Während in der Premier League alle Augen auf die letzten zwei Saisonspiele der beiden Manchester-Clubs gerichtet sind, duellieren sich am Samstag im Londoner Wembley... Chance zur Wiedergutmachung – Das FA-Cup-Finale 2012 zwischen Chelsea und Liverpool!

Während in der Premier League alle Augen auf die letzten zwei Saisonspiele der beiden Manchester-Clubs gerichtet sind, duellieren sich am Samstag im Londoner Wembley zwei Teams, die in der Liga heuer eher enttäuschten. Im Finale des FA-Cups, dem ältesten Fußballbewerb der Welt, treffen der Liverpool FC und der Chelsea FC ab 18:15 MEZ aufeinander. Schiedsrichter der Partie wird Phil Dowd sein.

Tell me something about history

Die zum 11. Mal an einem Finale teilnehmenden Blues verzeichneten in jüngster Vergangenheit große Erfolg in diesem Bewerb, so waren sie in 3 der letzten 5 Finali vertreten, die allesamt gewonnen werden konnten (2007: 1:0 n.V. gegen Manchester United, 2009: 2:1 gegen Everton FC und 2010: 1:0 gegen den FC Portsmouth). Letzterer war der insgesamt 6. Titel des Clubs in diesem Bewerb, einen weniger als die Reds, deren letzte Finalteilnahme, die 13., bzw. letzter Pokalsieg zurückliegt im Jahr 2006 (3:3 n.V. 3:1 n.E. gegen West Ham United).

Den Premierentriumpf feierte Chelsea bereits im Jahr 1970 unter Trainer Dave Sexton. Sein erstes Spiel auf der Bank 1967 noch mit 0:7 gegen Leeds United verloren, konnte er sich 3 Jahre später revanchieren, als sein Team gegen den amtierenden Meister nach einem 2:2 im ersten Finalspiel, das Wiederholungsspiel mit 2:1 n.V. für sich entscheiden konnte.

5 Jahre zuvor gewann Liverpool erstmals den FA Cup, neben der Meisterschaft im Jahr zuvor der Startschuss der erfolgreichsten Jahre des Vereins unter Bill Shankly und im Anschluss Bob Paisley. Damals konnte kurioserweise ebenfalls Leeds United 2:1 n.V. besiegt werden.

Road to Wembley

In den eröffnenden Partien in Runde 3 gaben sich beide Teams keine Blöße, Liverpool verzeichnete nach 0:1-Rückstand einen 5:1-Heimerfolg gegen den Drittligisten Oldham Athletic (Tore: Bellamy, Gerrard 2x, Carroll, Downing bzw. Simpson) und Chelsea siegte daheim gegen Portsmouth mit 4:0 (Tore: Mata, Ramires 2x, Lampard)

Schwieriger wurde es schon in der darauffolgenden vierten Runde. In einem emotionsgepackten Spiel bezwang Liverpool Erzrivale Manchester United in letzter Minute mit 2:1 (Agger, Kuyt bzw. Ji-Sung Park), die Blues hievten sich durch einen Elfmetertreffer von Mata bei den Queens Park Rangers in die nächste Runde.

Während die Reds durch 3 Eigentore von Brighton & Hove Albion mit 6:1 quasi ins Viertelfinale eingeladen wurden (restliche Tore: Skrtel, Carroll, Suarez bzw. LuaLua), musste Chelsea gegen den letztjährigen Sieger des Carling Cups, Birmingham City, nach einem 1:1 (Sturridge bzw. Murphy) an der Stamford Bridge in ein Wiederholungsspiel, welches aber souverän mit 2:0 durch Tore von Mata und Meireles gewonnen werden konnte.

Im Viertelfinale kam Vorjahresfinalist Stoke City an die Anfield Road. Nachdem der Führungstreffer von Suarez bereits binnen drei Minuten wieder durch Crouch ausgeglichen wurde, sorgte Downing mit seinem erst zweiten Treffer im roten Trikot für den 2:1 Sieg. Chelsea hingegen hatte mit Leicester City wenig Mühe und siegte mit 5:2 (Tore: Cahill, Kalou, Torres 2x, Meireles bzw. Beckford, Marshall).

