Es kommt nicht von ungefähr, dass ein Philip Lahm seit einigen Jahren fixer Bestandteil der Nationalmannschaft ist und es mittlerweile auch zum Kapitän dieser... Umbruch im deutschen Nationalteam – Teil 2: Die neue Abwehrgeneration

Es kommt nicht von ungefähr, dass ein Philip Lahm seit einigen Jahren fixer Bestandteil der Nationalmannschaft ist und es mittlerweile auch zum Kapitän dieser gebracht hat. Doch wie im Tor, stoßen hier genauso weitere Spieler nach. Das beste Beispiel sind wohl die beiden Meister aus Dortmund, Mats Hummels und Marcel Schmelzer. Mit 22 bzw. 23 Jahren gehören sie zu den hoffnungsvollsten Talenten Deutschlands und konnten dies zuletzt Runde für Runde in der Bundesliga beweisen.

Hummels durfte gegen Aserbaidschan bereits zum siebenten Mal das Trikot des Nationalteams überstreifen, und hat mit 192cm Körpergröße das Gardemaß für einen Innenverteidiger. Im Sommer 2009 kam er für etwas mehr als vier Millionen Euro vom FC Bayern München (nachdem er bereits in der Saison zuvor an den BVB verliehen wurde), wo er keine Chance auf einen Stammplatz sah. Dieser Schritt hat sich zu 100% ausgezahlt, in Dortmund bekam er von Beginn an das Vertrauen und dankte es in eindrucksvoller Art und Weise. Die vier Millionen Ablöse erwiesen sich als Schnäppchen…

DAUERBRENNER SCHMELZER

Auch Marcel Schmelzer hat den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft und bestritt auch im Ernst-Happel-Stadion gegen Österreich sein erstes EM-Qualifikationsspiel. Seine Bilanz in der Bundesliga ist ebenfalls makellos, in 34 Runden stand er ohne Ausnahme in der Startformation und wurde kein einziges Mal von Trainer Klopp ausgewechselt. Die linke Außenbahn ist seine unbestrittene Heimat. Im Gegensatz zu Hummels, schaffte der gebürtige Magdeburger jedoch den Sprung von den eigenen Amateuren in die Kampfmannschaft.

DER FREISTOSSKÜNSTLER AUS MEMMINGEN

Holger Badstuber kann man mit seinen 22 Jahren schon fast zu den erfahrenen Spielern zählen. Nicht nur, dass er bei der WM 2010 in Südafrika im Kader der Nationalmannschaft stand und dort auch zwei Spiele bestritt, ist er auch aktuell ein fixer Bestandteil der DFB-Elf und erzielte dort auch schon sein erstes Tor für sein Land. Louis Van Gaal warf ihn 2009 ins kalte Wasser der Bundesliga und ebnete ihm so den Weg ins Profigeschäft. In seiner ersten Saison bestritt er schon 33 von 34 Bundesligaspielen und gehörte zu den großen Entdeckungen der Saison.

HÖWEDES UND TASCI „ROUTINIERS“

Mit Benedikt Höwedes kommt ein weiterer Bundesliga-Erfahrener Verteidiger hinzu. Unter Mirko Slomka feierte er sein Debüt in der 1.Bundesliga und brachte es in der ersten Saison auf sechs Spiele in der Kampfmannschaft und immerhin gleich drei Champions-League-Partien. Seit 2008 ist er fixer Bestandteil der Schalker Mannschaft und bestritt weitere 87 Spiele in der Bundesliga. In der abgelaufenen Saison macht er auch in der Champions League so richtig auf sich aufmerksam und erzielte dort zwei Tore, eins davon nach einem unwiderstehlichen Solo im Rückspiel gegen Inter Mailand, welches die Blau-Weißen zum 2:1-Sieg führte. Sein Länderspielkonto zählt jedoch erst zwei Spiele. Bereits etwas früher spielte sich zudem in Stuttgart ein gewisser Serdar Tasci, der Sohn nordosttürkischer Einwanderer, in die Nationalmannschaft. Erst 24 Jahre alt, bestritt er bereits 127 Bundesliga- und 28 Europacupspiele. Auch in der Nationalmannschaft bekam er 14 Mal die Chance, sein Können zu beweisen und durfte ebenfalls an der Weltmeisterschaft in Südafrika teilnehmen, wo er einmal zum Einsatz kam.

NEUE ENTDECKUNGEN AUS NÜRNBERG UND LEVERKUSEN

Philipp Wollscheid vom 1.FC Nürnberg und Stefan Reinartz von Bayer Leverkusen sind weitere heiße Kandidaten für die Zukunft des deutschen Fußballs. Wollscheid feierte zwar erst am 13.Spieltag der vergangenen Saison sein Debüt beim 1.FC Nürnberg, avancierte dort aber schnell zu einem Stammspieler. Die komplette Rückrunde stand er für die Nürnberger auf dem Feld und machte mit drei Toren auf sich aufmerksam. Stefan Reinartz war ebenfalls eine der großen Überraschungen der Saison 2009/10. Ohne Bundesligaspiel, kam er gleich am ersten Spieltag gegen Mainz in der Abwehr der Werkself zum Einsatz. In den restlichen Spielen war er immer mit von der Partie und brachte es in seiner ersten Saison gleich auf 27 Bundesligaspiele und zwei Tore.

FLEXIBLER DEFENSIVMANN FÜR DIE BAYERN?

Mit Jérôme Boateng hat die DFB-Elf weiters einen England-Legionär im Ärmel, der jedoch schon bald für den interessierten FC Bayern München auflaufen könnte. Er stand ebenfalls im Kader für die Weltmeisterschaft 2010 und absolvierte dort fünf Spiele. Boateng ist als Abwehrallrounder zu bezeichnen, der sowohl links als auch rechts in der Viererkette spielen, aber auch als Innenverteidiger aufgeboten werden kann. Gerade das macht Boateng so wertvoll für das deutsche Team, auch wenn er für Manchester City eine durchwachsene Saison 2010/11 spielte, kaum überzeugen konnte und teilweise zu lasch für den schnellen und harten englischen Fußball wirkte.

Michael Smolka, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen