Red Bull Salzburg bekommt es heute mit dem FC Basel zu tun. Nach dem beeindruckenden Weiterkommen gegen Ajax Amsterdam, sind die Schweizer vor den... Der Schweizer Vorzeigeklub: Das ist der FC Basel!

FC BaselRed Bull Salzburg bekommt es heute mit dem FC Basel zu tun. Nach dem beeindruckenden Weiterkommen gegen Ajax Amsterdam, sind die Schweizer vor den ‚Bullen‘ gewarnt. In unserem Vereinsportrait beschreiben wir den Schweizer Aushängeklub und zeigen, wieso trotz der internationalen Salzburg-Euphorie nicht mit den Baslern zu scherzen ist.

Name: FC Basel 1893
Gründung: 15. November 1893
Alter: 120 Jahre
Vereinsfarben: Rot-Blau
Präsident: Bernhard Heusler
Stadion: St. Jakob-Park (auch „Joggeli“ genannt)
Fassungsvermögen: 38.512
Budget: ca. 50 Millionen Euro

120 Jahre ist der FC Basel mittlerweile alt, aber bis in die späten 60er-Jahre blieben die Erfolge größtenteils aus und der Traditionsverein spielte eher eine untergeordnete Rolle im Schweizer Fußball. 1953 gelang der erste von 16 Meistertiteln, blieb vorerst jedoch ein Strohfeuer. Den nächsten Titel holten die Rot-Blauen erst wieder 1967, ließen aber in den zehn Jahren danach fünf weitere folgen.

Oeri und Gross

Richtig interessant wurde es erst um die Jahrtausendwende: Im Oktober 1999 stieg Roche-Erbin Gisela Oeri als Mäzenin beim FC Basel ein und stellte den Verein auf finanziell gesunde Beine. Bereits einige Monate zuvor wurde mit Christian Gross ein Trainer verpflichtet, der später zum Sinnbild für die bis dahin größten Basler Erfolge werden sollte. Gross trainierte in der Saison 1997/98 Tottenham Hotspur und blieb danach von 1999 bis 2009 Trainer des FC Basel.

Mit System an die Spitze

Basel versteifte sich auch in der Gross-Ära nicht auf Hamsterkäufe, sondern stärkte Infrastruktur und Nachwuchsarbeit. Zur Saison 2000/01 kamen mit Hakan und Murat Yakin zwei Spieler nach Basel, die in den nächsten Jahren zu Symbolen des Erfolgs im Klub werden sollten. Der junge Philipp Degen, der aus dem eigenen Nachwuchs hochgezogen wurde (und später unter anderem für Dortmund und Liverpool spielte) und der damals 19-jährige Ivan Ergic, den man von Juventus holte, waren die ersten Vorboten des jungen Wegs. Dass man für den Kameruner Hervé Tum zwei Millionen Euro auf den Tisch des FC Sion knallte war zudem ein Zeichen: „Auch das geht jetzt“…

Der wichtige Giménez-Transfer

In der Saison 2001/02 nahm Basel noch einmal vier Millionen Euro in die Hand, um den Stamm im Team zu stärken. Abwehrchef Marco Zwyssig kam vom damaligen österreichischen Meister FC Tirol, mit dem Argentinier Christian Giménez holte Basel den Helden einer Ära, der in vier Jahren mehr als 100 Pflichtspieltore beisteuern sollte. Ganz nebenbei wurde zudem ein gewisser Marco Streller, damals 20 Jahre alt, in die Kampfmannschaft befördert. 2 ½ Jahre später wechselte er zum VfB Stuttgart.

Richtungsweisende Zeiten

Von 2002 bis 2008 wurde Basel viermal Meister. Und das langfristig aufgesetzte Konzept der Basler begann nun auch wirtschaftlich zu fruchten. Basel exportierte seine Topspieler gegen stolze Transfersummen. 2003/04 bekam man für die Yakin-Brüder, die nach Stuttgart und Paris wechselten, vier Millionen Euro. Drei Millionen lukrierte man aus dem Streller-Transfer nach Stuttgart. Ein Jahr später wechselte Thimothée Atouba um 4,5 Millionen zu Tottenham. Noch eine Saison darauf bekam man fast vier Millionen von Olympique Lyon für Innenverteidiger Patrick Müller. Basel konnte nun reinvestieren, das Scouting ausbauen, den Nachwuchs noch weiter stärken. Und je länger man das tat, desto häufiger und größer wurden die Erfolge.

Erstes Aufzeigen in Europa

In dieser richtungsweisenden Zeit von 2000 bis 2008 begann der FC Basel sich nun auch einen Namen in Europa zu machen. Ein Jahr nach dem ersten Meistertitel unter Christian Gross schaffte man es bis in die Zwischenrunde der Champions League. Die Mannschaft knöpfte dem FC Liverpool zwei Unentschieden ab, schlug Juventus, entführte einen Punkt aus Old Trafford. Zwei Jahre später überwinterte Basel im UEFA-Cup, 2005/06 erreichte man das Viertelfinale. Monaco und Strasbourg wurden ausgeschaltet, ehe im April das Aus gegen den FC Middlesbrough kam.

Zwei Jahre später schaffte es Basel ebenfalls über die UEFA-Cup-Gruppenphase hinaus, scheiterte dann aber an Sporting Lissabon. In der UEFA-Cup-Qualifikation traf der Verein damals auf den SV Mattersburg, der zu Hause mit 2:1 und auswärts mit 4:0 bezwungen wurde. Nach dem Meistertitel 2008 schnupperte Basel mal wieder Champions-League-Luft, zahlte dabei aber auch viel Lehrgeld. Den einzigen Punkt, den man in der Gruppenphase holte, machte man beim großen FC Barcelona. Ansonsten gab es nur Niederlagen, davon zwei 0:5-Klatschen gegen Barcelona zu Hause und Shakthar Donetsk auswärts.

United besiegt, Bayern geärgert

Die Basler Mannschaft durchlief einen Generationswechsel, veränderte mit Christian Gross‘ Abgang unter Thorsten Fink und später Heiko Vogel auch ein wenig die Spielphilosophie. Ab der Saison 2009/10 war Basel auf nationaler Ebene nicht mehr zu stoppen: Vier Meistertitel in Serie, dazu zwei Cupsiege, zwei Champions-League-Teilnahmen und der Aufstieg ins CL-Achtelfinale in der Saison 2011/12. Gegen Manchester United holte Basel auswärts ein legendäres 3:3 (drei Treffer von Alex Frei), zu Hause fixierte man mit einem 2:1-Sieg gegen die Red Devils den Aufstieg. Im Achtelfinale besiegte der FCB den anderen FCB aus München zu Hause mit 1:0, ging dann aber auswärts mit 0:7 unter.

Über 30 Millionen für Shaqiri, Xhaka und Salah

Die Mannschaft und natürlich auch die Arbeitsweise des FC Basel baute immer mehr Reputation auf internationaler Ebene auf. Den 20-jährigen Xherdan Shaqiri ließ man im Sommer 2012 um fast 12 Millionen Euro zum FC Bayern München ziehen; der noch jüngere Granit Xhaka wechselte zur selben Zeit um 8,5 Millionen zu Borussia Mönchengladbach. Der Shaqiri-Ersatzmann stand schon parat: Der flinke Ägypter Mohamed Salah kam um 2,5 Millionen Euro von den Arab Contractors. Diese Ablösesumme zu berappen war im Sommer 2012 für den FC Basel längst kein Problem mehr. Die umtriebige Scoutingabteilung war vom Ägypter überzeugt – er dankte es mit denkwürdigen Spielen und wurde erst vor wenigen Monaten um 13 Millionen Euro an den FC Chelsea verkauft.

Halbfinale der Europa League

Den größten Erfolg auf internationaler Ebene feierte der FC Basel in der vergangenen Saison 2012/13 unter dem aktuellen Trainer Murat Yakin. Im K.O.-Modus der Europa League schaltete Basel Dnipro Dnepropetrovsk, Zenit St. Petersburg und Tottenham aus. Erst im Halbfinale gegen den FC Chelsea war für die Schweizer Endstation. In der aktuellen Saison beendete Basel die Champions-League-Gruppenphase als Dritter und besiegte dabei gleich zweimal den FC Chelsea (bei beiden Siegen traf Salah). Zuletzt setzte sich Basel gegen Maccabi Tel Aviv durch (0:0 a, 3:0 h).

In der Liga lacht Basel aktuell mit fünf Punkten Vorsprung auf die Grasshoppers Zürich von der Tabellenspitze, schwächelte jedoch in den letzten Wochen. Gegen St.Gallen, Thun und die Grasshoppers gab es jeweils nur Unentschieden.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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