Die Semifinalbegegnungen im Londoner Wembley standen ganz im Zeichen von Lokalderbys zwischen Clubs von der Merseyside und aus London. Zuerst wies Liverpool mit einem 2:1 den Everton FC in die Schranken, als Matchwinner fungierte ausgerechnet der viel in der Kritik stehende Andy Carroll, der in der 88. Minute einen Bellamy-Freistoß per Kopf einnickte, nachdem bereits Suarez bzw. Jelavic getroffen hatten. Einen Tag drauf schoss Chelsea überraschend klar die Tottenham Hotspurs mit 5:1 ab, Torschützen in dieser Partie waren Drogba, Mata, Ramires, Lampard, Malouda bzw. Bale.

Recent form – from low to (very) high

Das Team von Kenny Dalglish präsentierte sich zuletzt wie immer inkonstant. Während man in den Pokalwettbewerben stets groß aufspielte, konnte man in der Liga im Jahr 2012 gerade einmal 15 Punkte aus 17 Partien holen. Am Wochenende gab es zwar auswärts ein souveränes 3:0 bei Norwich City durch einen Hattrick von Luis Suarez, am Dienstag verlor man jedoch 0:1 zuhause gegen den FC Fulham durch ein Eigentor von Martin Skrtel. Allerdings wurden bei diesem Heimspiel zahlreiche Stammspieler wie Reina, Johnson, Agger, Gerrard, Suarez und Bellamy geschont.

Ähnlich läuft es beim Team von Roberto di Matteo. Am Wochenende noch imposant mit einem 6:1-Heimerfolg gegen QPR brilliert (Tore: Sturridge, Terry, Torres 3x, Malouda bzw. Cisse) und v.a. nach dem 2:2 bei Barcelona als Team der Stunde gehandelt, wurde der Enthusiasmus empfindlich getrübt – durch eine 0:2-Heimniederlage am Mittwoch gegen den direkten Konkurrenten Newcastle United. Papiss Cissés sehenswerter Doppelpack lässt die Nordostengländer nach wie vor von der Champions League träumen, Chelsea liegt nun aber schon bei noch zwei ausstehenden Spielen 4 Punkte hinter Platz 4. Wahrscheinlich reicht nur noch ein Sieg am 19. Mai gegen Bayern München für die Teilnahme an der Königsklasse in der nächsten Saison.

Possible Line-ups

Die Blues haben für das Finale bereits bekannte Verletzungssorgen in der Abwehr, David Luiz und Gary Cahill fallen aus. Vor Petr Cech werden also höchstwahrscheinlich die beiden kopfballstarken Innenverteidiger Terry und Ivanovic auflaufen, komplettiert von Bosingwa bzw. Cole auf den Seiten. Man rechnet mit einem 4-3-3 mit Lampard, Mikel und Ramires im Mittelfeld, sowie vorne mit dem Trio Mata, Drogba und dem ausgerechnet vor diesem Spiel gegen seinen ehemaligen Verein wiedererstarkten Fernando Torres.

Auch der Liverpool FC kann für das Finale beinahe aus dem Vollen schöpfen, einzig die Langzeitverletzten Lucas Leiva und Charlie Adam fehlen. Kenny Dalglish wird in der Defensive neben Stammgoalie Pepe Reina auf die bewährte Viererkette mit Johnson, Skrtel, Agger und Jose Enrique vertrauen. Im Mittelfeld des wahrscheinlichen 4-4-2 Systems stehen Jay Spearing, welcher mit Defensivaufgaben beschäftigt sein wird, und Kapitän Steven Gerrard, der das Spiel aus dem Zentrum gestalten soll. Auf den Flügeln starten wahrscheinlich Downing und Henderson, letzterer kann auf der Seite jedoch nach wie vor nicht zu 100% überzeugen, eventuell wird er durch die Routiniers Kuyt oder Bellamy ersetzt, die in einem Finale vielleicht besser mit den Sturmspitzen, Suarez und Carroll, harmonieren können.

It’s time to recover

Für beide Teams lief die Premier League heuer alles andere als ideal, Liverpool konnte allerdings bereits im Februar den Carling Cup gewinnen und ist nächstes Jahr international vertreten, gewinnt man auch den FA-Cup, so ist man schon fix in der Gruppenphase der Europa League. Für Chelsea ist der Pokal ebenso wichtig, um eine verkorkste Saison zu retten, abgesehen vom möglichen Gewinn der Champions League und der definitiven Qualifikation für das europäische Geschäft. Für die Blues sprechen auf jeden Fall die aktuell gute Form und der stärkere Kader, die Reds konnten allerdings beide Saisonduelle bis jetzt für sich entscheiden und könnten von etwaiger Ermüdung des Gegners profitieren, so bestritt Chelsea in den letzten 35 Tagen 10 Pflichtspiele.

Max Propst, abseits.at

Max Propst

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