Die fünfte Runde in der zweithöchsten Spielklasse Deutschlands wurde begangen und geht sozusagen in die Verlängerung, denn mit dem Nachholspiel zwischen Dynamo Dresden und... Zweite Deutsche Liga: Hinterseer-Festspiele an der Castroper Straße

Die fünfte Runde in der zweithöchsten Spielklasse Deutschlands wurde begangen und geht sozusagen in die Verlängerung, denn mit dem Nachholspiel zwischen Dynamo Dresden und dem HSV wird sogar noch am Dienstag Zweitligafußball geboten (Anm. Dieses Spiel ist im Legionärs-Check noch nicht eingerechnet.) Am Wochenende gab es aber bereits einige Aufreger aus heimischer Sicht wie etwa ein verrücktes Spiel in Köln oder einen Tiroler Triple-pack. Auch Negativmeldungen bleiben leider bestehen, denn einige Legionäre fehlen aus unterschiedlichen Gründen im Kader ihrer Teams und kamen gar nicht oder nur wenig zum Einsatz.

Louis Schaub, 1. FC Köln
Der Kölner Wirbelwind blieb an diesem Spieltag hinter seinen Erwartungen, seine Kollegen Terodde und Drexler stellten ihn bei den Offensivaktionen klar in den Schatten. Bei der bitteren 3:5-Heimniederlage gegen Paderborn hatte er zwar die ein oder andere Abschlussaktion, aber sowohl beim Zuspiel als auch beim Torschuss wirkte er unglücklich. Dennoch ging er viele Wege und versuchte das Spiel immer wieder anzutreiben, in Summe aber seine wohl dürftigste Darbietung in dieser Saison.

Christopher Trimmel, Union Berlin
Zuhause an der alten Försterei kam die Union nicht über ein 2:2-Unentschieden gegen Nachzügler Paderborn hinaus. Trimmel zeigte dabei eine anständige Parte rechts hinten, bei der er vor allem in Hälfte Eins im Verbund mit Gogia den rechten Flügel beackerte. Defensiv ließ er wenig anbrennen, wobei anzumerken ist, dass die Duisburger kaum Offensivaktionen verzeichnen konnten. Bei den Gegentoren sah die gesamte Hintermannschaft unsortiert ist.

Robert Zulj, Union Berlin
Der Offensivmann kam für die letzten 15 Minuten ins Spiel, konnte dabei aber keine Akzente mehr setzen.

Christoph Schösswendter, Union Berlin
Der baumlange Innenverteidiger stand erneut nicht im Kader der Hauptstädter.

Konstantin Kerschbaumer, FC Ingolstadt
Ein rabenschwarzer Tag für die Schanzer, die in Bochum mit 0:6 untergingen. Kerschbaumer war einer der wenigen Spieler, die sich aktiv gegen die Niederlage stemmten und zumindest versuchten, den Ball nach vorne zu bringen. Er agierte dabei einen Tick offensiver als sonst, musste seine Angriffsbemühungen aber immer wieder wegen den starken Bochumern ad acta legen. Mannschaftlich war das insgesamt eine desolate Leistung.

Thorsten Röcher, FC Ingolstadt
Ähnliches gilt für Röcher, der nur wenige Ballaktionen hatte und sich sehr schwer tat gegen entfesselt spielende Bochumer. Er kam an diesem Spieltag in der Sturmspitze neben Osawe zum Einsatz und hatte sichtlich Probleme, sich in seiner neuen Position zurecht zu finden. Sein Arbeitstag war nach 60 Minuten beendet; er wurde nach einer Gelb-Roten-Karte für Galvao aus taktischen Gründen ausgetauscht.

Marco Knaller, FC Ingolstadt
Der Schlussmann sah beim zweiten Gegentreffer sehr schlecht aus, einen an und für sich mehr als haltbaren Distanzschuss ließ er passieren. Ansonsten hatte er bei den übrigen Gegentreffern keine Chance und konnte sich sogar einige Male auszeichnen. Insgesamt wirkte er aber stark verunsichert ob der frühen Gegentore, wobei hierbei die Hintermannschaft der Oberbayern die Hauptschuld trägt.

