Mancher Verein hätte die Probleme von Borussia Dortmund sicher gerne. Der amtierende DFB-Pokalsieger liegt derzeit auf Platz drei der Bundesliga und steht im Achtelfinale... Vor dem Salzburg-Match: Die Lage bei Borussia Dortmund

Mancher Verein hätte die Probleme von Borussia Dortmund sicher gerne. Der amtierende DFB-Pokalsieger liegt derzeit auf Platz drei der Bundesliga und steht im Achtelfinale der Europa League, wo der BVB mit Red Bull Salzburg eigentlich einen machbaren Gegner erwischt hat. Trotzdem hängt der Haussegen in Dortmund ein wenig schief.

Woran liegt das? Dies hängt vor allem mit der Erwartungshaltung zusammen, die die Öffentlichkeit seit der Ära Jürgen Klopp an die Borussia richtet: nämlich wie eine Spitzenmannschaft aufzutreten. Und aufgrund des Etats und des vorhandenen Spielermaterials müsste genau dies auch der Anspruch von Borussia Dortmund sein. Doch der BVB liefert in der aktuellen Saison einfach nicht.

Schaut man hinter die Fassade der momentan eigentlich guten Ausgangsposition, werden dabei schnell einige Probleme offensichtlich. In der Europa League ist die Borussia nur mit Ach und Krach gegen Atalanta Bergamo weitergekommen, wobei die Mannschaft vor allem im Rückspiel eine mehr als dürftige Leistung anbot. In der Liga ist Dortmund zwar derzeit auf Champions-League–Kurs, außer gegen RB Leipzig am letzten Wochenende kam es aber in der Rückrunde nur zu Duellen mit Mannschaften, die der BVB qua seiner Klasse eigentlich schlagen muss. Und selbst daran ist man in einigen Fällen gescheitert. Beim 1:1 zuhause gegen den FC Augsburg agierte das Team in der zweiten Hälfte bspw. leb – und lustlos

Erschreckend war dabei vor allem die spielerische Einfallslosigkeit. Eine Kritik, die sich vornehmlich gegen den neuen Trainer Peter Stöger richtet. Der Österreicher hat es zwar geschafft, den BVB nach dem katastrophalen Ende der kurzen Amtszeit von Peter Bosz wieder zu stabilisieren, holt dabei aber gerade offensiv viel zu wenig aus den vorhandenen Möglichkeiten heraus. Der Dortmunder Fußball, unter Klopp und dessen Nachfolger Thomas Tuchel noch einer der aufregendsten Europas, ist langweilig geworden.

Stöger sieht sich immer mehr öffentlichen Zweifeln an seiner Person gegenüber. Der Wiener hätte nicht das Zeug, eine Spitzenmannschaft wie Dortmund zu trainieren, heißt es. Ein Urteil, dass man zwar durchaus mit guten Gründen unterlegen kann, aber doch etwas vorschnell kommt. Denn viel Zeit hatte Stöger bislang nicht, um mit seinem Kader intensiv zu arbeiten. Dennoch: Stöger und seine Mannschaft verlassen sich momentan offensiv zu sehr darauf, dass einem der – zugegeben – großartigen Individualisten schon etwas einfallen wird. Ein echtes System ist dabei (noch) nicht zu erkennen. Daher sollte man auch bei der Bewertung in die andere Richtung etwas vorsichtig sein, und aus Sicht der Verantwortlich Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc nun nicht vorschnell Stögers Vertrag verlängern wollen, nur weil der in der Bundesliga bislang ungeschlagen ist. Denn die großen Brocken kommen allesamt in den nächsten Wochen.

Was für Stöger spricht ist, dass er einigen verunsicherten Spielern wieder neues Selbstvertrauen eingeimpft hat. Dabei wären vor allem die Namen Ömer Toprak und Andre Schürrle zu nennen. Ob Letzterer jedoch eine Zukunft in Dortmund hat, sollte nach der Saison aber dennoch einer genauen Prüfung unterzogen werden. Sowieso treibt im Kader zu viel Mittelmaß umher. Beim Blick auf das zentrale Mittelfeld wird deutlich, dass Gonzalo Castro oder Nuri Sahin das geforderte Niveau einfach nicht mehr mitgehen können; oder es vielleicht, wie im Fall Castro, vielleicht noch nie konnten.

Gerade auf dieser neuralgischen Position klafft das vielleicht größte Loch im Kader der Borussia, was aber definitiv nicht Stögers Verschulden ist. Der eigentlich gesetzte Julian Weigl ist aktuell außer Form und leidet darunter, dass ihm bislang noch kein passender Partner zur Seite gestellt wurde. Denn alleine, dass hat diese Saison bis dato gezeigt, ist er nicht in der Lage, das Spiel seiner Mannschaft zu lenken. Ein passendes Pendant zu Weigl könnte dabei Mo Dahoud sein, der gegen Leipzig sein wohl bestes Spiel im schwarzgelben Dress machte, jedoch davor ein Schatten vergangener Gladbacher Tage war. Gerade ob er doch noch einen Sprung machen kann, wird in den nächsten Wochen interessant zu beobachten sein.

Zum großen Glück der Borussia ist der vielleicht beste Spieler des Kaders, Marco Reus, nach seiner langwierigen Verletzung zurückgekehrt, als hätte es diese nie gegeben. Einen besseren Konter- und Abschlussspieler findet man in der Bundesliga wohl nicht. Zusammen mit Mario Götze ist er der große Hoffnungsträger der Fans darauf, dass diese Saison doch noch ein gutes Ende nimmt. Das würde auch die Position von Stöger sicherlich nicht verschlechtern.

Eine Wettempfehlung zur Partie zwischen Borussia Dortmund und RB Salzburg findet ihr bei wettbasis.com. Eine detaillierte Vorschau auf das Spiel wird euch ebenfalls geboten.