Morgen trifft die Wiener Austria im Rahmen der dritten Runde der Europa-League-Qualifikation auf den slowakischen Verein Spartak Trnava. Wir informieren euch in diesem Artikel... Kein Goalgetter, aber ein interessantes Mittelfeld: Das ist Austria-Gegner Spartak Trnava

Slowakei Flagge_abseits.atMorgen trifft die Wiener Austria im Rahmen der dritten Runde der Europa-League-Qualifikation auf den slowakischen Verein Spartak Trnava. Wir informieren euch in diesem Artikel über den Gegner, wobei wir uns zunächst kurz die Vereinsgeschichte ansehen und dann den Kader detailliert analysieren.

Die bisherige Vereinsgeschichte

Der im Jahr 1923 gegründete Verein kann auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurückblicken, denn der Klub gewann fünfmal die tschechoslowakische Meisterschaft. Es gibt viele Vereine bei denen man von einem goldenen Zeitalter sprechen kann, aber bei Spartak Trnava gibt es dieses tatsächlich. Zwischen den Saisonen 1967/68 und 1972/73 wurden nämlich alle fünf tschechoslowakischen Meistertitel erobert und das Team stieß in diesem Zeitraum auch einmal ins Semifinale des UEFA-Cups, sowie zweimal bis ins Viertelfinale vor. 1966 gewann man außerdem den Mitropa Cup.

Die Heimspiele trägt der Verein im Štadión Antona Malatinského aus, welches 1921 errichtet und zwischen 2013 und 2015 umfassend renoviert und umgebaut wurde. Die Austria-Anhänger dürften sich auf das modernste Stadion in der Slowakei freuen, das 19.000 Zuschauern Platz bietet. Apropos Fans: Die Spartak-Trnava-Anhänger gelten als sehr leidenschaftlich und so verwundert es auch nicht, dass die Wiener Austria 2000-4000 Schlachtenbummler aus der Slowakei erwartet. In der Meisterschaft gilt übrigens Slovan Bratislava als der größte Rivale des Austria-Gegners.

Hier ein paar Eindrücke vom neuen Stadion:

Um ein wenig Brisanz in diese Begegnung hineinzubringen sei noch erwähnt, dass der Klub, der im Laufe seiner Geschichte oftmals den offiziellen Vereinsnamen wechselte, zwischen 1929 und 1939 SK Rapid Trnava hieß. Den jetzigen Namen FC Sparta Trnava benützt der Verein seit 1993.

Prominenter Mann auf Trainerbank

Betreut wird die Mannschaft vom 107-fachen slowakischen Teamspieler Miroslav Karhan, der mit diesem Klub eng verbunden ist. Bereits im Alter von zehn Jahren trat er diesem Verein bei und bestritt zwischen 1993 und 1999 152 Spiele, in denen der zentrale Mittelfeldspieler 21 Tore erzielte. Danach führte ihn sein weiterer Weg zu Betis Sevilla, Besiktas, Wolfsburg und Mainz, bis sich der Kreis wieder schloss und er bei seinem Jugendverein anheuerte, wo er seine Karriere ausklingen ließ.

In der slowakischen Liga sind mittlerweile zwei Spieltage absolviert und Spartak Trnava steht mit einem Sieg und einem Unentschieden am dritten Tabellenplatz. Vergangene Saison lag man nach 33 Spieltagen auf Platz vier, wobei die Mannschaft satte 27 Punkte Rückstand auf Meister Trencin hatte. Da AS Trencin aber auch den Cup für sich entschied, durfte der Tabellenvierte in der Europa-League-Qualifikation starten. Dort besiegte Trnava zunächst die Hibernians aus Malta mit einem Gesamtscore von 6:0 und bezwang dann den FC Shirak Gyumri aus Armenien. Nach einem 1:1-Unentschieden im Hinspiel setzten sich die Slowaken zu Hause mit 2:0 durch. Miroslav Karhan favorisiert im Normalfall ein 4-2-3-1-System. Im Rückspiel gegen Shirak setzte er aber auf ein 4-4-1-1.

Junges Talent im Tor

Der FC Spartak Trnava wird gegen die Austria einen jungen Torhüter ins Rennen schicken, denn Schlussmann Adam Jakubech ist gerade einmal 19 Jahre alt. Der 1.89m große Tormann gilt als eines der größten Talente im Land und kam in der vergangenen Saison bereits zu 15 Einsätzen in der Kampfmannschaft, nachdem er von der zweiten Mannschaft befördert wurde. In Eins-gegen-Eins-Situationen kommt er explosiv aus dem Tor heraus und auch auf der Linie stellte er bei Weitschüssen in der höchsten Spielklasse schon einige Male sein Können unter Beweis. Allerdings wirken seine Bewegungen in einigen Momenten noch zu hektisch und die Wiener werden seine Unerfahrenheit vielleicht ausnutzen können. Dennoch ein Mann, auf den eine schöne Karriere warten kann – vorausgesetzt er entwickelt sich noch wie erhofft weiter.

Routinierte Innenverteidiger

In der Innenverteidigung wird es keine Überraschung geben, denn Lukas Gressák und Boris Godál sind unter Coach Karhan im Abwehrzentrum gesetzt. Im Gegensatz zu ihrem Schlussmann verfügen die zentralen Abwehrspieler über einiges an Erfahrung. Godál begann seine Karriere als Profi vor zehn Jahren beim AS Trenčín, wo er bis 2012 unter Vertrag stand. Nach einem Auslandsabenteuer in Polen bei Zagłębie Lubin kehrte er 2015 zu Spartak Trnava zurück. Während Godal eher die Lufthoheit im eigenen Strafraum sicherstellt, ist Lukas Gressák dafür zuständig die schnellen Spieler abzulaufen. Gressák, der bis 2014 beim MFK Ružomberok spielte, hat zudem einen recht sauberen Spielaufbau. Bei Ružomberok kam er auch öfters im defensiven Mittelfeld zum Zug.

Zwei junge Außenverteidiger mit Chancen auf Startplatz

Rechts in der Abwehrkette duellieren sich der eher limitierte Peter Cögley und Andrej Kadlec um den Platz in der Startelf. Der 27-jährige Cögley verbrachte fast seine gesamte bisherige Karriere beim AS Trenčín und stieß diese Saison neu zur Mannschaft hinzu. In der ersten Qualifikationsrunde gegen die Hibernians aus Malta spielte der Außenverteidiger durch, danach bekam der 20-jährige Kadlec den Vorzug. Das Talent wechselte im Winter von MŠK Žilina zu Spartak und absolvierte im Frühjahr neun Spiele für seinen neuen Klub.

Links in der Viererkette sollte mit Denis Hornik ebenfalls ein junger Spieler den Vorzug bekommen. Der gerade 19 Jahre alt gewordene Abwehrspieler schaffte in der vergangenen Saison von der zweiten Mannschaft den Sprung ins erste Team und stand zwölf Mal in der Startaufstellung.

Mittelfeld als Prunkstück des Teams

Im zentralen Mittelfeld hat Edson Correia de Araújo, kurz Èder genannt, gute Chancen auf einen Startplatz. Der 28-jährige brasilianische Legionär wechselte erst diesen Sommer nach Europa und erzielte zuletzt im Meisterschaftsspiel gegen Dunajská Streda bereits sein erstes Saisontor. Èder kann seine Stärken am besten in den Umschaltmomenten ausspielen, denn nach einem Ballgewinn versucht er über schnelle Kombinationen rasch zum gegnerischen Strafraum zu gelangen. Ein Spieler der ständig in Bewegung ist, die Augen für den Mitspieler hat, jedoch etwas kaltblütiger vor dem gegnerischen Tor sein könnte. In jedem Fall ein interessanter Neuzugang, auf den die Austria-Spieler ein Auge werfen müssen.

Neben ihm könnte der 29-jährige Anton Sloboda spielen, der die letzten Jahre in Polen bei Podbeskidzie Bielsko-Biała unter Vertrag stand. Eine andere Variante wäre der etwas offensivere Bello Babatounde. Der 26-Jährige stammt aus Benin, spielt aber schon sein gesamtes Leben in Europa und wäre die spannendere Version. Hier könnt ihr euch einige Highlights von ihm ansehen:

Der beste Spieler der Slowaken spielt eine Station weiter vorne. Martin Mikovic kommt entweder im offensiven Mittelfeld oder als offensiver Flügelspieler zum Zug, wobei er im zweiten Fall meist über die linke Seite kommt. Der 25-jährige Offensivmann durchlief seit er sieben Jahre alt war alle Nachwuchsmannschaften von Spartak und erzielte als Profi in 140 Meisterschaftsspielen 24 Tore für sein Team, wobei seine Treffsicherheit in den letzten beiden Jahren stark zunahm. In den vergangenen beiden Saisonen traf er in insgesamt 58 Spielen 17 Mal. Der Eigenbauspieler steht auf dem Zettel von einigen internationalen Scouts und wird wohl nicht sein ganzes Leben bei seinem Stammverein bleiben. Hier haben wir ein Highlight-Video vom besten Mann der Slowaken:

Wie Mikovic kann auch Emir Halilovic sowohl im offensiven Mittelfeld, als auch am linken Flügel spielen. Der Bosnier absolvierte in der vergangenen Saison 28 Meisterschaftsspiele und erzielte dabei zwei Treffer. Der 26-Jährige ist ein starker Techniker und tritt eher als Vorlagengeber in Erscheinung. In der vergangenen Saison legte er einige Treffer mustergültig auf.

Im rechten Mittelfeld begann in den bisherigen Europa-League-Qualifikationsspielen stets der 22-jährige Ivan Schranz, der in der vergangenen Saison starke acht Treffer erzielte. Seine Torgefährlichkeit stellte er auch schon im slowakischen U21-Nationalteam unter Beweis, wo er in acht Partien fünfmal ins Schwarze traf.

Kein Goalgetter nach Depetris-Abgang

Das größte Problem ist bei den Slowaken momentan der Sturm, denn nach dem Abgang von David Depetris fehlt den Slowaken vorne ein Goalgetter. Eine Möglichkeit wäre es angesichts der fehlenden Alternativen Martin Mikovic ins Sturmzentrum zu stellen, doch Miroslav Karhan rang sich dazu noch nicht durch. Kouakou Privat und Robert Ndip Tambe spielten in der vergangenen Saison in der Mannschaft keine tragende Rolle und ob Neuzugang Matus Paukner der gesuchte Goalgetter ist steht auch noch in den Sternen. Anhand der bisherigen Rotation im Angriff erkennt man auch, dass Karhan seine Nummer Eins im Sturm noch nicht gefunden hat.

Stefan Karger, abseits.at

Stefan Karger

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