Rapids heutiger Gegner Metalist Kharkiv pirscht sich wieder an den obligatorischen dritten Tabellenplatz der heimischen Meisterschaft an. Vorne eilt Shakhtar Donetsk davon, liegt nun... Sechs Siege in Folge und mit einem Bein im Urlaub: Das darf man heute von Metalist Kharkiv erwarten!

Rapids heutiger Gegner Metalist Kharkiv pirscht sich wieder an den obligatorischen dritten Tabellenplatz der heimischen Meisterschaft an. Vorne eilt Shakhtar Donetsk davon, liegt nun bereits 13 Punkte vor dem ersten Verfolger Dnipro Dnepropetrovsk und 14 vor Dynamo Kiev. Metalist konnte sich zuletzt mit vier überzeugenden Ligasiegen in Folge aus dem Tabellenmittelfeld hieven…

…und zwischendurch besiegte der ukrainische Verein noch den deutschen Tabellenzweiten Bayer 04 Leverkusen mit 2:0. Cristaldo und Cleiton Xavier erzielten dabei die Tore für eine Mannschaft, die in Bestbesetzung und einem nominellen 4-2-3-1, das jedoch aufgrund der recht offensiven Grundausrichtung des „Achters“ Edmar eher als 4-1-4-1 zu bezeichnen war, auflief. Für die nächste Runde qualifiziert war Metalist Kharkiv bereits vor dem Erfolg über das deutsche Spitzenteam.

Argentinische Rotation

Die Stammformation von Metalist Kharkiv, das praktisch immer ein 4-2-3-1 praktiziert, welches wiederum positionstreu, aber dennoch fluid ist, veränderte sich seit dem letzten Aufeinandertreffen mit Rapid leicht. Diese Änderungen betrafen zuletzt vor allem die Argentinier im Team: Cristian Villagra ist als Rechtsverteidiger nicht mehr unumstritten, Rechtsaußen José Sosa verlor seinen Stammplatz weil der Brasilianer Marlos immer stärker wird und der verletzungsanfällige Sebastián Blanco spielte sowohl gegen Rapid, als auch gegen Rosenborg schwach und war bis vor zwei Wochen – da erzielte er zwei Treffer gegen Tavriya Simferopol – zum Einwechsler degradiert.

Mindestens zwei Stars bereits im Urlaub

Die Herbstsaison ist in der kalten Ukraine bereits zu Ende – nächste Woche warten Schnee und Temperaturen unter -10°C die ostukrainische Stadt Kharkiv. Nach dem hoffnungsvollen Abschluss der Herbstsaison durften daher einige Stammkräfte bereits den wohl verdienten Winterurlaub antreten. Mit Cleiton Xavier und Taison sind etwa zwei absolute Leistungsträger nicht in Wien dabei.

Mehr Einsatzzeit für hochwertige Ersatzspieler

Dies wiederum bedeutet, dass im letzten und für beide Teams bedeutungslosen Gruppenspiel der Europa League Gruppe K, einige Helden aus der zweiten Reihe ran dürfen und sich gegen den SK Rapid neu profilieren wollen. Speziell die Einwechsler der letzten Wochen sind heiße Kandidaten für Einsatzzeit: Sebastián Blanco, Willian, Vyacheslav Sharpar, Pavlo Rebenok und auch der 29-jährige Brasilianer Fininho, der im Hinspiel einer der Stärksten war und sich damit wieder in die erste Elf spielte. Erst Ende November wurde er wieder von Sergey Pshenychnykh ersetzt.

Sechs Siege in Folge

Betrachtet man alle Pflichtspiele, also auch die Erfolge über Bayer Leverkusen und Rosenborg Trondheim, ist Metalist bereits seit sechs Spielen ohne Punktverlust. Zuletzt gab es ein glattes 3:1 beim Tabellenletzten Metalurg Zaporizhzhya und ein 5:0 zu Hause gegen Tavriya Simferopol. Vor dem Sieg über Leverkusen gab es ein 2:0 bei Illichevets Mariupol und ein 2:1 gegen Karpaty Lviv. Speziell der 23-jährige argentinische Stürmer Jonathan Cristaldo präsentierte sich in Torlaune – in den letzten fünf Spielen traf er sechsmal, brauchte im Schnitt nur 65 Minuten für ein Tor.

Markevich zuletzt ohne Experimente

Seine Startformationen wählte Trainer Myron Markevich in den letzten Partien jeweils ähnlich. Metalist Kharkiv spielte immer im 4-2-3-1 und gerade im Heimspiel mit einer sehr offensiven Ausrichtung auf der Zentralachse im Mittelfeld (Cleiton Xavier als Achter, statt als Zehner). Auch auswärts beim Tabellenletzten (Zaporizhzhya hält erst bei drei Punkten aus 18 Spielen) versuchte man es mit dieser aggressiven Formation.

Boyd und/oder Alar

Rapid stellt sich in der Defensive von selbst auf, wird auch wieder mit Harald Pichler auf der Sechserposition beginnen. Offen ist, ob man mit Boyd und Alar startet – spielen beide von Beginn an, hat man keine Alternativen für den Sturm auf der Bank. Die Alternative wäre, dass Alar als Solospitze anfängt und dafür Drazan oder Grozurek auf der linken Außenbahn spielt. Steffen Hofmann, Muhammed Ildiz und Thomas Prager fallen jeweils angeschlagen aus.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen