Borussia Dortmund scheidet im DFB-Pokal mit einem 1:2 gegen den FC Bayern im Achtelfinale aus. Zumindest Dortmund-Torhüter Roman Bürki konnte einen versöhnlichen Jahresabschluss feiern:... Stöger-Watch: BVB scheitert im DFB-Pokal

Borussia Dortmund scheidet im DFB-Pokal mit einem 1:2 gegen den FC Bayern im Achtelfinale aus.

Zumindest Dortmund-Torhüter Roman Bürki konnte einen versöhnlichen Jahresabschluss feiern: Mit einer starken Leistung verhinderte der in dieser Hinserie oft kritisierte Schweizer eine deutlichere Niederlage gegen die Bayern. Bürki war es dann auch, der nach dem Spiel aussprach, was jeder Zuschauer im Stadion oder vor den Fernsehgeräten bestätigen konnte: Die Dortmunder spielten eine grottenschlechte erste Halbzeit.

Nicht zum ersten Mal in dieser Saison stellte man sich während den ersten 45 Minuten die Frage, was aus diesem Team geworden ist, welches in der letzten Saison noch den Pokal in die Höhe stemmen konnte und in den Jahren zuvor dem FC Bayern als einzige Mannschaft in Deutschland auf Augenhöhe begegnete. Von diesem einstigen Selbstverständnis war in dieser Partie am Mittwochabend zunächst rein gar nichts zu sehen.

Wie bereits im Spiel gegen Hoffenheim gingen die Dortmunder extrem passiv zu Werke; sie führten kaum Zweikämpfe und gaben den Bayern eher Geleitschutz, als sich den Angriffen energisch entgegenzustellen. Nur Bürki wehrte sich in der Anfangsphase gegen die anrennenden Münchner – aber auch er war beim Kopfball von Jerome Boateng in der 13. Minute letztlich machtlos. Es drohte für den BVB ein Debakel zu werden. Die Westfalen agierten mut-und leidenschaftslos – als wollten sie diese Partie in München schnell hinter sich bringen, ohne dabei großen Schaden zu nehmen.

Trainer Stöger hatte seine Mannschaft sehr defensiv eingestellt und ließ mit einer Fünferkette in der Abwehr beginnen. Natürlich muss man berücksichtigen, dass aktuell mit Mario Götze und Marco Reus die vielleicht nominell besten Einzelspieler nicht zur Verfügung stehen – vor dem Anpfiff wurde zudem bekannt, auch Pierre-Emerick Aubamyang könne aufgrund von Hüftproblemen nicht spielen. Und dennoch: der zweitbeste Kader in der Bundesliga muss in einem Pokalachtelfinale, auch gegen den FC Bayern, einfach mutiger und aktiver sein.

Stöger monierte nach dem Spiel jedoch zu Recht, dass für den BVB zuletzt drei Spiele in zehn Tagen auf dem Programm standen, und es dadurch natürlich schwierig war, irgendeine Art von Trainingsreizen zu setzen. Im nächsten Jahr würde man einen attraktiveren Fußball zu Gesicht bekommen. Trotzdem sagte er auch selbst, mit einer Leistung wie in der ersten Hälfte wäre es generell schwierig Bundesligaspiele zu gewinnen.

Schon nach 34 Minuten zog der Österreicher daher personelle Konsequenzen; er brachte Mo Dahoud für den in den letzten Wochen vollkommen indisponierten Marc Bartra. Dadurch kam sichtbar mehr Ordnung in das Spiel der Dortmunder. Dies äußerte sich dann auch in der besten Chance durch Andrij Yarmolenko, wobei David Alaba mit einem Kopfball auf der Linie klären musste. Thomas Müller jedoch machte jeglichen neuen Schwung mit einem sehenswerten Lupfer zum 2:0 in der 40. Minute zunichte.

Zu Beginn von Halbzeit zwei dann das gleiche Bild: Bayern drückte auf die endgültige Entscheidung, während der BVB in der Defensive heillos überfordert wirkte. Ab der 70. Minute jedoch entschieden die Dortmunder, doch an dem Spiel teilnehmen zu wollen: die Bayern wurden nun ihrerseits sehr passiv, was die Borussen scheinbar mit etwas Mut infizierte – der Anschlusstreffer von Yarmolenko war der in dieser Phase nicht unverdiente Lohn (77.). Den Münchnern gelang es anschließend nicht mehr, den Schalter wieder umzulegen, und so hatte der eingewechselte Aleksander Isak in der Nachspielzeit sogar noch die große Chance zum Ausgleich. Dieser wäre nach dem vorherigen Spielverlauf aber fast schon grotesk gewesen.

Fazit: In Dortmund werden nun alle Beteiligten froh sein, dass nun endlich die Winterpause bevor steht. Stöger bekommt so die nötige Zeit, um intensiv mit seiner Mannschaft zu arbeiten und vielleicht endlich diese unerklärliche Verunsicherung aus den Köpfen der Spieler zu bekommen. Wie Stöger ja bereits selbst sagte, wird es mit einem Kader wie der BVB sein eigen nennt, nicht funktionieren, auf Dauer diesen passiven Defensivfußball der ersten drei Spiele zu zeigen. Mit etwas mehr Pech, und einem schlechteren Torhüter, hätte es nämlich in München ein echtes Debakel geben können. Stöger wird nun erstmals richtig gefordert sein.

Ral, abseits.at