17 Erstligasaisonen und ein geiles Stadion: Das ist Salzburg-Gegner Konyaspor!
Europa League 19.Oktober.2017 Daniel Mandl 0
Als vermeintlich schwächster Salzburg-Gegner wurde der türkische „Fahrstuhlklub“ Konyaspor von vielen Medien bezeichnet. Aber nach zwei Runden stehen die Grün-Weißen sogar vor Marseille.
Ein knappes 0:1 in Marseille, ein 2:1-Sieg gegen das insgesamt biedere Vitória Guimaraes. Mit diesen Startergebnissen lacht der türkische Klub Konyaspor derzeit vom zweiten Platz der Salzburg-Gruppe. Einen Punkt hinter den Mozartstädtern. Am 19.10. und 2.11. steht nun das Salzburg-Doppel für die Elf von Mustafa Resit Akcay an. Aber mit welchem Verein bekommt es Red Bull Salzburg da eigentlich zu tun?
Ein langes Hin und Her
Gegründet wurde der Verein in seiner heutigen Form erst 1981 in der zentralanatolischen Stadt Konya. Er ist Resultat einer Fusion, wie sie schon 1965 und später nochmal 2012 (mit dem zweiten Profiverein der Stadt Konya Sekerspor) passierte. Der „Ur-Verein“ von Konyaspor wurde bereits 1922 zum Leben erweckt. In die höchste türkische Spielklasse stieß der Klub aber erst 1988 vor. Seitdem stieg man dreimal ab und dreimal wieder auf. 2017/18 bestreitet Konyaspor seine erst 17.Saison in der Süper Lig.
Vor zwei Jahren Dritter
Angesichts der Vormachtstellung der „großen Vier“ (die drei großen Istanbuler Klubs und Trabzonspor), war es für Konya stets schwierig in der Liga für Furore zu sorgen. Das beste Ergebnis legte der Verein 2015/16 hin, als man den dritten Endrang holte. Auf Meister Besiktas fehlten damals aber 13 Punkte.
Cupsieg im vergangenen Mai
Den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feierte man in Konya am 31.Mai dieses Jahres: Nach einem 0:0 nach Verlängerung ging es im türkischen Pokalfinale gegen Istanbul Basaksehir ins Elfmeterschießen, das Konya mit 4:1 für sich entschied. Untypisch: Die vier erfolgreichen Konya-Torschützen kamen aus Rumänien (Hora), Bosnien (Bajic), Serbien (Vukovic) und Slowenien (Skubic) – aber kein einziger aus der Türkei. In der Startelf standen nur drei gebürtige Türken und mit Kapitän Ali Camdali ein Deutsch-Türke, womit man sich an einem schmalen Grat der türkischen Liga-Regularien bewegt. Knapp zwei Monate später holte sich Konya sogar noch den Supercup-Sieg – mit einem 2:1-Erfolg über Meister Besiktas.
Erster EC-Sieg gegen Vitória Guimaraes
Das Europacup-Debüt gab Konya erst letztes Jahr, wo man sich als Dritter ebenso fix für die Europa League Gruppenphase qualifizierte, wie heuer als Cupsieger. Das 2:1 gegen Vitória Guimaraes war jedoch der allererste Sieg im achten Europacup-Spiel der Klubgeschichte. Letztes Jahr holte man in einer Gruppe mit Shakhtar Donetsk, Sporting Braga und KAA Gent nur einen einzigen Punkt.
Ein neues Top-Stadion
Dennoch sieht die Zukunft für den Klub durchaus rosig aus. Auch wenn das Zuschauerinteresse nicht so gegeben ist, wie bei den großen Istanbuler Klubs, fußt der Verein auf einer guten Infrastruktur. Erst vor drei Jahren wurde das supermoderne Konya Büyükşehir Stadı mit fast 42.000 Sitzplätzen eröffnet, das als möglicher Spielort für eine Europameisterschaft 2016 in der Türkei vorgesehen war. Das UEFA-Stadion kostete knapp 34 Millionen Euro.
Namensponsoren im Rücken
Zudem verkaufte Konyaspor im Jahr 2012 erstmals sein Namensrecht an ein Unternehmen und hieß fortan Torku Konyaspor. Vor einem Jahr stieg stattdessen die türkische Unternehmensgruppe Atiker ein, die nun vor Konyaspor steht. Seitdem kann man nach einer längeren finanziellen Durststrecke auch mal wieder stressfrei die eine oder andere Ablösesumme bezahlen. Unter anderem verpflichtete man vor Beginn der türkischen Ligasaison Petar Filipovic um 1,2 Millionen Euro von der Wiener Austria.
Rekordtransfers im vergangenen Sommer
Daran sind aber auch die beiden teuersten Abgänge der Vereinsgeschichte nicht unschuldig, die jeweils im vergangenen Sommer über die Bühne gingen: Jagos Vukovic wechselte um zwei Millionen zu Olympiakos und Riad Bajic um 5,5 Millionen zu Udinese Calcio. Dies sind allerdings zwei von nur neun Spielern, für die Konya im Laufe ihrer Geschichte eine offizielle Ablösesumme kassierte…
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Daniel Mandl Chefredakteur
Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen
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