Mit Red Bull Salzburg schied am Donnerstag der letzte österreichische Klubs aus dem Europacup aus. Mit der 1:4-Niederlage in Kharkiv verabschiedeten sich die Bullen... Salzburg draußen – aber Österreichs Eurofighter sind auf Kurs!

Mit Red Bull Salzburg schied am Donnerstag der letzte österreichische Klubs aus dem Europacup aus. Mit der 1:4-Niederlage in Kharkiv verabschiedeten sich die Bullen sang- und klanglos aus der Europa League. Für Österreichs Fußballfans ist das Jahr aber noch lange nicht vorbei.

Deutschland gegen seine Nachbarn

Da gibt es beispielsweise Christian Fuchs vom FC Schalke 04. Die Gelsenkirchner hatten es im Sechzehntelfinale mit Viktoria Pilsen zu tun. Die Tschechen stiegen aus der extrem schweren Champions-League-Gruppe mit Barcelona und Milan als Dritter in die Europa League ab und rechneten sich gegen Schalke Chancen auf den Aufstieg aus. Schalke hingegen setzte mit dem 1:1 auswärts den Grundstein zum Aufstieg, im Rückspiel in der Arena Auf Schalke mussten die Königsblauen aber länger zittern, als ihnen lieb war. Fuchs durfte nicht nur 90, sondern sogar 120 Minuten durchspielen, nachdem Rajtoral die zu diesem Zeitpunkt zu zehnt spielenden Tschechen mit seinem Treffer zum 1:1 in die Verlängerung schoss. Dort machte Jan Klaas Huntelaar aber alles klar. Ein Kopfballtreffer nach Obasi-Vorlage brachte das 2:1, als Draufgabe schnürte der Niederländer kurz vor Schluss seinen Triple-Pack. Schalke trifft damit im Achtelfinale auf Twente Enschede. Der Ex-Klub von Marko Arnautovic und Marc Janko eliminierte Steaua Bukarest mit zwei 1:0-Siegen.

Hannover 96 steht nach zwei Krimis ebenfalls in der Runde der letzten 16 Teams. Emanuel Pogatetz, der aktuell in der Bundesliga gesperrt ist, spielte in beiden Duellen durch. Daniel Royer und Samuel Radlinger durften dagegen nicht mithelfen, den FC Brügge aus dem Bewerb zu werfen. Große Hilfe von den Schiedsrichtern bekamen die Hannoveraner auch nicht – ganz im Gegenteil: im Hinspiel wurden zwei reguläre Treffer der 96er zu Unrecht aberkannt, die Norddeutschen gewannen trotzdem ihr Heimspiel 2:1. Auswärts traf Diouf, der von Manchester United gekommen war, bereits in der 21. Minute zur wichtigen Führung, trotz aller Bemühungen der Belgier blieb es schlussendlich beim 0:1 und dem Aufstieg für Hannover: „Für diesen Erfolg haben wir alle hart gearbeitet. Was wir bislang auf unserer Europareise erlebt haben, ist unbeschreiblich schön. Klar hätten wir die eine oder andere Chance mehr nutzen können. Diese relativ junge Mannschaft verdient Respekt, dass sie im internationalen Fußball das 1:0 über die Zeit gebracht hat. Diese Reise durch Europa ist gut für die jungen Spieler, die dadurch Erfahrung mitnehmen können“, so Mirko Slomka nach dem historischen Erfolg seines Teams. In der nächsten Runde wartet das nächste belgische Team auf Pogatetz & Co.: Standard Lüttich, einst Salzburg-Bezwinger in der Europa League, schaltete Wisla Krakau dank der Auswärtstorregel aus.

Die Vorjahresfinalisten sind draußen

Doch das war noch lange nicht alles aus rot-weiß-roter Sicht. Im Duell Besiktas Istanbul gegen SC Braga sorgten gleich drei Österreicher für den Aufstieg der Türken. Veli Kavlak, Ekrem Dag und Tanju Kayhan spielten im Heimspiel gegen den portugiesischen Vorjahrsfinalisten allesamt durch. Obwohl die Partie mit 0:1 verloren ging, steigt Besiktas auf – der Auswärtssieg in der Vorwoche (2:0) reichte zum Weiterkommen. Damit stehen die drei heimischen Legionäre im Achtelfinale und treffen dort auf Atletico Madrid. Auf Besiktas wartet ein heißer Tanz, Atletico hatte mit Lazio Rom mit zwei Siegen (3:1, 1:0) nicht sonderlich viele Probleme. Der Sieger von 2010 verstärkte sich im Sommer unter anderem mit Top-Stürmer Falcao und will den Sieg von vor zwei Jahren wiederholen. Doch wer eine Mannschaft, die im Vorjahr im Endspiel gestanden war, ausschaltet, braucht sich vor niemandem zu fürchten. Apropos Finalisten: Auch der letztjährige Sieger, der FC Porto, musste bereits die Segel streichen. Der Klub von Marc Janko, der in internationalen Bewerben nicht spielberechtigt ist, scheiterte an Manchester City. Im Heimspiel keimte kurz Hoffnung auf, als Porto früh in Führung ging, am Ende war das Duell aber doch eine klare Sache.

Ein Reservist im Achtelfinale

Von Fuchs, Pogatetz, Kavlak & Co. wird fast täglich gesprochen. Es steht aber noch ein weiterer österreichischer Legionär im Achtelfinale der Europa League. Marcel Ritzmaier kam zwar bisher nicht über die Reservistenrolle beim niederländischen Top-Klub hinaus, ist aber seit diesem Jahr fixer Bestandteil der Kampfmannschaft des Phillips-Werksklubs. Eindhoven meisterte ohne Ritzmaier die Hürde Trabzonspor locker mit einem 2:1- und einem 4:1-Sieg. Ritzmaier traf kürzlich in Eindhoven übrigens auf einen weiteren Spieler mit Österreich-Bezug: Jan Vennegoor of Hesselink, der bei Rapid nie wirklich in die Spur fand, heuerte in Eindhoven an.

Wie erging es den Champions-League-Absteigern?

Die Top-Klubs aus der Champions League erfüllten ihre Pflichtaufgaben durch die Bank souverän, Manchester United setzte sich trotz einer 1:2-Heimpleite im Duell der ehemaligen Champions-League-Sieger gegen Ajax Amsterdam durch, Stadtrivale Manchester City kegelte wie bereits beschrieben den FC Porto aus dem Bewerb. Mit dem FC Valencia (1:0 und 1:0 gegen Stoke City) und Olympiakos Piräus (1:0 und 1:0 gegen Rubin Kasan) stiegen zwei weitere Absteiger aus der Königsklasse mit Minimalistenergebnissen auf. Viktoria Pilsen, Trabzonspor, Porto und Ajax verabschiedeten sich nach der Champions League auch aus der Europa League.

Archimedes, abseits.at

Archimedes

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