Red Bull Salzburg bekommt es in der ersten K.O.-Runde der Europa League mit dem vorherigen Austria-Gegner Metalist Kharkiv zu tun. Die ukrainische Meisterschaft startet... Red Bull Salzburg geht als Außenseiter ins Spiel gegen eingespielte Elf von Metalist Kharkiv

Red Bull Salzburg bekommt es in der ersten K.O.-Runde der Europa League mit dem vorherigen Austria-Gegner Metalist Kharkiv zu tun. Die ukrainische Meisterschaft startet erst am 3.März wieder – in den Testspielen konnten die Gelben allerdings beinahe restlos überzeugen. Wie stark ist Metalist Kharkiv derzeit wirklich?

In der Liga liegt das Team von Myron Markevich derzeit auf dem dritten Platz, verlor nur das Heimspiel gegen den ungeschlagenen Tabellenführer Dynamo Kiev. Aus 20 Spielen holte das Team 14 Siege und fünf Unentschieden. In der Europa League ist das Team weiterhin ungeschlagen – Topscorer des ukrainischen Titelanwärters ist der in Serbien geborene Ukrainer Marko Devic, der zu Beginn der Saison noch mit Verletzungen zu kämpfen hatte, unterm Strich jedoch elf Pflichtspieltore im Herbst 2011 erzielte. Zudem traf der 28-Jährige auch im Länderspiel der Ukrainer gegen Österreich.

Der vierte Brasilianer im Bunde

Neben einigen Nachwuchshoffnungen, die in den erweiterten Kader hochgezogen wurde, wurde Metalist im Winter nur einmal auf dem Transfermarkt aktiv. Der 23-jährige Brasilianer Marlos Romero Bonfim, genannt „Marlos“, wechselte um vier Millionen Euro von Sao Paulo in die Ukraine. Zuvor zeigte der offensive Mittelfeldspieler gute, aber noch unbeständige Leistungen in der brasilianischen Liga, in der er im Alter von 17 Jahren für Coritiba debütierte.

Defensive und Offensive ausgewogen stark

Metalist bereitete sich mit neun internationalen Freundschaftsspielen auf die harte Frühjahrssaison vor. Bis auf eine Niederlage gegen Tirgu Mures und ein Remis gegen Pakhtakor Tashkent konnte das Team all seine Spiele gewinnen. Die „Opfer“ hießen dabei unter anderem Spartak Moskau (1:4), Rapid Bukarest (0:1), Polonia Warschau (0:4) oder ETO Györ (1:2). Im Trainingslager in Antalya stachen offensiv vor allem Devic, Cleiton Xavier und Taison heraus – was keine große Überraschung darstellt. Aber auch defensiv stand das Team größtenteils bombensicher, vor allem dank der Innenverteidiger Gueye und Torsiglieri. Aber auch Rechtsverteidiger Villagra, im Herbst manchmal Unsicherheitsfaktor im Team, machte einen großen Schritt nach vorne und krönte seine starke Vorbereitung mit einem 70-Meter-Tor gegen Dinamo Moskau.

Luxusprobleme bei Markevich

Bei der Generalprobe zur Europa League, dem 2:1-Sieg über ETO Györ, bei dem Devic und Taison die Treffer erzielten, ließ Markevich in der ersten Halbzeit sein vermeintlich bestes Team auflaufen:

Dabei stößt der ukrainische Trainer auf ein Luxusproblem. Gerade weil der 23-jährige Argentinier Sebastián Blanco, der im Herbst nur zwei Spiele von Beginn an mitmachte und zehnmal eingewechselt wurde, sich bestens von seiner schweren Knieverletzung erholte. Blanco kostete vor etwa 1 ½ Jahren sechs Millionen Euro und nun ist erstmals der Moment gekommen, in dem man ihn als offensiven Freigeist bringen kann. Dies bedeutet allerdings einen Platz auf der Bank für namhafte Kicker wie Cristaldo Blanco, Neuzugang Marlos, Vorobey, Torres oder Valyayev.

Starke Flügelspieler, Cleiton Xavier als Chef

Das 4-2-3-1 der Ukrainer gestaltet sich sehr offensiv und speziell im Mittelfeld laufstark. Taison und Sosa sind klassische Flügelspieler, Blanco spielt auf einer Freigeistposition hinter der Solospitze Devic – allerdings eher linkslastig. Cleiton Xavier mimt eine Mischung aus Spielmacher und Box-to-Box-Midfielder, Edmar macht dahinter das Mittelfeld dicht. In der Abwehr dürfte sich der Brasilianer FIninho auf der linken Seite gegen den routinierten Sergey Pshenychnykh durchsetzen.

Gutes Spiel ohne Ball

Besondere Aufmerksamkeit gilt der linken Angriffsseite von Metalist Kharkiv, die als äußerst beweglich, trickreich und passsicher gilt. Durch konsequentes Spiel ohne Ball schafften es Taison und Co. bereits mehrmals in Unterzahl Torchancen oder gar Tore zu kreieren. So gesehen beim 4:1-Sieg von Metalist Kharkiv über den FK Austria Wien, als die Ukrainer eine 3:8-Unterzahl (!) in ein Tor verwandelten – allerdings auch unter großer Mithilfe von Peter Hlinka.

Salzburg-Startelf: Überraschungen wahrscheinlich

Red Bull Salzburg gilt gegen die eingespielte Elf aus der Ukraine als Außenseiter, zudem wurde der Ligaauftakt gegen Wacker Innsbruck abgesagt und als Testspiel durchgeführt. Salzburg gewann mit 4:3, wobei Soriano, Teigl, Cziommer und Leonardo trafen. Dabei begann Salzburg mit folgender Aufstellung:

Nach der Pause wurden sechs Spieler, unter anderem die späteren Torschützen Cziommer und Leonardo eingewechselt. Der Test gegen Innsbruck lässt kaum Rückschlüsse zu, mit welcher Aufstellung Salzburg dem Tabellendritten der Ukraine die Stirn bieten will. Überraschungen in der Startelf der Roten Bullen sind vor dem Spiel gegen eine äußerst homogene Elf sehr wahrscheinlich. Sicher scheint jedenfalls, dass Soriano der einzige Neuzugang ist, der die Chance auf einen Startplatz hat. Cristiano da Silva ist noch nicht weit genug und zudem dürfte auch Christoph Leitgeb nach einer kleinen Blessur wieder fit und einsatzbereit sein.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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