Vor dem Start der deutschen Bundesliga am Freitag mit der Partie zwischen den Bayern und der TSG Hoffenheim lässt vor allem eine Frage die... Zum Bundesliga-Start: Unsere Legionäre in Deutschland

Vor dem Start der deutschen Bundesliga am Freitag mit der Partie zwischen den Bayern und der TSG Hoffenheim lässt vor allem eine Frage die Fans kaum schlafen: Mit wie vielen Punkten Vorsprung werden sich die Münchner in dieser Saison den Titel sichern. Ganz unironisch beschäftigt sich diese Vorschau vor allem mit den Klubs der insgesamt 28 Österreicher in der Bundesliga. Sie stellen damit die größte Legionärsgruppe in Deutschlands Beletage.

Gleich im Eröffnungsspiel werden sich – vermutlich – zwei Österreicher gegenüberstehen, die in dieser Saison wohl in ihren Mannschaften gesetzt sein werden: David Alaba und Florian Grillitsch. Während Alaba den leichten Aufwärtstrend aus der vergangenen Spielzeit beim Rekordmeister fortsetzen möchte, will Grillitsch seine gute Form aus dem letzten Saisondrittel bestätigen, als er wesentlich zur Qualifikation für die Champions League von Hoffenheim beitrug und zu den besten Sechsern der Bundesliga gehörte. Die große Frage in Hoffenheim: Wie wirkt sich der schon feststehende Abgang von Erfolgstrainer Julian Nagelsmann zu RB Leipzig nach der Saison aus? Stefan Posch wird sicher wieder seine Einsätze bei der TSG bekommen.

Der größte Austria-Block spielt beim FC Augsburg. Michael Gregoritsch und Martin Hinteregger gehören dabei zu den unumstrittenen Leistungsträgern, während Talent Kevin Danso schon letztes Jahr nahe an der ersten Elf war. Von ihm wird ein weiterer Sprung erwartet. Die Fuggerstädter sollten erneut souverän die Klasse halten. Georg Teigl wird dabei jedoch wohl keine Rolle spielen.

Ganz im Gegensatz zu Marcel Sabitzer. Der gehörte bis zu seiner Schulterverletzung im April zu den absoluten Leistungsträgern bei RB Leipzig. Zum Saisonstart gegen Borussia Dortmund am Sonntag sollte er wieder fit werden, munkelt man. Kollege und Landsmann Konrad Laimer will in der neuen Saison weiter an die Stammelf heranrücken. Im letzten Spieljahr wurde er mangels Alternativen auf der ungewohnten rechten Außenverteidigerposition eingesetzt. Zumeist machte er seine Sache dabei ganz ordentlich. Das kann man auch über Stefan Ilsanker sagen, der die personifizierte Verlässlichkeit ist und defensiv fast alle Positionen spielen kann. RB Leipzig wird wieder um die internationalen Plätze mitspielen.

Wenn alles gut läuft, könnte das auch Werder Bremen gelingen. Die Norddeutschen haben sich ausgezeichnet verstärkt und könnten zu einer der Überraschungen in dieser Spielzeit werden. Einer der Neuzugänge ist Martin Harnik, der von Hannover 96 kam und seine Bundesligakarriere einst in Bremen startete. Den nächsten Entwicklungsschritt erhoffen sich die Grün-Weißen dagegen von Florian Kainz, der sein großes Potenzial immer wieder andeutete. Da Werder sich aber vor allem in der Offensive verstärkte, wird es für Kainz nicht leichter werden, am Ende zur ersten Elf zu gehören. Marco Friedl wird in der Defensive sicherlich seine Spiele bekommen.

Die erhofft sich auch Aleksandar Dragovic, der nach einer wenig erfolgreichen Leihe zu Leicester City, wieder zu Bayer Leverkusen zurückkehrt und dort mittlerweile wohl wieder als echte Alternative in der Verteidigung gilt. Julian Baumgartlinger gehörte in der Vorbereitung zu den gesetzten Spielern bei Bayer – bis er sich das Innenband riss und nun für mindestens zwei Monate ausfällt. Trotzdem will sich Bayer in dieser Saison endlich wieder für die Champions League qualifizieren wollen. Die Chancen dafür stehen zumindest nicht schlecht. Ramazan Özcan wird wieder eine verlässliche Nummer zwei im Tor von Leverkusen sein. An Neuzugang Lukas Hradecky vorbeizukommen, dürfte unter normalen Umständen aber sehr schwer werden.

Mit dem Ziel Champions League startet auch der FC Schalke 04 in die neue Spielzeit. Am Ende der letzten Saison standen die „Knappen“ auf dem zweiten Platz, profitierten dabei aber auch von der Schwäche der Konkurrenz. Guido Burgstaller hat in der Offensive mit Neuzugang Mark Uth neue Konkurrenz bekommen, während Alessandro Schöpf wohl einfach einmal verletzungsfrei durch die Saison kommen will. Schalke wird sich zumindest für die Europa League qualifizieren.

Die restlichen Legionäre sind mit ihren Mannschaften davon weit entfernt. Sowohl für Philipp Mwene (FSV Mainz 05), Georg Margreitter (1. FC Nürnberg), Kevin Stöger (Fortuna Düsseldorf), als Philipp Lienhart (SC Freiburg) und Kevin Wimmer (Hannover 96) wird es darum gehen, den Abstieg zu vermeiden.

Valentino Lazaro wurde in diesem Sommer von Hertha BSC fest verpflichtet. Die Berliner erwarten sich aber eine weitere Leistungssteigerung von Lazaro, dessen erstes Bundesliga-Jahr recht zufriedenstellend verlief. Hertha wird am Ende wohl im gesicherten Mittelfeld landen.

Torhüter Pavao Pervan wechselte vor dieser Saison vom LASK zum VfL Wolfsburg, wo er hinter Koen Casteels die Nummer zwei sein wird. Die Wölfe sollten nach zwei Relegationen in Folge heuer eine ruhigere Spielzeit erleben.

Für Adi Hütter könnte es in seiner ersten Bundesligasaison bei Eintracht Frankfurt ein ganz schweres Jahr werden. Die Eintracht musste nach dem Pokalsieg in diesem Sommer viele Stammkräfte ziehen lassen, konnte diese bislang nicht adäquat ersetzen. Im Supercup gab es eine deutliche 0:5-Klatsche gegen den FC Bayern. Zu allem Überfluss schied der Titelverteidiger Frankfurt bereits in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Regionalligist SSV Ulm aus. Hütter steht damit schon vor dem ersten Bundesligaspiel unter großem Druck. Die Eintracht könnte bis zum Ende im Abstiegskampf feststecken.

Ral, abseits.at