Zum Auftakt der neuen Saison duellierte sich der Champion mit dem Underdog aus Wales. Swansea hatte jedoch in den letzten Saisons durch spielerisch gute... Manchester United siegt 4:1 bei Swansea: Waliser machten das Spiel, van Persie entschied es.

Manchester United FCZum Auftakt der neuen Saison duellierte sich der Champion mit dem Underdog aus Wales. Swansea hatte jedoch in den letzten Saisons durch spielerisch gute Leistungen Aufmerksamkeit erregt, so dass sie einen ernsthaften Prüfstein darstellten.

Das Tor Manchesters hütete De Gea. Die Abwehrkette bildeten Jones, Ferdinand, Vidic und Evra. Davor agierten Valencia, Carrick, Cleverley und Giggs sowie Welbeck und van Persie im Angriff.

Laudrup stellte Vorm ins Tor. Rangel, Chico, Williams und Ben Davies besetzten die Abwehrkette. In der Mittelfeldzentrale sollten Britton, Canas und Shelvey das Spiel organisieren, ehe Dyer und Routledge auf den Flügeln sowie Michu im Sturm für Tore sorgen. Neueinkauf Bony nahm vorerst auf der Bank Platz.

Swansea demonstrierte von Anfang an, dass sie mit derselben Maxime die neue Saison bestreiten wollten. Ballbesitz war das oberste Gebot. Obwohl United bestrebt war, früh Druck auszuüben, lösten sie sich elegant aus ihrem Pressing. United presste formativ sehr variabel. Sie stellten einfach die ballnahen Anspielstationen zu, wobei nur die Außenverteidiger manchmal ungedeckt blieben. Dadurch entstanden Anordnungen im 4-4-2, 4-1-4-1, 4-1-4-1 oder 4-3-3. Doch bei Swansea behielt der Ballführende stets die Ruhe und suchte den Mitspieler, anstatt zwanghaft vorwärts zu passen. Britton bewegte sich eher entlang der horizontalen Achse, während Canas vorstieß. Beiden gemein ist aber ihr risikoloses Passspiel, was durch Shelvey ausgeglichen werden sollte. Die Außenverteidiger postierten sich im Spielaufbau ebenfalls gut, so dass sie sowohl von den Innenverteidigern als auch von den zentralen Mittelfeldspielern aus gut erreichbar waren. Des Weiteren fungierte der Torwart als sichere Anspielstation. Wegen Swanseas automatisierter Reaktionen scheiterte das Pressing.

In der letzten Saison zog sich Swansea gegen Topgegner weit zurück und verteidigte abwartend und passiv. Hingegen übten sie diesmal früh Druck aus. Ausgehend von einem 4-4-1-1-System rückten einzelne Spieler weit heraus, um den Ball zu erobern. Die Mitspieler passten sich variabel an diese Bewegungen an. In der ersten Viertelstunde betrieben sie zudem aktiv und erfolgreich Gegenpressing. Daraus resultierten beeindruckende Zahlen wie 72% Ballbesitz oder 88% Passgenauigkeit zugunsten der Waliser in der Anfangsphase. Danach schalteten sie diesbezüglich einen Gang zurück. United überbrückte diesen Raum vor allem mit langen Pässen, die van Persie auf den zentral spielenden Giggs oder Welbeck ablegen sollte. Aber Swanseas Pressinglinie zog sich zügig zurück, weshalb sie diesen Gefahrenherd im Zaum hielten. Jedoch erzielte Manchester mit einem Doppelschlag, der allerdings aus Swanseas Perspektive eher unglücklich entstand, einen 2:0-Polster, das Swansea nicht aufholen konnte.

Denn obgleich sie sich im Spielaufbau durch Ruhe und Präzision auszeichneten, kreierten sie keine hochkarätigen Torchancen. Sie waren letztlich zu verspielt, während es ihnen an Läufen in die Tiefe und individueller Klasse mangelte. Exemplarisch dafür stand eine Kombination, wo erst Dyer im Halbraum freigespielt wurde, woraufhin Michu sich anbot und auf den heranstürmenden Shelvey ablegte. Da sich so viele am Spiel beteiligten, fehlte allerdings die Anspieloption für den Folgepass, weshalb aus der Distanz abgeschlossen werden musste. Außerdem verteidigt United in tiefen Positionen exzellent, indem sie den Zwischenlinienraum minimieren, was ihnen Ferguson in 25 Jahren mühsam eingepaukt hat. Ihre Konterstärke drängte die Außenverteidiger Swanseas zudem zu einer defensiveren Spielweise.

Zur Halbzeit wechselte Laudrup Bony ein und versetzte Shelvey ins defensivere Mittelfeld, um direkter zu spielen und mehr Kopfballstärke aufzubieten. Doch dieser Versuch wurde nicht von Erfolg gekrönt, da Vidic und Ferdinand in der Luft nahezu unüberwindbar sind und United durch Konter immer wieder Nadelstiche setzte.

Fazit: Swansea präsentierte sich von der kollektiven Spielanlage her nicht schlechter und gestaltete das Spiel, aber Manchester United entschied das Spiel mit einem eiskalten Doppelschlag. Darauf konnten die Waliser nicht reagieren. Robin van Persie absolvierte eine überragende Partie.

Manchester veränderte sich taktisch lediglich geringfügig, wobei sie ihr Pressing variabler praktizierten. Die Eckpfeiler ihres Spiels sind immer noch konsequentes Flügelspiel und eine gute Endverteidigung.

Swansea scheint den Weg zu einem wahrlich dominanten Team fortzusetzen, indem sie das entsprechende Pressing implementieren. Mit Canas haben sie einen passenden Mann für diese Zwecke verpflichtet. Interessant wird es sein zu beobachten, ob sie die beiden Stürmer Michu und Bony effektiv mit ihrer Spielphilosophie in Einklang bringen können.

Leonard Dung, abseits.at

Leonard Dung

  • Diesdas

    19.August.2013 #1 Author

    Ich hab an euch/dich eine Frage:
    Ist deiner/eurer Meinung Swansea mit eins oder DAS modernste Team der Premier League? Ich schaue die Liga selten, aber stelle mir immer öfters diese Frage und jetzt wollte ich einfach mal deine/eure Meinung hören

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  • LD

    20.August.2013 #2 Author

    Es ist die Frage, was man unter „modern“ versteht.
    Für manche ist das schnelles Konterspiel, für andere exzessive Positionsrochaden, aber es kann auch Ballbesitzspiel oder klares Positionsspiel bedeuten.

    Sie sind auf jeden Fall unkonventionell, weil sie als individuell schwächere Mannschaft auf Ballkontrolle setzen. Das verbinden sie immer mehr mit den Aspekten des modernen Fußballs. Diese würde ich als solche sehen, die entweder vor kurzem entstanden sind oder wiederentdeckt wurden (abkippender Sechser, Dreierkette) oder sich seit Jahrzehnten immer weiter durchsetzen (Der Trend, Generalisten statt Spezialisten einzusetzen zum Beispiel). Da ist Swansea schon ein Vorreiter in der eigenen Liga, weil sie kollektiv verteidigen und kollektiv angreifen. Außerdem positionieren sie sich taktisch gut, was sich letztlich auch auf andere übertragen sollte. Besonders ihr flexibles Verhalten ohne Ball unterscheidet sich auf seine Art von allen Teams. Aber ist Innovation gleichbedeutend mit Modernität?

    Sie sind meiner Meinung nach die im Kollektivspiel beste englische Mannschaft und sind dadurch natürlich modern. Wie modern, hängt davon ab, wie man den Begriff definiert. Getreu der alten Definition „modern ist, was erfolgreich ist“, sieht es bei Swansea ja auch gut aus. Ein Titel und Platz Neun in der Liga sind mit diesem Etat beachtlich.

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  • Diesdas

    22.August.2013 #3 Author

    Denkst du, dass sie, wenn sie individuell stärker besetzt wären, bei gleichbleibendem Kollektivspiel, jede Mannschaft in die Tasche stecken würden?

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