Wir lassen noch einmal das EL-Gruppenspiel zwischen Arsenal und dem 1. FC Köln Revue passieren! Wie stellte Peter Stöger seine Mannschaft gegen die Gunners... Analyse: Warum Peter Stögers Köln gegen Arsenal verlor

Wir lassen noch einmal das EL-Gruppenspiel zwischen Arsenal und dem 1. FC Köln Revue passieren! Wie stellte Peter Stöger seine Mannschaft gegen die Gunners ein?

Der 1. FC Köln konnte in der Bundesligasaison 2017/18 bis jetzt noch nicht an die guten Leistungen der letzten Spielzeit anknüpfen. Nach drei Niederlagen in drei Spielen gegen Gladbach, Hamburg und Augsburg steht der Klub nun mit null Punkten am Ende der Tabelle. Zurzeit kommt es immer wieder in der Defensive zu Abstimmungsproblemen und vielen Stellungsfehlern. In der Offensive konnte man noch nicht wirklich Akzente setzen, und wenn dann nur über individuelle Aktionen vom Neuzugang Jhon Cordoba. Doch in der Europa League gegen Arsenal mussten sich die Kölner etwas überlegen. Aber wie bereitete Peter Stöger seine Mannschaft auf den FC Arsenal vor?

Organisation des 1. FC Köln

In der Defensive organisierte sich Köln in einem 4-1-4-1. Dabei spielte der Kapitän Matthias Lehmann den alleinigen Sechser. im Gegensatz zu den Spielen gegen Hamburg und Augsburg wurde Jhon Cordoba als einzige Sturmspitze aufgestellt. Die Gäste aus Köln attackierten erst ab der Höhe der Mittellinie und überließen es den Londonern das Spiel zu machen. Cordoba und das Mittelfeld versuchten vertikale Pässe durch richtiges Anlaufen und Zustellen, durch Deckungsschatten der zentralen Spieler zu unterbinden. Wodurch die Gastgeber mit den Innenverteidigern viele Diagonalpässe auf die Außenbahnen spielen mussten. Auch Chipbälle hinter die Abwehr wurden als Offensivmittel angewandt, waren aber entweder zu lang oder konnte von der Kölner Defensivmannschaft abgewehrt werden. Bei Ballverlust wurde von den Kölner kein Gegenpressing ausgeübt, sondern versuchte so schnell wie möglich zurück in die eigene Hälfte zu kommen.  Arsenal konnte dennoch nicht wirklich schnell nach vorne spielen, da die Kölner gleich in der Rückwärtsbewegung die Räume hinter ihrer Abwehr dicht machten.

Nach einer Balleroberung suchten die Kölner sofort Cordoba in der Tiefe und probierten ihn mit Vertikalpässen oder mit hohen Bällen über die Abwehr füttern. . Nach einem Pass in die Tiefe wurde der Stürmer sofort durch die Außenbahnspieler Bittencourt und Zoller unterstützt, um Anspielstationen zu haben. Oft sprinteten die Außenspieler schon bevor der Ball überhaupt zu Cordoba kam, um einen Vorsprung zu haben. Falls der vertikale Pass zum Stürmer nicht zu spielen war, versuchte Köln das Spiel wieder neu aufzubauen.  Sie versuchten sehr früh die Seiten zu bespielen. Entweder wurde vom Innenverteidiger ein Diagonalpass zur Außenbahn gespielt oder es wurde versucht mit kurzen Pässen auf der Seite vorbeizukommen.

Spielverlauf

Die Mannschaft aus Köln konnte überraschenderweise nach neun Minuten durch Jhon Cordoba in Führung gehen. Nach einem hohen Ball über die Abwehr fängt ihn Ospina zwar ab, konnte den Ball aber nicht weit genug klären. So landete der Ball bei Cordoba, Arsenals Tormann war noch nicht zurück und der Stürmer von Köln konnte aus 40 Meter abschließen. Nach einer Verletzung von Jonas Hector verlor Köln in der 35. Minute eine wichtige Stütze des Teams. Gegen Ende der 1. Halbzeit drängte Arsenal die Gäste auch immer mehr in die eigene Hälfte. Cordoba attackierte oft nur noch 15-20 m hinter der Mittellinie in der eigenen Hälfte. Der 1. FC Köln startete wie in der 1. Halbzeit in die Zweite. Defensiv spielt man in einem 4-1-4-1. Man attackierte wieder ab der Mittellinie und versuchte bei Balleroberung so schnell wie möglich nach vorne zu spielen. Doch Arsenals Neuzugang Sead Kolasinac dämpfte jedoch Kölns Euphorie. Nachdem eine Flanke von Walcott geblockt wurde landete der Ball bei Kolasinac, der ins lange Eck zum Ausgleich abschloss. In der zweiten Halbzeit merkte man, dass den Kölner die Kraft ausging. Arsenal tat sich nun leichter durch die Mitte Angriffe einzuleiten, weil das Zentrum nicht mehr so gut zugemacht wurde. Nach einem Fehlpass im Zentrum der Kölner führte Arsenal einen Konter aus. Alexis Sanchez wurde in die Tiefe geschickt, konnte seine Eins-gegen-Eins-Fähigkeiten ausnutzen und schoss aus 16er-Höhe ohne wirkliche Bedrängnis ins lange Eck. Nach dem Tor attackierte die Kölner Mannschaft phasenweise schon in der gegnerischen Hälfte, um noch ein Tor zu schießen. In der 82. Minute vorderläuft Kolasinac Sanchez und kann danach auf Wilshere ablegen, der aber den Ball durchlässt zu Walcott. Der Außenspieler kommt zum Abschluss, welcher aber von Timo Horn pariert wird. Danach kam Bellerin zum Nachschuss und konnte zum 3:1 abschließen.

Fazit

Peter Stöger und der 1. FC Köln hatten sich gut auf das Spiel vorbereitet, denn man konnte in der 1. Halbzeit mit einer starken Defensivleistung die Mannschaft aus London überraschen. Die Gäste gingen sogar in Führung und konnten diese bis zur Halbzeit halten. Aber nach der Halbzeitpause konnten die Kölner den Druck und die individuelle Klasse Arsenals nicht mehr standhalten, weil ihnen die Kraft ausging und die Räume nicht mehr schnell genug zu machen konnten.

Simon Goigitzer, abseits.at

Simon Goigitzer

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