Im Juli machten sich Sturm Graz, Salzburg, Austria Wien und Ried dazu auf, ein möglichst erfolgreiches Europacupjahr zu beginnen. Etwas mehr als fünf Monate... Österreich im Europacup 2011/12: Red Bull Salzburg schafft den Aufstieg!

Im Juli machten sich Sturm Graz, Salzburg, Austria Wien und Ried dazu auf, ein möglichst erfolgreiches Europacupjahr zu beginnen. Etwas mehr als fünf Monate später lässt sich konstatieren, dass dies durchaus gelungen ist und Österreich von diesen vier Vereinen auf internationaler Ebene würdig vertreten wurde. Abseits.at wirft noch einmal einen Blick zurück und beleuchtet das Auftreten der rot-weiß-roten Europacupfighter. Im zweiten Teil der Serie steht Vizemeister Salzburg im Fokus.

Keine Probleme gegen Letten

Nach der verpassten Meisterschaft und einer insgesamt enttäuschenden Saison galt es für Salzburg, sich nun zumindest für die Gruppenphase der Europa League zu qualifizieren.

Als erster Gegner auf dem Weg dorthin stellte sich Metalurgs Liepaja aus Lettland den Mozartstädtern in den Weg. Diese ließen den Balten jedoch keine Chance und gewannen das Hinspiel auswärts mit 4:1, wobei der unter Neotrainer Ricardo Moniz aufblühende Brasilianer Alan für drei Treffer in der ersten Halbzeit sorgte.

Demnach war das Rückspiel in Salzburg nur mehr Formsache und Moniz nutzte diese Partie, um einigen Reservisten die Chance auf Einsätze zu geben. Diese umgekrempelte Mannschaft zeigte sich jedoch alles andere als eingespielt und kam nur zu einem enttäuschenden torlosen Remis.

Gegen den slowakischen Vizemeister

In der nächsten Runde wartete nur der slowakische Vizemeister Senica, der zum ersten Mal überhaupt im Europacup antrat. Das Hinspiel in der EM-Arena erwies sich als äußerst zähe Angelegenheit, da es offenbar das einzige Ziel der Slowaken war, ein 0:0 zu ermauern und den Salzburgen kaum ein Rezept dagegen einfiel. Es bedurfte schon eines Solos von Neuzugang Leonardo, der die halbe Gästemannschaft ausdribbelte, um zum hoch verdienten 1:0 Sieg zu kommen, da sich die Slowaken im gesamten Spiel keine einzige Torchance erarbeiten konnten.

Wesentlich leichter ging für die Salzburger das Rückspiel in Senica von der Hand, da die Slowaken nun auch etwas für das Spiel tun mussten und sich so Räume auftaten. Diese wurden insgesamt dreimal genutzt, Leonardo brachte die Salzburger bereits nach zehn Minuten mit einem sehenswerten Heber in Führung, während Alan in der zweiten Hälfte per Doppelschlag für den Endstand von 3:0 sorgte. Auch in dieser Partie blieb Senica äußerst ungefährlich, lediglich bei einem Lattenkopfball der Slowaken hatte Salzburg etwas Glück.

Trotz Krankheit in die Europa League

Im Playoff zur Europa League kam es zum Wiedersehen mit einem alten Bekannten, denn Omonia Nikosia hatte Salzburg bereits in der Vorsaison in der Champions League Qualifikation eliminiert (1:1 und 4:0). Diesmal sollte es allerdings wesentlich knapper zugehen und Salzburg kassierte beim Spiel auf Zypern die erste Auswärtsniederlage unter Moniz überhaupt. Dabei waren die Salzburger bereits nach drei Minuten durch Alan in Führung gegangen, Freddy und Leandro konnten die Partie jedoch noch vor der Pause drehen, was auch den Endstand bedeutete. Überschattet wurde diese Partie von einer Viruserkrankung, die sich zahlreiche Salzburger Spieler (und mitgereiste Journalisten) zugezogen hatten, so dass die Mannschaft deutlich geschwächt auftreten und Simon Cziommer nach zwanzig Minuten bereits ausgewechselt werden musste. Da nahezu die ganze Mannschaft betroffen war, beantragte Salzburg bei der Bundesliga, das folgende Spiel gegen Sturm Graz zu verschieben, diesem Antrag wurde jedoch nicht stattgegeben.

