Der FC Bayern München hat auch dieses Jahr souverän das Double eingesackt. Die Dominanz des Rekordmeisters ist dabei erdrückend und schadet letztlich der gesamten... Kommentar: Her mit der Super League!

Der FC Bayern München hat auch dieses Jahr souverän das Double eingesackt. Die Dominanz des Rekordmeisters ist dabei erdrückend und schadet letztlich der gesamten Bundesliga. Ein Kommentar.

Um die Dominanz des FC Bayern München in der deutschen Bundesliga anschaulich zu machen, wird gerne einmal das –mittlerweile etwas abgedroschene – Kinder-Beispiel bemüht. Das geht so: Ein 2013 geborenes Kind hat in seinem bisherigen Leben noch keinen anderen deutschen Meister gesehen, als eben den FC Bayern. Denn seit der Saison 2012/13 reckten jedes Jahr aufs Neue die Spieler des Rekordmeisters die Meisterschale in den Himmel. Den Sieg im DFB-Pokal gab es zumeist obendrauf.

Echte Spannung im Kampf um den Titel geht der Bundesliga seit dem regelmäßig ab; meist standen die Münchner frühzeitig als Meister fest. Auch heuer lagen am Ende satte 13 Punkte zwischen dem Ersten und dem Zweitplatzierten Borussia Dortmund. Zusätzlich haben die Bayern in dieser Spielzeit unglaubliche 100 Tore erzielt.

So sehr die Leistungen der Bayern einem Respekt abringen, so sehr muss man sich auf der anderen Seite Sorgen um die Attraktivität der Liga machen. Denn wer begeistert sich schon auf Dauer für Etwas, bei dem das Ergebnis Jahr für Jahr im Vorhinein feststeht?

Und sein wir doch einmal ehrlich: Nur unerschütterliche Optimisten mit einem Hang zur Realitätsverweigerung glauben wohl daran, dass sich an diesem Zustand auf absehbare Zeit noch  etwas ändern könnte. Realisten sehen eher den quasi uneinholbaren Vorsprung, den die Bayern in Sachen Finanzen gegenüber der Konkurrenz haben. Geld schießt eben doch Tore.

Dieser Vorsprung ist den Münchnern nicht in den Schoß gefallen – dass in der bayerischen Landeshauptstadt seit mittlerweile Jahrzehnten gute Arbeit geleistet wird, daran bestehen keine Zweifel. Dabei profitieren die Bayern aber auch von einem System, welches die Reichen im Profifußball massiv begünstigt und noch reicher werden lässt – sei es auf der nationalen oder internationalen Ebene.

Da sich an den gegebenen Verhältnissen trotz Corona auf lange Sicht vermutlich nichts ändern wird, gibt es bei nüchterner Betrachtung eigentlich nur zwei Möglichkeiten, die Dominanz der Bayern zu brechen: 1. der gesamte Verein sabotiert sich in einem noch nie gesehenen Ausmaß selbst (sehr unwahrscheinlich) oder 2. der FC Bayern verlässt die Bundesliga.

Das die Pläne für eine europäische Super League längst nicht mehr nur Gedankenspiele sind, waberte bereits mehrfach durch die Presselandschaft. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wird sich naturgemäß mit Händen und Füßen dagegen wehren, ihr größtes Zugpferd zu verlieren. Doch müsste man sich nicht eingestehen, dass die Dominanz der Bayern dem Produkt Bundesliga letztlich mehr schadet als nutzt?

Das Rennen um die Meisterschaft, es wäre mit der Abwesenheit der Bayern wieder offener. Ein offener, und damit auch spannender, Kampf um den Titel würde der Attraktivität der Bundesliga sicher nicht schaden. Und vielleicht noch wichtiger: der Hang zu Fatalismus und Lethargie, der vielen das Dasein als Fan der Bundesliga erschwert, könnte verschwinden.

Und abgedroschene Illustrationen der Bayern –Dominanz müssten dann auch nicht mehr bemüht werden.

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