Valentino Lazaro ist seit Jahren eines der bekanntesten österreichischen Fußball-Talente. Der im Jahr 1996 geborene Grazer durchlief die GAK-Nachwuchs, sowie auch die RB-Salzburg-Akademie. Bei... Legionärs-Check: Wie sich Valentino Lazaro bei der Hertha entwickeln wird

Valentino Lazaro ist seit Jahren eines der bekanntesten österreichischen Fußball-Talente. Der im Jahr 1996 geborene Grazer durchlief die GAK-Nachwuchs, sowie auch die RB-Salzburg-Akademie. Bei Red Bull spielte er insgesamt sechs Jahre, bis er diesen Sommer zu Hertha BSC wechselte. Die Hauptstädter liefern seitdem Pal Dardai Cheftrainer ist soliden Fußball und konstante Ergebnisse. Wir blicken nun auf Lazaros Chancen, das Hertha-System im Allgemeinen und wie der Neuzugang, der lange Zeit aufgrund eines Außenbandanrisses im Sprunggelenk pausieren musste,  dazu passen könnte.

Das Hertha-System

Unter Pal Dardai spielen die Berliner meist in einer 4-4-2 oder einer 4-2-3-1-Formation. Im zentralen Mittelfeld rotiert man hier recht flexibel und kann bisweilen einen sauberen, gut ausgespielten Aufbau sehen. Skjelbred, Stark, Darida, Lustenberger und Stocker sorgen je nach taktischer Ausrichtung für einen stabilen, vornehmlich flach ausgeführten Aufbau. Durch Ablagen von Ibisevic und die vertikalen Läufe der schnellen Flügelstürmer soll Dynamik entfacht werden. Hier besitzt man einiges an Talent: Salomon Kalou, Sinan Kurt, Alexander Esswein, Matthew Leckie sind die nominellen Flügelstürmer. Dazu gehört nun auch Valentino Lazaro und mit Abstrichen Mitchell Weiser, der aber öfters als Rechtsverteidiger eingesetzt wird. Im Pressing versuchen die Herthaner mit konsequent ausgeführten Mannorientierungen stets auf Zugriff bedacht zu sein, ohne dabei allzu intensiv zu agieren. Oft führt man das Pressing im 4-4-2 aus, die Mitte wird verstellt und durch simple Pressingtrigger sind die Außenspieler die ersten, die das Pressing initiieren.

Lazaros Chancen und seine potentielle Rolle

Valentino Lazaro agierte unter Oscar García als Allrounder. Nicht nur in der Offensive, wo er auf beiden Flügelseiten eingesetzt wurde, sondern auch in der Defensive, wo er die Rolle des Rechtsverteidigers einnahm. Dies tat er so gut, dass seine Leistungen auf dieser Position zu Nationalteam-Nominierungen führten. Rechtsverteidiger, oder auch rechter Wingback in einem System mit Fünfer- oder Dreierkette, ist wohl seine stärkste Position. Lazaro ist schnell, sehr ausdauernd und stark im Dribbling. Er agiert dabei aber recht einseitig. So ist die rechte seine deutlich bevorzugte Seite. Spielt er auf links, zieht er meist in die Mitte, spielt er auf rechts, so sucht er fast immer den Weg zur Grundlinie. Zwar sehen seine Dribblings immer sehr spektakulär aus, zumeist nutzt er aber seine Schnelligkeit. Er versucht die Gegner auszubalancieren, um dann auf seine bevorzugte Seite zu gehen. Man sieht bei ihm nur selten, dass er freie Räume sucht und in diese hineindribbelt –  Messi ist hier das Paradebeispiel für diese Art von Dribblings. Durch seine Polyvalenz erhöht er jedoch seine Einsatzchancen, da er wie gesagt auf den Flügeln sehr flexibel einsetzbar und verlässlich ist. Durch die Vielzahl an Konkurrenz in der Offensive, und dem herausragenden Mitchell Weiser als Rechtsverteidiger, wird es sicher nicht leicht sich durchzusetzen. Man darf jedoch nicht vergessen, dass Lazaro erst 21 Jahre alt ist und noch viel Zeit hat sich weiterzuentwickeln.

David Goigitzer, abseits.at

David Goigitzer