürgen Klopp

Jürgen Klopp führt seinen „Dortmunder Kindergarten“ in der vergangenen Saison zum überraschenden Meistertitel in der deutschen Bundesliga. Der BVB musste in den vergangen Spielzeiten, aufgrund von Misswirtschaft, viel Geld einsparen, dadurch auf hochkarätige Neuzugänge verzichten und auf den eigenen Nachwuchs bauen. Um das neue Projekt ins Laufen zu bringen, verpflichteten sie damals Jürgen Klopp vom FSV Mainz 05 als Trainer. Mit seiner Hilfe soll den Dortmunder Zusehern wieder ansehnlicher Fußball geboten werden.  Jürgen Klopp bewies in Mainz was in ihm als Trainer steckt. Der Umgang mit jungen Persönlichkeiten fiel ihm leicht und er formte in kürzester Zeit eine konkurrenzfähige Elf für die Spielzeit 2010/11. Mit Spielern wie Sahin, Kagawa, Götze und Großkreutz entwickelte er eine Einheit, die unbändigen Siegeswillen ausstrahlte und auf jedes Spiel taktisch perfekt eingestellt war. Er formte rund um Kapitän Nuri Sahin eine junge hungrige Mannschaft und versuchte dem Dortmunder Publikum ein Offensivspektakel zu bieten. Das gelang ihm auch und die Borussia Dortmund war nach der Hinrunde die Überraschungsmannschaft schlechthin, aber niemand redete vom Meistertitel (außer der „Durch-und-Durch-Dortmunder“ Kevin Großkreutz, der selbst vor einigen Jahren noch auf der Südtribüne stand und Dede, Koller und Co zum Sieg peitschte). Wochen später, standen die Schwarz-Gelben überraschenderweise noch immer am Platz an der Sonne und ließen sich diesen auch nicht mehr nehmen.

Nach ausgiebigen Feiern und langen Nächten starteten die Dortmunder die Mission „Champions League“. Im Sommer mussten die Dortmunder Verantwortlichen Nuri Sahins Abgang zu Real Madrid verkraften und holten Ilkay Gündogan als adäquaten Ersatz.

Von Beginn an merkte man der jungen Mannschaft und auch dem Trainer Jürgen Klopp an, dass die gewisse Abstimmung in der Mannschaft noch fehlte und die Leichtigkeit und Spielfreude der Vorsaison noch nicht automatisiert wurde. „Kloppo“ vertraute trotz allem seinem Stammkader und veränderte nur die taktische Ausrichtung. Er ließ Lewandowski als einzige Spitze auftreten und sicherte die Defensive mit zwei „Staubsaugern“ ab. Neben Sebastian Kehl agierte meistens der junge Bender.

Nach dem unglücklichen Ausscheiden in der Champions League, lag im letzten Abschnitt der Hinrunde die Konzentration auf der Meisterschaft und dem DFB-Pokal. Die Dortmunder sind im Pokalbewerb noch im Rennen und kämpfen in der deutschen Meisterschaft mit dem großen FC Bayern auf Augenhöhe um die Schale. Dem Verein ist bewusst, wem sie diese Erfolge verdanken können. Die Wurzel der hervorragenden Arbeit bei den Schwarz-Gelben liegt eindeutig in der Hand des sympathischen Trainers Jürgen Klopp. Und mit der Verpflichtung von Marco Reus im Sommer 2012 legten sie den nächsten großen Schritt um auf die Dauer konkurrenzfähig zu bleiben.

Klopp und Tuchel in Zukunft beim DFB?

…oder sichert sich der FC Bayern München in naher Zukunft die Dienste von einem der beiden jungen Trainerfüchse in der Bundesliga?

Auch Jogi Löw prophezeite Jürgen Klopp und Thomas Tuchel eine rosige Zukunft im Trainerbusiness. Er holte sogar so weit aus, dass er durchaus einen potentiellen Nachfolger in den beiden  für seinen momentanen Posten als Bundestrainer sieht. „Klopp und Tuchel können auf ihre Weise auch die deutsche Nationalmannschaft führen, ganz klar“, sagte Löw in einem Interview mit der „FAZ“.

Jürgen Klopp und Thomas Tuchel strahlen vor allem bei Interviews und Pressekonferenzen die nötige Souveränität und Sympathie aus. Dass beide ein enorm ausgereiftes taktisches Gefühl besitzen, ist unbestritten. Die Frage ist, ob Thomas Tuchel schon so weit ist, dass er eine Mannschaft führen kann, die mit Weltstars geschmückt ist und Jahr für Jahr um Titel mitspielen muss?

Auf der anderen Seite ist Jürgen Klopp der Chefposten beim Ligakrösus FCB durchaus zuzutrauen. Er bringt die nötige Erfahrung und Leidenschaft mit und kann mit seinen Kenntnissen im taktischen Bereich und seinen modernen Trainingsmethoden überzeugen.

Aber auch andere aufstrebende junge Trainer darf man nicht aus dem Blickfeld verlieren. Vergessen wir nicht Holger Stanislawski, Robin Dutt, Marco Kurtz oder Thorsten Fink.

(Daniel Rózsa)

Daniel Rózsa

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