Im Rückspiel konnte sich Salzburg für die Niederlage revanchieren und schlug die wenig überzeugend auftretenden Zyprioten mit 1:0, Das Goldtor erzielte kurz nach dem Seitenwechsel Abwehrspieler Martin Hinteregger, wobei der Schlussmann der Gäste keine überzeugende Figur abgab.

Den „Höhepunkt“ der Partie stellte der Doppelausschluss von Pasanen und Avraam dar, die sich in der 70. Minute ein unlauteres Duell geliefert hatten.

In der Europa League bekamen die in Topf 3 gesetzten Salzburger Paris Saint Germain, Athletic Bilbao sowie Slovan Bratislava zugelost. Als Ziel wurde der Aufstieg in das Sechzehntelfinale ausgegeben, der schon vor zwei Jahren geglückt war.

Eigenfehler führen zur Niederlage in Paris

Das erste Spiel führte die Salzburger in den Prinzenpark zu PSG, wo sie rund eine halbe Stunde lang die bessere Mannschaft waren und durch Leonardo auch gute Torchancen vorfanden. Nach einem schlecht ausgeführten Einwurf in der Hälfte der Pariser konnte Schiemer sich nach dem folgenden Konter nur mehr mit einem Foul behelfen, das unglücklicherweise im Strafraum stattfand, so dass Nenê per Elfemeter die Führung erzielen konnte. Noch kurz vor der Pause sorgte Bodmer für das 2:0 und die Vorentscheidung. In der zweiten Halbzeit versuchte Salzburg zwar noch einmal zuzusetzen, den Franzosen gelang jedoch das 3:0 durch Menez. Kurz vor Abpfiff kamen die Mozartstädter durch einen Kopfballtreffer von Sekagya nach einem Freistoß doch noch zu ihrem verdienten Tor, das im Laufe des weiteren Bewerbs noch große Bedeutung erhalten sollte.

Gegen den slowakischen Meister, Teil 1

Nach der Niederlage von Paris standen die Salzburger im Heimspiel gegen Slovan Bratislava schon gehörig unter Druck, einen Sieg einzufahren, um die Aufstiegschancen zu wahren. Nach Anlaufschwierigkeiten in der ersten Halbzeit konnten nach dem Seitenwechsel Leonardo, Zarate und Svento für klare Verhältnisse und einen verdienten 3:0 Sieg über den biederen slowakischen Meister sorgen.

Nur ein Punkt aus zwei Spielen gegen ein glückliches Bilao

Als nächstes stand eine Doppelrunde gegen Athletic Bilbao auf der Agenda, wobei das erste Spiel im Baskenland stattfand. Ebendort spielte Salzburg groß auf und kam gegen die von Marcelo Bielsa trainierte Mannschaft nach zwei perfekt vorgetragenen Kontern durch Leonardo und Wallner zu einer 2:0 Führung, während man defensiv sehr sicher agierte und kaum etwas anbrennen ließ. Dass es schlussendlich dennoch nur zu einem Punkt reichte, lag zu einem Gutteil an Schiedsrichter Bebek aus Kroatien, der den Basken in der zweiten Halbzeit zwei mehr als fragwürdige Elfmeter zusprach und zudem den gerade erst eingewechselten Lindgren ausschloss. Ohne die gütige Mithilfe des Unparteiischen wäre Bilbao wohl nur schwerlich zu einem Punktgewinn gekommen, zu schwach war die vorgetragene Leistung.

