In einer mehrteiligen Serie bringen wir euch einige (noch) unbekannte Namen aus der europäischen Fußballwelt näher, welche in Zukunft für viel Furore sorgen werden.... Die größten Nachwuchstalente der Welt (2) – De Sciglio, Sterling, Zouma

In einer mehrteiligen Serie bringen wir euch einige (noch) unbekannte Namen aus der europäischen Fußballwelt näher, welche in Zukunft für viel Furore sorgen werden.

Mattia de Sciglio – ein flexibler Außenverteidiger

Es gibt wenige Außenverteidiger, die bereits in jungem Alter als Stammspieler bei größeren Vereinen auflaufen. Unser David Alaba ist hierbei eines der wenigen Ausnahmebeispiele, doch auch woanders gibt es solche Spieler – einer davon ist Mattia de Sciglio beim AC Mailand. Auch wenn die Mailänder durch zahlreiche Abgänge, unter anderem denen von Thiago Silva und Zlatan Ibrahimovic herb geschwächt wurden, ist es aller Ehren wert eine solche Zukunftshoffnung wie de Sciglio in den eigenen Reihen zu haben.

Der Außenverteidiger ist bereits seit seinem zehnten Lebensjahr beim AC Mailand, gehört also zu den Eigengewächsen des Vereines. Seit 2011 gehört er zum Profikader und hatte erste Einsätze, auch auf internationaler Bühne. Im Vorfeld dieser Saison erhielt er die Nummer Zwei, welche schon von Mauro Tassotti und Cafu getragen wurde. Er wird als Stammspieler mit Potenzial zur internationalen Klasse auf seiner Position gesehen und kann sowohl links als auch rechts auflaufen.

Der U21-Nationalspieler fühlt sich aber als Rechtsfuß natürlich auf der rechten Seite wohl, wo er mit Ignazio Abate allerdings einen starken und mit Daniele Bonera einen erfahrenen Konkurrenten vor sich hat. Dennoch dürfte er sich langfristig wohl durchsetzen. Er ist ungemein schnell, für einen Außenverteidiger groß und kopfballstark, außerdem einigermaßen gut im Dribbling und präzise bei seinen Flanken. Mit mehr Erfahrung, Robustheit und dabei einhergehender Defensivstärke könnte er in ein paar Jahren zur Topriege der Außenverteidiger gehören.

Raheem Sterling – Englands neues Wunderkind

Ein anderes großes Talent hat bereits großes Aufsehen erregt – nicht nur jetzt, sondern schon in den Jahren davor. Raheem Sterling vom FC Liverpool galt bereits als Teenager als eine große Hoffnung für die Zukunft, da er durch hervorragende Partien in der Jugend mediale Aufmerksamkeit erregte.

Darum wechselte der ursprünglich bei den Queens Park Rangers ausgebildete Flügelstürmer mit 15 Jahren zu Liverpool. Er wurde von Rafael Benitez für 600.000 Pfund verpflichtet, wobei diese Summe je nach Entwicklung und Einsätzen auf bis zu fünf Millionen steigen kann. Eine stolze Summe für einen Jungstar, welcher sich daran macht, seinem Ex-Klub die zusätzlichen Prämien zu bescheren.

Nach zwei Jahren in der Akademie ging er den nächsten Entwicklungsschritt, indem er noch unter Kenny Dalglish zu seinem Debüt für die erste Mannschaft kam. Dieser wurde von Brendan Rodgers in diesem Sommer als Trainer abgelöst, doch auch der ehemalige Swansea-Trainer schätzte Sterlings Talent hoch ein – sogar so hoch, dass er ihn zum Stammspieler erhob. In dieser Saison kam er bereits in acht Saisonspielen in der Liga zum Einsatz, gegen Reading konnte er sogar seinen ersten Treffer erzielen. Dies machte ihn zum zweitjüngsten Liverpool-Torschützen nach Michael Owen.

Ob er dessen Werdegang in der Nationalmannschaft geht, ist derzeit noch nicht 100%ig sicher. Sterling könnte auch für den jamaikanischen Verband spielen, obwohl er bislang die Jugendnationalmannschaften der Engländer durchlief. Deswegen scheint der Weg in die englische Nationalmannschaft trotz größerer Konkurrenz als wahrscheinlicher, doch wie Sterling in Interviews sagte, „When it comes to that decision, that is when I will decide but if Jamaica calls for me, why not?

Eine Verstärkung für beide dürfte er in Zukunft wohl werden. Der Flügelstürmer kann auf beiden Seiten agieren, ob links als inverser Flügelstürmer oder auf rechts als klassischer Außenstürmer. Sterling ist extrem schnell und wendig, wodurch er im Dribbling zumeist die Oberhand behält. Auch technisch befindet er sich auf hohem Niveau, überrascht seine Gegenspieler immer wieder und gehört sicher zu den talentiertesten Spielern in diesem Aspekt. Verbessern muss er sich allerdings noch etwas im physischen Bereich, wobei er eigentlich keine größeren Schwächen besetzt. Kleinere Mängel gibt es noch im Kombinationsspiel und in der Defensivarbeit, welche sich noch steigern muss – die Grundlagen dafür sind aber vorhanden.

Kurt Zouma – ein Innenverteidiger für die Zukunft

Womöglich der unbekannteste Spieler in unserer Liste ist Kurt Zouma, ein französischer Innenverteidiger vom AS Saint Etienne. Dabei gehört der Verteidiger zu den größten Talenten auf seiner Position, weil er mit enormen physischen Stärken gesegnet ist. Mit einem Gardemaß von 188cm, aber dennoch einer hohen Schnelligkeit und Beweglichkeit für seine Größe ist er ideal für den Defensivzweikampf, ob auf dem Boden oder in der Luft.

Dank dieser Athletik kann er auch als rechter Außenverteidiger auflaufen und ist nicht auf das Abwehrzentrum beschränkt. Dazu bringt er eine grundsolide Technik mit, mit welcher er in ein paar Jahren womöglich auch als Spielgestalter aus der Tiefe fungieren könnte.

Der 18-Jährige spielt auch als Innenverteidiger seit diesem Jahr für die U19-Nationalmannschaft der Franzosen und erhielt bei Saint Etienne einen Stammplatz in dieser Saison. Seine ersten Startelfeinsätze erhielt er aber bereits in der vergangenen Saison, er verbuchte über 700 Minuten und konnte sogar zwei Tore erzielen.

Sollte er sich so weiterentwickeln, dürfte er einer der kommenden Weltklasse-Innenverteidiger werden. Es sei denn, er stagniert und kann seine technischen Fähigkeiten nicht passend zu seinen körperlichen entwickeln, wie es schon so manchem Jungstar mit afrikanischen Wurzeln (Zoumas Vorfahren stammen aus Zentralafrika) geschah.

René Maric, www.abseits.at

Rene Maric