Mathias Honsak, Holstein Kiel
Der junge Offensivmann kam nach der Länderspielpause erst nach der Halbzeit ins Spiel und agierte dieses Mal im Sturmzentrum. Seine Bemühungen waren aber nicht vom Glück verfolgt, einzig mit seiner Präsenz und seinen Laufwegen konnte er mehrmals für Unruhe sorgen – mehr war aber leider nicht drin bei ihm. Interessant zu sehen ist aber, dass er sich allmählich zu einem regelrechten Allrounder entwickelt, der auf den unterschiedlichsten Positionen bereits eingesetzt wurde.

Lukas Gugganig, Greuther Fürth
Beim 4:1-Heimsieg gegen Kiel startete der bullige Mittelfeldmann erneut im Zentrum vor der Abwehr und räumte in der ersten Halbzeit gehörig ab. Für das Offensivspiel konnte er zwar nur sehr wenig beitragen, aber defensiv hielt er die Störche fern vom heimischen Kasten. Er sah bereits seine insgesamt vierte gelbe Karte in dieser Saison und wurde sowohl aus taktischen Gründen als auch als Vorsichtsmaßnahme von seinem Trainer nach einer Stunde ausgewechselt.

Nikola Dovedan, FC Heidenheim
Im hohen Norden gab es nichts zu holen für Dovedan, denn seine Heidenheimer verloren beim HSV mit 3:2. Der wendige Angriffsspieler startete als Solostürmer und kam schon früh zu einer ersten Torchance, welche aber entschärft wurde. Ebenso erging es ihm zu Beginn der zweiten Hälfte, dort vertändelte er eine gute Möglichkeit leichtfertig. Ansonsten blieb er recht blass, die wenigen Nadelstiche seines Teams konnte er nur selten tragend mitgestalten.

Patrick Möschl, Dynamo Dresden
Nach Wochen der Abstinenz stand Möschl wieder im Kader der Dresdner, wurde aber bei dem befreienden 2:1-Auswärtssieg in Regensburg nicht eingewechselt. Dennoch scheint es, als hätte er unter Neo-Coach Walpurgis wieder bessere Karten.

Sascha Horvath, Dynamo Dresden
Der junge Österreicher, der krankheitsbedingt die Reise zum Junioren-Nationalteam nicht antrat, fehlte im Kader der Ostdeutschen.

Christian Gartner, MSV Duisburg
Der Mittelfeldspieler der Meidericher fällt mit einem Kreuzbandriss bis zur Frühjahressaison aus.

Dominic Wydra, Erzgebirge Aue
Beim 3:1-Heimsieg seiner Erzgebirgler gegen St. Pauli wurde Wydra kurz vor Spielende ins Spiel gebracht, um etwas Zeit von der Uhr zu nehmen. Die Saison verläuft also weiterhin nicht nach Wunsch für ihn.

Stefan Kulovits, SV Sandhausen
Der Routinier stand beim 1:1-Unentschieden in Darmstadt erneut nicht im Kader der Sandhäuser, da er seinem Team aufgrund eines Muskelbündelrisses noch mehrere Wochen nicht zur Verfügung stehen wird.

Manuel Prietl, Arminia Bielefeld
Bei der Nullnummer beim Aufsteiger in Magdeburg agierte Prietl wie gewohnt im zentralen Mittelfeld, dieses Mal mit Partner Seufert. Dabei zeigte sich der zweikampfstarke Österreicher auch offensiv sehr bemüht, denn mit einer gefährlichen Flanke und einem leider zu unpräzisen Nachschuss war er an den besten Möglichkeiten seines Teams beteiligt. Defensiv ließ er wenig anbrennen, die Magdeburger bissen sich am stabilen Zentrum der Arminia die Zähne; ihre besten Chancen kreierten sie über den Flügel.

Lukas Hinterseer, VfL Bochum
Hinterseer-Festspiele an der Castroper Straße, der Strafraumstürmer aus Tirol netzte gegen die Bochumer gleich drei Mal ein; wobei er zwei Mal vom Elfmeterpunkt eiskalt ins Schwarze zielte. Des Weiteren konnte er ein Tor vorbereiten, erarbeitete sich viele Chancen und ließ die Ingolstädter Hintermannschaft wie eine „Schülerliga-Truppe“ aussehen. Bärenstarke Leistung also vom heimischen Angreifer; Onkel Hansi ist bestimmt stolz auf seinen Neffen.

Thomas Schützenhöfer, abseits.at

Thomas Schützenhöfer