Während in Österreich die Diskussionen über das Tormannproblem nicht und nicht abreißen wollen, kennt man in Deutschland Sorgen dieser Art nicht. Ohnehin mit einem... The next generation – Über diese Torhüter spricht ganz Deutschland

Während in Österreich die Diskussionen über das Tormannproblem nicht und nicht abreißen wollen, kennt man in Deutschland Sorgen dieser Art nicht. Ohnehin mit einem der weltbesten Torhüter gesegnet, kann der Vize-Europameister auf einen breiten Stamm an Klasse-Torhütern zurückgreifen. abseits.at stellt die drei talentiertesten jungen Goalies etwas näher vor.

Die Vergangenheit

Wer erinnert sich nicht an die legendären deutschen Torhüter? Sepp Maier, Toni Schumacher, Bodo Ilgner, Andreas Köpke & Co. führten über Jahrzehnte eine Tradition in Deutschland fort. Es war eine Ära, in der Deutschland Weltklasse-Goalies wie am Fließband produzierte. Danach wurde es etwas ruhiger um die Welt der Schlussmänner,  bis ein gewisser Oliver Kahn sich anschickte, den Fußball in Deutschland auf der Position des Schlussmanns etwa 15 Jahre lang entscheidend zu prägen. Er fungierte auch als Vorbild des aktuellen Bayern-Tormanns Manuel Neuer, von dem jetzt schon viele behaupten, er sei der beste Tormann der Welt. Aber die Konkurrenz schläft nicht: Neuer wird sich anstrengen müssen, um im Kampf um die Nummer eins im deutschen Tor die Oberhand zu behalten. Die Herausforderer:

1. Ron-Robert Zieler

Der gebürtige Kölner begann seine Karriere als Fünfjähriger bei seinem Heimatverein Viktoria Köln, wo Zieler nach seinen ersten Bällen hechtete. Nach nur einem Jahr schnappte sich der Großklub der Stadt, der 1. FC Köln, das Talent, nachdem Zieler bei einem Hallenturnier aufgefallen und zum besten Tormann des Turniers gewählt worden war. Nach exakt zehn Jahren in den diversen Jugendteams des 1. FC Köln wurde Manchester United auf Zieler aufmerksam. 2005 wechselte der damals 16-Jährige auf die Insel, um das Tor des Reserveteams der Red Devils zu hüten. Dabei war Zieler allerdings nicht unumstrittener Stammspieler, er wechselte sich im Tor mit dem Engländer Tom Heaton ab, der jetzt in Cardiff sein Geld verdient. Schon damals durfte sich Zieler regelmäßig das Trikot mit dem Bundesadler überstreifen, ab der U-16 durchlief er sämtliche Jugendnationalteams für Schwarz-Rot-Gold. In Manchester lief es zwar in der Reserve sehr gut für Zieler, die Chancen auf einen Einsatz in der ersten Mannschaft blieben über die Jahre aber dürftig. In der Saison 2008/09 wurde Zieler zwar offiziell auf der Kaderliste der Red Devils angeführt, bestritt aber kein einziges Pflichtspiel für ManUnited. Im darauffolgenden Jahr folgte eine Leihe zu Northampton in Englands dritter Liga. Nach der Rückkehr zu United stoppte Zieler eine Verletzung. Ohne Aussicht auf eine echte Chance beim englischen Rekordmeister wechselte Zieler 2010 schließlich nach Hannover – eine goldrichtige Entscheidung, wie sich im Nachhinein herausstellen sollte. Über die zweite Mannschaft erkämpfte sich der mittlerweile 21-jährige Schlussmann einen Platz im Kader der Kampfmannschaft. Durch schwache Auftritte des 96-Tormanns Florian Fromlowitz rutschte Zieler im Jänner 2011 gegen Eintracht Frankfurt in die Startelf der Niedersachsen. Seitdem gab Zieler seinen Platz nicht mehr her und wurde nach der Saison 2010/11 vom Fachmagazin „kicker“ zum viertbesten Bundesliga-Torhüter gewählt. Auch sein Debüt in der Nationalmannschaft hat er bereits hinter sich. Beim 3:3 gegen die Ukraine kassierte der 1,88 Meter große Zieler zwar drei Gegentore, bot aber dennoch eine starke Leistung.

 2. Bernd Leno

Anders als Ron-Robert Zieler war Bernd Leno noch nie im Ausland. Ganz im Gegenteil, viele Wechsel hat der Torhüter noch nicht hinter sich. Da wäre zunächst einmal der Wechsel von Germania Bietigheim, wo Leno zum ersten Mal Tormannhandschuhe trug, zum

Stuttgart. Bei den Schwaben durchlief Leno die komplette Ausbildung und lernte von erfahrenen Torhütern wie Timo Hildebrand, Marc Ziegler oder Jens Lehmann. Die Stuttgarter Schule hinterließ ihre Spuren. Bereits als 17-jähriger Jugendspieler debütierte Leno in der Regionalliga für die Amateure des VfB, im Mai des heurigen Jahres unterschrieb er seinen ersten Profivertrag in Stuttgart. Kaum in der Kampfmannschaft der Schwaben angekommen, packte Leno auch schon wieder seine Koffer. Bayer Leverkusen plagten im August 2011 schwere Sorgen auf der Tormannposition, nachdem Stammkeeper Rene Adler verletzungsbedingt monatelang auszufallen drohte. Nur vier Tage nach Unterschrift des Leihvertrages gab Leno bereits sein Bundesligadebüt für die Werkself aus Leverkusen. In seinen ersten drei Spielen als Leverkusen-Tormann blieb Leno ohne Gegentor, nach dem 0:0 gegen die in Top-Form agierenden Dortmunder wählte ihn das ZDF zum Spieler des Abends. Mit Leverkusen bekommt Leno heuer auch die Möglichkeit, sein Können in der Champions League zu zeigen. Mit 19 Jahren und 193 Tagen durfte Bernd Leno zum ersten Mal die Hymne der Königsklasse am Rasen hören. Damit ist er der jüngste deutsche Torhüter, der jemals in der Champions League spielte. Mittlerweile unternimmt Leverkusen alles, um den talentierten Spieler zu halten. Doch auch Stuttgart scheint zu wissen, welch ein Juwel da im Leverkusener Tor steht. Ein erstes Angebot über rund 6,5 Millionen Euro schlug der

aus.

 3. Marc-Andre ter Stegen

Der dritte im Bunde der Torhüter, über die ganz Deutschland spricht, ist Marc-Andre ter Stegen. Ebenso wie Zieler und Leno entstammt ter Stegen dem goldenen deutschen Torhüterjahrgang 1992. In Mönchengladbach zur Welt gekommen, spielte ter Stegen bisher in seinem ganzen Leben noch für keinen anderen Verein als die Fohlen. Beim geschichtsträchtigen Traditionsverein, dessen Tor jahrelang ein gewisser Uwe Kamps hütete, wurde ter Stegen zum kompletten Tormann ausgebildet. 2009 unterschrieb ter Stegen seinen ersten Profivertrag, nachdem er sich in der zweiten Mannschaft als Stammtorhüter etabliert hatte. Lucien Favre zögerte nicht lange, als er als neuer Trainer in Mönchengladbach vorgestellt wurde, und beförderte den jungen ter Stegen zur neuen Nummer eins. Ein großes Risiko, denn Mönchengladbach stand zu dieser Zeit bereits mit dem Rücken zur Wand. Die Mannschaft meisterte aber die scheinbar aussichtslose Situation und rettete sich noch in die Relegation. In den beiden Spielen um den Klassenerhalt gegen den VfL Bochum konnten sich die Gladbacher bei ihrem jungen Schlussmann bedanken, dass er durch einige Weltklasseparaden den Abstieg in die zweite Liga verhinderte. Unter den Experten gilt ter Stegen als das größte der drei 1992 geborenen Tormanntalente, trotzdem kam Ron-Robert Zieler als erster zu A-Team-Ehren. Im Nachwuchs hatte meist ter Stegen gegenüber Zieler und Leno die Nase vorne. Als Stammtorhüter gewann ter Stegen mit der U-17 2009 den EM-Titel und wurde nach dem Turnier als einer von zwei Torhütern in das Team des Turniers gewählt, derzeit gehört ihm in der U-19-Auswahl Deutschlands das Trikot mit der Nummer eins. Es scheint aber nur eine Frage der Zeit zu sein, bis auch Marc-Andre ter Stegen bei der A-Nationalmannschaft der Deutschen zeigen darf, wie viel Klasse er besitzt.

Archimedes, www.abseits.at

Archimedes

  • Asdf

    23.November.2011 #1 Author

    Nach Köpke wurde es ruhig umd die Deutschen Torhüter bis Kahn kam? Kahn und Köpke bildeten das Torhüterduo bei der EM 96, Kahn absolvierte sein erstes DFB Spiel 95, Köpke sein letztes 98.
    Alle drei Goalies sind 92er Jahrgänge und Zieler ist 21?
    Bisschen genauer recherchieren hilft…

    Antworten

  • Hcg

    23.November.2011 #2 Author

    irren ist menschlich…

    Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.