Auch im „Rückspiel“ waren die Salzburger nicht unbedingt vom Glück verfolgt, da die Überlegenheit der ersten Halbzeit in keine Tore umgemünzt werden konnte und man nach 37 Minuten sogar in Rückstand geriet. Dieser Spielstand hatte auch nach 90 Minuten bestand, da Salzburg zwar weiter überlegen war, sich jedoch kaum wirkliche Torchancen erspielen konnte. Nach vier von sechs absolvierten Spielen waren die Chancen auf ein Weiterkommen auf Minimum geschrumpft.

Svento, TOOOOOOOR, TOOOOOOOR!

Um weiter im Rennen zu bleiben, bedurfte es eines Heimsiegs gegen PSG, im Idealfall mit zwei Toren Differenz, um bei Punktegleichheit in der Tabelle nach vorne gereiht zu werden. Schlussendlich sollte das „Traumresultat“ von 2:0 auch erreicht werden, da die Salzburger ihre vielleicht beste Saisonleistung ablieferten und die Franzosen teils an die Wand spielten. Jantscher traf nach zwanzig Minuten zur Führung und in weiterer Folge hätten die Mozartstädter den Spielstand weiter erhöhen können, hatten aber auch Glück, dass Paris kurz vor der Pause nicht der Ausgleich gelang. Nach dem Seitenwechsel kamen die Franzosen besser ins Spiel, wurden aber nur selten gefährlich und auch Salzburg schien mit dem knappen Sieg zufrieden. Doch dann folgte die vierte Minute der Nachspielzeit, in der nach einem Eckball Dusan Svento den Ball unhaltbar unter die Latte hämmerte (und Kommentator Martin Konrad zu einem hierzulande selten intensiven Torjubel nötigte), so dass die Salzburger im letzten Gruppenspiel nun aus eigener Kraft den Aufstieg realisieren konnten.

Gegen den slowakischen Meister, Teil 2

Somit hatte es Salzburg dank dem gewonnenen direkten Duell im PSG selbst in der Hand, mit einem Sieg bei Slovan Bratislava den Aufstieg zu fixieren. Dies mussten sie jedoch ohne die nicht spielberechtigten Mendes da Silva und Douglas da Silva sowie die gesperrten Leitgeb und Cziommer bewerkstelligen.

Nach nur wenigen Minuten sahen sich die Mozartstädter jedoch mit einem Rückstand konfrontiert, nach einem nicht geahndeten Foul an Ulmer konnte Lacný Slovan in Führung bringen und diese nach einem schweren Abwehrfehler von Pasanen wenige Minuten später sogar ausbauen.

In weiterer Folge zeigte Salzburg jedoch viel Moral und kam durch einen von Jantscher verwandelten Handelfmeter sowie ein Tor von Leonardo, das wie schon gegen Senica einem Sololauf entsprang, bereits nach vierundzwanzig Minuten zum Ausgleich. Defensiv agierte man jedoch weiterhin zu sorglos, so dass Slovan knapp vor der Halbzeit beinahe noch einmal in Führung gegangen wäre. Kurz nach der Pause fiel das letzte Tor des Abends, Had bezwang seinen eigenen Tormann per Eigentor und da Salzburg zum Spielende hin zwar wackelte, aber nicht fiel, bedeutete der vierte Saisonsieg gegen eine slowakische Mannschaft den Aufstieg in das Sechzehntelfinale der Europa League.

Fazit

Dort wartet nun im Februar des nächsten Jahres mit Metalist Kharkiv eine gleichermaßen schwere wie unattraktive Aufgabe. Zieht man jedoch die bisherigen Salzburger Leistungen auf internationalem Parkett in Betracht, sollten sie keinesfalls chancenlos sein. Bemerkenswert: Salzburg erhielt in seinen sechs Heimspielen nur einen Gegentreffer.

Siege: 7

Unentschieden: 2

Niederlagen: 3

Torverhältnis: 21:11

Bester Torschütze: Alan mit sechs Treffern

 

OoK_PS, abseits.at