Sandhausen-Legionär René Gartler stellte sich im Austrian Soccer Board, Österreichs größtem Fußballforum, den Fragen der Fans. Er spricht über Probleme mit seinem Ex-Coach Peter... René Gartler im Fan-Talk: „Die Voraussetzungen unter Schöttel waren einfach keine guten“

René GartlerSandhausen-Legionär René Gartler stellte sich im Austrian Soccer Board, Österreichs größtem Fußballforum, den Fragen der Fans. Er spricht über Probleme mit seinem Ex-Coach Peter Schöttel, den Unterschied zwischen Österreichs Bundesliga und der zweiten Leistungsklasse in Deutschland und gibt sich zum Schluss noch die Ehre eines Wordraps.

goodfella: „Immer dann wenn du dir bei Rapid einen Stammplatz erobert hast, besonders 2010, kamen Verletzungen dazwischen. Wie würdest du deine Rapid-Zeit aus heutiger Sicht beschreiben? Daran anschließend, hattest du im Sommer ein Angebot unseres Vereins? Und würde es dich irgendwann reizen wieder für Grün-Weiß zu spielen?“

René Gartler: Es war eine sehr schöne Zeit mit Höhen und Tiefen. Ja, besonders der Unterarmbruch unter Peter Pacult war sehr ärgerlich, da ich zuvor viele Spiele von Anfang an gemacht habe. Ich hatte im Sommer kein Angebot von Rapid.

goodfella: Ex-Trainer Peter Pacult hat dich mal als „letzten Straßenkicker Wiens“ beschrieben. Wie würdest du deinen Spielstil persönlich beschreiben? Wo hast du dich in der letzten Zeit verbessern können, was sind deine weiteren persönlichen Ziele?

René Gartler: Ich bin sicher kein Sturmtank sondern ein technisch guter Stürmer. Verbessern kann man sich in allen Bereichen, nicht nur in jungen Jahren sondern auch wenn mein schon ein wenig älter ist. Mein kurzfristiges Ziel ist es natürlich in der zweiten deutschen Bundesliga Fuß zu fassen.

goodfella: Merkst du in Sachen Trainingsintensität und Tempo einen Unterschied zum österreichischen Fußball? Würdest du sagen, dass es insgesamt professioneller zugeht?
Stimmst du zu, dass mittlerweile schon die 2. deutsche Bundesliga attraktiver ist als die österreichische Bundesliga? Wenn ja, woran liegt das?

René Gartler: Das Tempo ist in der zweiten deutschen Bundesliga vielleicht ein wenig höher, ansonsten gibt es sportlich kaum Unterschiede. Wenn man aber die Infrastruktur der Vereine ansieht, dann ist sie natürlich über die österreichische Bundesliga zu stellen, alleine wegen den Stadien und dem Zuschauerandrang.

goodfella: Sandhausen gilt als Abstiegskandidat, wieso trotzdem ausgerechnet dieser Klub?

René Gartler: Es gab gute Gespräche im Sommer die mich überzeugt haben zu Sandhausen zu wechseln.

goodfella: Hältst du, bei entsprechender Leistung, einen Sprung ins Nationalteam noch für möglich? Hatte Marcel Koller vielleicht sogar schon einmal Kontakt zu dir?

René Gartler: Es ist wichtig für mich meine Leistungen beim meinem Verein zu bringen mit allem anderen beschäftige ich mich nicht.

goodfella: Falls du die Chance hättest ein besonderes Match nochmal erleben zu können, welches wäre das?

René Gartler: Der Sieg im Villa Park und der Empfang am Schwechater Flughafen 🙂

goodfella: Wie oft hast du Stefan Kulovits im Training schon ein Gurkerl geschoben?

René Gartler: Es ist schon mal vorgekommen 🙂

p a t: War die Austria eine realistische Option?

