Wie jede Woche blicken wir auf die Leistungen unserer Legionäre in Deutschlands höchster Spielklasse. Wer darf mit dem vergangenen Spieltag zufrieden sein, wer wird... Lazaro und Grillitsch treffen – Laimer und Kainz spielen sich fest

Wie jede Woche blicken wir auf die Leistungen unserer Legionäre in Deutschlands höchster Spielklasse. Wer darf mit dem vergangenen Spieltag zufrieden sein, wer wird sich steigern müssen?

RB Leipzig 2:1 FC Bayern München

Der Überraschungs-Coup der Leipziger gegen den designierten Meister FC Bayern war am Ende hoch verdient. RB präsentierte sich über die gesamte Dauer des Spiels als die bissigere, leidenschaftlichere Mannschaft, wohingegen der Rekordmeister nach dem frühen 1:0 durch Sandro Wagner (12.) die Partie im Autopilot für sich zu entscheiden versuchte. Leipzig bestrafte diese fast schon arrogante Haltung der Münchner durch Naby Keita (37.) sowie Timo Werner (56.), der zunächst auf der Bank saß, aber bereits nach zehn Minuten für den verletzten Marcel Sabitzer eingewechselt wurde. Gerade Werner bekam die Bayern-Defensive nicht in den Griff.

Konrad Laimer wollte in diesem Spiel offensichtlich unbedingt beweisen, dass er in bei seinem Verein in Zukunft eine tragende Rolle spielen kann. Er wirkte dabei bis unter die Haarspitzen motiviert und eroberte gleich viermal den Ball. In der Offensive bereitete er gleich drei Torschüsse der Kollegen vor und kreierte eine Großchance. Er gewann zudem fünf seiner sieben Tacklings und setzte sich bei zwei Dribblings durch. Mitte der zweiten Hälfte tauchte er sogar einmal frei vor dem Bayern-Tor auf, konnte daraus aber nichts Gewinnbringendes fabrizieren. Stefan Ilsanker kam dieses Mal als zentraler Verteidiger zum Einsatz und rieb sich in vielen Zweikämpfen auf, von denen er aber nur die Hälfte für sich entscheiden konnte. Ganz stark: Ilsanker kam gleich auf sieben klärende Aktionen, wobei die Passquote mit 66 Prozent ausbaufähig ist.

David Alaba erwischte wie der Rest seiner Kollegen einen eher gebrauchten Tag. Ungewohnt für Alaba: er kam nur auf eine Passquote von 78 Prozent und gewann nur 40 Prozent seiner Zweikämpfe. Dazu gesellten sich zwei Ballverluste. Auch offensiv war er kein echter Faktor.

FC Augsburg 1:3 SV Werder Bremen

Vor allem aufgrund einer starken Offensivleistung sicherte sich Bremen den so wichtigen Auswärtsdreier und verabschiedete sich damit wohl endgültig aus dem Abstiegskampf. Nachdem der überragende Ishak Belfodil (5., 40.) die 2:0-Halbzeitführung besorgte, kam Augsburg im zweiten Durchgang durch einen Treffer von Rani Khedira wieder zurück ins Spiel. Michael Gregoritsch vergab danach die große Chance auf den Ausgleich, als er bei einem direkten Freistoß seinen berühmten linken „Schlegel“ auspackte, aber an Werder-Keeper Jiri Pavlenka und dem Pfosten scheiterte. Max Kruse beendete die zwischenzeitliche Bremer Zitterpartie mit dem 3:1 in der 82. Minute.

Florian Kainz gab wie schon in der letzten Woche die Vorlage zu einem Treffer und war mit drei Torschüssen sowie zwei Vorlagen zu solchen einer der Aktivposten im Bremer Spiel. Eine Zweikampfquote von 75 Prozent war ebenfalls stark. Nicht erst mit dieser Leistung hat sich Kainz in der ersten Elf festgespielt. Zlatko Junuzovic hingegen wurde erst in der 63. Minute eingewechselt und gab danach noch einen Torschuss ab. Das war bereits das zweite Mal in Folge, dass der etatmäßige Kapitän zu Beginn des Spiels nur auf der Bank saß. Marco Friedl kam in der 85. Minute für Kainz und half nur noch beim Verwalten des Sieges.

Auf Seiten der Augsburger erwischte Martin Hinteregger wie der Rest der Defensive keinen guten Tag. Hinteregger hatte zwar die zweitmeisten Ballkontakte auf dem Platz, gewann aber nur 38 Prozent seiner Zweikämpfe sowie 25 Prozent seiner Luftduelle. Michael Gregoritsch gab zwar drei Torschüsse ab, war aber ansonsten nicht gut ins Spiel der Fuggerstädter eingebunden. Eine Passquote von 80 Prozent ist für einen Stürmer aber sehr ordentlich. Kevin Danso fehlt weiterhin verletzungsbedingt.

Kurz notiert:

Julian Baumgartlinger konnte beim 0:2 von Bayer Leverkusen im Rhein-Derby gegen den 1. FC Köln seine starke Leistung vom letzten Wochenende nicht bestätigen und wurde bereits zur Halbzeit ausgewechselt. Eine Passquote von 87 Prozent war erneut gut, wohingegen eine Zweikampfquote von nur 50 Prozent nicht berauschend war.

Valentino Lazaro konnte beim 2:1-Auswärtserfolg von Hertha beim Hamburger SV eine gute Leistung dieses Mal mit einem Tor krönen; in der 56. Minute traf er dabei zum so wichtigen Ausgleich. Insgesamt gab er zwei Torschüsse ab, bereitete drei weitere vor und kreierte zwei Großchancen.

Florian Grillitsch wird für die TSG Hoffenheim immer wichtiger. Der defensive Mittelfeldspieler zeigte auch beim 3:3 bei Borussia Mönchengladbach eine gute Leistung und hätte mit seinem Treffer zum 3:2 in der 73. Minute fast das Tor des Tages erzielt. Ansonsten gewann er gute 67 Prozent seiner Zweikämpfe, fing drei Bälle ab und entschied fünf seiner sechs Tacklings für sich. Stefan Posch stand nicht im Kader.

Guido Burgstaller zeigte beim 1:0-Erfolg von Schalke 04 in Wolfsburg erneut, dass sein Wert für das Team nicht nur von eigenen Abschlüssen abhängt – denn er selbst gab nur einen Torschuss ab, der aber nicht den Weg auf das Gehäuse fand. Aber, Burgstaller legte drei Torschüsse auf und kreierte zwei Großchancen. Jedoch konnte er keinen einzigen Zweikampf für sich entscheiden – weder am Boden noch in der Luft. In der 80. Minute war sein Arbeitstag mit der Auswechslung beendet. Alessandro Schöpf kam nicht zum Einsatz.

Karim Onisiwo startete bei der 0:3-Niederlage des FSV Mainz 05 gegen Eintracht Frankfurt auf der Position des rechten Außenverteidiger. Er gewann dabei immerhin 59 Prozent seiner Zweikämpfe, brachte aber nur 68 Prozent seiner Pässe an den Mann. Zudem verlor er gleich sechsmal den Ball, gewann aber immerhin die Hälfte seiner Dribblings.

Martin Harnik fehlte Hannover 96 beim 0:1 in Dortmund aufgrund von Krankheit.

Ral, abseits.at