Beide Vereine erlebten eine turbulente Sommerpause. Trotzdem kamen Wolfsburg und Dortmund gut aus den Startlöchern. Eine Partie, die Tore satt verspricht. VfL Wolfsburg Nach... Match of the Day: VfL Wolfsburg vs. Borussia Dortmund

zoom_wolfsburgBeide Vereine erlebten eine turbulente Sommerpause. Trotzdem kamen Wolfsburg und Dortmund gut aus den Startlöchern. Eine Partie, die Tore satt verspricht.

VfL Wolfsburg

Nach vielen größeren und kleineren Problemen in der Sommerpause, kursierten bereits die schlimmsten Befürchtungen im Hinblick auf das sportliche Abschneiden der Wölfe in dieser Saison. Doch siehe da, mit fünf Punkten aus drei Spielen startete das Team von Dieter Hecking ungeschlagen in die neue Spielzeit. Größter Trumpf, der im Sommer nach einigen Abgängen personell durchgerüttelten Niedersachsen, ist dabei zweifellos die Defensive. Bisher gelang es noch keiner Mannschaft die Abwehr um die beiden Neuzugänge Jeffrey Bruma und Philipp Wollscheid zu knacken. Als Glücksgriff von Hecking entpuppte sich zudem der Torhüterwechsel von Diego Benaglio zu Koen Casteels. Obendrein gewinnen die Wolfsburger 55 Prozent ihrer Luftduelle. Mit der Dortmunder Offensive kommt aber nun ein ganz anderes Kaliber auf Bruma und Co. zu.

Nach all den Turbulenzen um Spieler, die den Verein angeblich unbedingt verlassen wollten und der damit einhergehenden Diskussionen um die Attraktivität des Standort Wolfsburg, herrscht derzeit im Umfeld eine erstaunliche Ruhe. Vor allem Julian Draxler wurde nach öffentlichem Drängen auf einen Wechsel im Sommer (Zitat Draxler: das Beste an Wolfsburg ist die Nähe zu Berlin), im Vorfeld der ersten Spiele von den Fans angefeindet. Damit erst keine weiteren Diskussionen über irgendwelche Charakter-Defizite des 22-Jährigen entstehen können, präsentiert sich Draxler derzeit zumindest in Sachen Engagement von seiner besten Seite

Apropos Draxler: Hier wären wir auch schon bei dem bisher größten Problem der Grün-Weißen angelangt. Offensiv fehlt bisher, trotz der Verpflichtung von Mario Gomez, die Durchschlagskraft. Mit im Schnitt 17 Schüssen pro Spiel liegen die Wölfe in dieser Statistik nur knapp hinter dem führenden FC Bayern. Trotzdem gelangen bisher nur zwei Tore, in den letzten beiden Spielen gar überhaupt kein Treffer.

Fehlen wird im Duell gegen Dortmund definitiv Neuzugang Daniel Didavi, der bereits im letzten Spiel gegen Hoffenheim schmerzlich vermisst wurde. Noch schwerer würde allerdings der Ausfall von Luiz Gustavo wiegen. Der Einsatz des Brasilianers ist aufgrund von Adduktorenproblemen mehr als fraglich.

Borussia Dortmund

Die Entwicklung von Stimmungen rund um einen Verein sind immer wieder interessant zu beobachten; zumindest wenn man als Außenstehender das Geschehen mit einem differenzierten und leicht ironischen Blick betrachten kann. Für die Angestellten der Vereine, wie Trainer oder Spieler, muss die öffentliche Meinung manchmal wie ein Sturm wirken, der mal von der einen, mal von der anderen Richtung kommt und manchmal einen brutalen Sog entwickeln kann.

Thomas Tuchel dürfte sich wie im falschen Film vorgekommen sein, als er und seine Mannschaft sich nach der Niederlage gegen Aufsteiger RB Leipzig plötzlich im Auge des Hurrikans wiederfanden. Nach einer Niederlage am zweiten Spieltag wurde Dortmund mit unter bereits das Prädikat Spitzenmannschaft abgesprochen. Ein Spieler wie Julian Weigl, der vor ein paar Monaten noch mit Franz Beckenbauer verglichen wurde, war auf einmal nicht mehr viel besser als ein Kreisligakicker auf einem Bolzplatz in Wanne-Eickel. Natürlich ist auch dies polemisch und überspitzt formuliert, trifft aber den Kern der Problematik.

Mittlerweile hat sich der Wind wieder gedreht. Nach zwei 6:0-Erfolgen innerhalb weniger Tage herrscht in Dortmund Eitelsonnenschein. Der BVB firmiert wieder unter dem Begriff „Titelkandidat“.  Sowieso war von Anfang an klar, dass sich die Mannschaft ja erst finden müsse. Aber das ist ja nun gottseidank passiert, nun kann der Angriff auf Bayern, wenn nicht gar auf den Champions-League– Titel mit voller Wucht starten. Auch diese Sicht der Dinge schlittert jedoch an der Wahrheit vorbei, wie ein Kind ohne passendes Schuhwerk auf einer vereisten Fläche.

Die Wahrheit liegt, wie immer, irgendwo zwischen den Extremen. Welch offensive Power Dortmund entwickeln kann, das wurde bereits deutlich sichtbar. Wie das Dortmunder Spiel aussieht, wenn Sand in die Offensivmaschinerie gerät, aber ebenfalls. Eine Tatsache, die zu diesem Zeitpunkt vollkommen normal ist, vor allem wenn man den tiefen Einschnitt berücksichtig, die der BVB-Kader in diesem Sommer erfuhr. Es wird Zeit brauchen, bis Tuchels Mannschaft wieder auf dem Niveau des letzten Jahres angekommen ist. Es ist zudem nicht garantiert, dass sie das jemals schaffen wird. Gegen Wolfsburg steht daher die nächste Bewährungsprobe für die Dortmunder Stabilität an. Mal schauen woher der Wind danach weht.

Verzichten könnte Tuchel auf Kapitän Marcel Schmelzer, der gegen Darmstadt angeschlagen raus musste und daher eine Verschnaufpause bekommen könnte. Für ihn würde dann der Portugiese Raphael Guerreiro auf links starten. Auch der Einsatz von Andre Schürrle ist fraglich.

So könnten sie spielen:

VfL Wolfsburg: Casteels  – Vierinha, Bruma, Wollscheid, Rodriguez – Gerhardt, Arnold – Blaszczykowksi, Draxler, Caliguri – Gomez

Borussia Dortmund: Bürki – Piszczek, Sokratis, Batra, Guerreiro – Weigl – Castro, Götze – Pulisic, Dembele – Aubameyang

Daten & Fakten zum Spiel

Dortmund hat in den letzten 14 Spielen gegen Wolfsburg immer getroffen, kassierte in den vergangenen 10 Partien aber immer auch einen Treffer.

46 Tore fielen in den letzten 10 Bundesligaduellen zwischen den beiden Teams, immer mindestens 3 pro Partie.

In ihrer Geschichte kassierten die Wölfe nur gegen Bayern mehr Niederlagen und Tore als gegen Dortmund.

In Wolfsburg endete die Partie bisher nur einmal torlos.

Wolfsburg hat in den letzten 35 Heimspielen nur dreimal verloren.

Ral, abseits.at

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