René Gartler: Nein

servasoida: Wodurch erklärst du dir deine regelrechte Leistungsexplosion nach deinem Wechsel von Rapid zur Ried?

René Gartler: Ich denke nicht, dass es eine Leistungsexplosion gegeben hat. Ich blieb in den zwei Jahren in Ried von großen Verletzungen verschont und habe dazu noch das nötige Vertrauen des Vereins vorgefunden.

servasoida: Kannst du dir vorstellen irgendwann in irgendeiner Funktion wieder bei Rapid zu arbeiten? Wenn ja, in welcher am liebsten/ehesten?

René Gartler: Natürlich, aber ich welche Richtung weiß ich noch nicht.

spektrum89: Zeitsprung ins Jahr 2008: Was würdest du im Rückblick anders machen? War es wirklich nur Pech, dass du dich bei Rapid nicht durchsetzen konntest (Verletzungen, Trainer forcierten andere Spieler, etc.)?

Peter Schöttel

Schwere Zeiten für Stürmer: Am vorsichtigen System Schöttels zerbrach der offensive Gartler.

René Gartler: Natürlich werfen einen Verletzungen immer wieder zurück, aber ich denke, dass ich mich schlussendlich vor meinem Unterarmbruch sehr wohl durchgesetzt habe und viele Spiele von Anfang an bestritt. Auch die Leistungen waren damals gut. Nach der Verletzung war bereits Peter Schöttel Trainer und das war dann der Anfang vom Ende. Es war damals für alle Stürmer keine leichte Zeit.

spektrum89: Wie hast du in deiner Zeit bei der Rapid-Kampfmannschaft die unterschiedlichen Trainer erlebt?

René Gartler: Sehr konträr. Peter Schöttel stand für Vorsicht und Defensive – ihm war es wichtig wenig Risiko einzugehen und defensiv gut organisiert zu sein. Peter Pacult stand für Mut und Offensivfußball, unter ihm haben wir agiert und nicht reagiert. Ich denke das konnte der Zuschauer auch gut an der Spielweise der Mannschaft erkennen.

fenix: Wie sieht bei dir ein Matchtag aus? Wie bereitest du dich auf das Spiel vor? Wie sieht die Ernährung über den ganzen Tag gesehen aus?

René Gartler: Ich esse zu Mittag nochmal Nudeln und versuche viel Wasser zu trinken. Ansonsten mache ich nichts Besonderes.

Sirus: Hast du dich bei Rapid immer gerecht behandelt gefühlt? Im speziellen was deine Leistungen sowohl im Training und bei deinen Einsätzen betrifft. Hättest du dir in Summe mehr Einsatzzeit verdient? Hast du eine Erklärung dafür, warum du und auch andere ehemalige Rapid-Spieler bei anderen Vereinen oft richtig aufblühen, oder anders gesagt, besser zur Geltung kommen? Nicht nur du, sondern auch viele andere haben bei anderen, meist auch „kleineren“ Vereinen mehr aufzeigen können.

René Gartler: Es kommt auf die Trainer an denke ich, ein Trainer setzt auf dich der andere vielleicht nicht, aber das ist Fußball.

Sirus: Woran scheiterte die Vertragsverlängerung bei Rapid vor deinem Abgang zu Ried?

René Gartler: Das war schon lange vor Saisonende klar, dass ich nicht bei Rapid bleiben werde, die sportlichen Voraussetzungen unter Peter Schöttel waren einfach keine guten.

Sirus: Hat Stefan Kulovits etwas mit deinem Wechsel zu Sandhausen zu tun? Bzw. ist es leichter zu einem Club zu wechseln, wo man alte Bekannte trifft?

René Gartler: Ich habe mich nicht für Sandhausen entschieden weil Kulo hier spielt, aber als Neuzugang ist es natürlich immer einfacher wenn man jemanden kennt.

Auf der zweiten Seite unseres Interviews findet ihr noch einen kleinen Wordrap mit René Gartler!

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Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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