Wenn heute der zweite Spieltag der Europa League in der Saison 2011/2012 angepfiffen wird, haben alle drei österreichischen Vertreter im Bewerb einiges vom ersten... Heute wird's wieder in der Europa League ernst: Austria glaubt, Salzburg hofft, Sturm bangt

Wenn heute der zweite Spieltag der Europa League in der Saison 2011/2012 angepfiffen wird, haben alle drei österreichischen Vertreter im Bewerb einiges vom ersten Spieltag gut zu machen. Sturm verlor im Heimspiel gegen Lok Moskau 1:2, die Austria unterlag Metalist Kharkiv mit demselben Ergebnis in Wien. Salzburg war beim 1:3 in Paris gegen St. Germain chancenlos.

Austria glaubt an sich

Bei der Wiener Austria ist man sich zwar bewusst, dass Metalist Kharkiv im ersten Heimspiel der Europa League eine Nummer zu groß war, ein Punktgewinn aber in Reichweite lag. Thomas Jun hatte die Veilchen bereits früh in Führung gebracht, doch das zweite Tor wollte nicht gelingen. Doch in dieser Woche gibt es zumindest von den Ergebnissen her gute Vorzeichen auf einen internationalen Erfolg: holte man in der Bundesliga vor dem Spiel gegen Kharkiv nur einen Punkt beim Abstiegskandidaten aus Wiener Neustadt, so schlug man bei der Generalprobe für das Malmö-Abenteuer Meister Sturm im eigenen Stadion 2:1. Dadurch kam auch ein Stück des Selbstvertrauens wieder zurück, das die Violetten in vielen Teilen der letzten Saison so stark gemacht hatte. Der schwedische Gegner Malmö FF verpatzte im Gegensatz zur Austria seine Generalprobe und erreichte bei AIK Solna nur ein 1:1. Damit rückt ein internationaler Startplatz in der in drei Wochen endenden Meisterschaft in weitere Ferne. Als Siebenter hat Malmö bereits zwölf Punkte Rückstand auf Platz drei, der ein internationales Antreten ermöglicht. Allerdings hat der 16-malige Meister erst 25 Spiele ausgetragen, während die Konkurrenz bereits 27 Partien hinter sich gebracht hat.

Salzburg hofft auf Besserung

Bei Red Bull Salzburg brennt es lichterloh. Nicht, weil man in der Europa League mit einem 1:3 in Paris gestartet ist – diese Niederlage war vorhersehbar und nicht weiter tragisch, da im Prinzenpark auch nicht mit Punktgewinnen von Athletic Bilbao und Slovan Bratislava zu rechnen sein wird. Vielmehr bereitet Ricardo Moniz die aktuelle Einstellung seiner Spieler Sorgen. Wer das Spiel gegen die Admira sah, kam nicht drum herum, den Salzburgern mangelnden Einsatz und fehlende Freude am Spiel zu attestieren. Leiden einige der Stars gar an Motivationsproblemen, wenn sie anstatt in der Europa League vor 20.000 gegen Pastore & Co. in der Südstadt vor gerade einmal einem Drittel davon gegen die Admira die Tabellenführung verteidigen müssen? Moniz hatte nach der 1:2-Niederlage einige Rotationen innerhalb der Mannschaft angekündigt. Zu zumindest einer wird der Niederländer sogar gezwungen: Christoph Leitgeb, bisher Fixstarter und Stammspieler bei Moniz, musste am Sonntag nach 51 Minuten vom Feld. Der 26-jährige Mittelfeldspieler erlitt einen Bändereinriss im Sprunggelenk und wird den Bullen mindestens vier Wochen fehlen. Trotz den schlechten Vorzeichen zeigte sich Moniz im Vorfeld der Heimspielpremiere in der Europa League optimistisch: „Heute waren wir schlecht. Aber am Donnerstag wird man eine komplett andere Mannschaft am Platz sehen.“ Keine komplett andere Mannschaft, aber zumindest eine ganz andere Einstellung werden die Herren in Rot und Weiß aber an den Tag legen müssen, wenn sie den ersten Sieg in der Europa League feiern möchten. Denn der Gegner hat eine imposante Serie vorzuweisen: Bratislava hat die letzten fünf Auswärtsspiele in internationalen Bewerben nicht verloren und dabei unter anderen dem AS Rom und dem VfB Stuttgart jeweils ein Unentschieden abgeknöpft.

Sturm bangt um seine Leistungsträger

Franco Foda ist derzeit ein gefragter Mann. Trotzdem ist der Deutsche in der aktuellen Situation nicht zu beneiden. Obwohl Foda, ein erfahrener Profi, naturgemäß beschwichtigt, die Diskussion um den Teamchefposten verunsichere sein Team nicht, sprechen die Zahlen eine andere Sprache. Seitdem bekannt wurde, dass Didi Constantini seinen Vertrag beim ÖFB nicht verlängern wird, bezogen die Grazer in drei Spielen zwei Niederlagen (2:4 gegen die Admira, 1:2 gegen Austria) und holten lediglich einen Punkt (1:1 gegen Innsbruck). Dazu kommt die ärgerliche Niederlage gegen Lokomotive Moskau (1:2) in der Europa League. Seit Foda als ernsthafter Teamchefkandidat im Gespräch ist, konnte die Mannschaft nur einen einzigen vollen Erfolg feiern, im ÖFB-Cup wurde Regionalligist Weiz mit 4:0 geschlagen. Doch nicht nur die schwache Form der Grazer bereitet Foda Sorgen, auch ein Blick auf die Verletztenliste lässt die Erwartungen vor dem Auswärtsspiel gegen AEK Athen nicht wachsen. Zuletzt fehlten dem Meister mit Säumel, Feldhofer, Muratovic, Gratzei, Dudic, Kienast, Koch und Sandro Foda acht Spieler. Hoffnung auf eine Einsatzmöglichkeit in Athen hat Foda zumindest bei Säumel, Feldhofer und Dudic, der Rest des Lazaretts wird wohl noch etwas länger fehlen. „Diese drei haben am Sonntag erstmals wieder mit der Mannschaft trainiert, vielleicht ist auch Samir Muratovic, der gestern nur laufen konnte, wieder dabei“, so Foda. AEK verlor zwar ebenfalls die erste Partie mit 1:4 gegen Anderlecht, man ist trotzdem gewarnt. Mit Eidur Gudjohnsen haben die Griechen immerhin einen Champions-League-Sieger (2009 mit Barcelona) in ihren Reihen, Traianos Dellas gehörte dem Europameisterteam von 2004 an.

Archimedes, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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