Die Qualifikation ist Geschichte, nun beginnt der Kampf um Punkte. Bereits am ersten Spieltag der Europa League-Gruppenphase stehen einige interessante Paarungen auf dem Programm....

Marek Hamsik - SSC NapoliDie Qualifikation ist Geschichte, nun beginnt der Kampf um Punkte. Bereits am ersten Spieltag der Europa League-Gruppenphase stehen einige interessante Paarungen auf dem Programm. Eine kurze Vorschau auf zwei Begegnungen des heutigen Auftakts.

SSC Napoli vs. AC Sparta Prag

Bisherige Duelle: –

Die Gäste aus der tschechischen Hauptstadt wurden ihrer Favoritenrolle gegen Malmö FF, trotz toller Moral im Hinspiel, nicht gerecht. Sparta muss somit weiterhin auf einen neuerlichen Einzug in die Königsklasse warten, zuletzt gelang dieser in der Saison 2005/06. Die letzte Hürde in die EL-Gruppenphase, den niederländischen Cupsieger PEC Zwolle, übersprang der Rekordmeister nach einem 1:1-Auswärtsremis dank eines 3:1-Heimtriumphes mehr oder weniger souverän. Gleich zu Beginn wartet nun das Kräftemessen mit dem vermeintlich härtesten Gruppenrivalen auf Lafata und Co. Die Young Boys aus Bern sollten durchaus in der Lage sein, dem Duo einen Aufstiegsplatz ernsthaft streitig zu machen. Slovan Bratislava hingegen kann wohl nur positiv überraschen.

Auf nationaler Ebene bleibt die vorangegangene Traumsaison definitiv unerreicht. Nach sieben Matches hat Sparta mit zwei Niederlagen, jeweils eine 0:1-Schlappe gegen Banik Ostrava und Dukla Prag, bereits eine mehr erlitten, als am Ende der gesamten Spielzeit 2013/14. Auch die Nullnummer in Teplice ist als klares Indiz dafür zu werten, dass noch nicht ein Rädchen ins andere greift. Da aber auch Dauerrivale Pilsen bereits Federn lassen musste, liegen die Prager mit lediglich einem Zähler Rückstand auf Rang zwei. Im Hinblick auf die Mission Titelverteidigung ist somit noch nichts verloren.

Der SSC Napoli leckt derzeit seine Wunden und hat noch nicht wirklich in die Spur gefunden, das schmerzliche Aus gegen den spanischen Klub Athletic Bilbao steckt noch in den Knochen. Nach einem 1:1-Remis vor heimischer Kulisse unterlag man den Basken trotz zwischenzeitlicher 1:0-Führung und bester Chancen schlussendlich 1:3. Hamsik, Higuain, Mertens und Kollegen müssen nun mit der in Italien oftmals wenig wertgeschätzten Europa League vorlieb nehmen. Trainerfuchs Benitez hat allerdings auch in der Vorsaison schon unter Beweis gestellt, dass er den „Trostbewerb“ durchaus ernst nimmt.

Mit Pepe Reina, Goran Pandev und dem Schweizer Valon Behrami verabschiedeten sich drei klangvolle Namen aus Neapel, dafür eröffnen sich dem Coach einige neue Optionen, Benitez kann seit kurzem auf Jonathan de Guzmán, den Spanier Michu und David Lopez zählen.

Inter vs. Dnipro Dnipropetrovsk

Bisherige Duelle: –

Die Elf von Trainer Walter Mazzarri schoss sich am Wochenende so richtig für das Aufeinandertreffen mit den Ukrainern warm. Beim überragenden 7:0-Kantersieg wurde Abstiegskandidat US Sassuolo förmlich in seine Einzelteile zerlegt. Vor allem die beiden Spitzen im 3-5-2-System zeigten sich in bester Spiellaune und brannten ein wahres Feuerwerk ab. Southampton-Leihgabe und Enfant terrible Pablo Osvaldo steuerte zwei Tore bei und assistierte zu zwei weiteren Treffern, Icardi bejubelte gar einen Hattrick. Ein derartiger Galaauftritt lässt die eher maue Vorstellung zum Ligastart gegen den FC Turin, Inter kam nicht über ein 0:0 hinaus, in Vergessenheit geraten.

Im Europa-League-Playoff wurde der UMF Stjarnan wenig überraschend nicht zum Stolperstein und letztlich souverän in die Schranken gewiesen. Die Isländer hatten zuvor überraschenderweise sowohl den FC Motherwell als auch den polnischen Spitzenklub Lech Posen eliminiert.

In der Gruppe F ist Inter natürlich als der große Favorit anzusehen, bei entsprechender Motivation für die Europa League sollten die Italiener Dnipropetrovsk, St. Etienne und Qarabag Agdam hinter sich lassen.

Der heutige Gegner aus der Ukraine erwischte ungeachtet der schwierigen politischen Situation einen echten Traumstart in die Meisterschaft, eroberte aus sechs Begegnungen stolze 16 Punkte und ist noch ungeschlagen. Auf Spitzenreiter Donetsk fehlen nur zwei Zähler. Im Playoff warfen die Ukrainer Hajduk Split dank eines knappen 2:1-Heimsieges aus dem Bewerb.

Dnipropetrovsk, hat einen schmerzhaften Abgang in der Offensive zu kompensieren, der Brasilianer Giuliano kehrte in seine Heimat zu Meister Grémio zurück. Somit verdienen „nur noch“ vier Südländer, drei Brasilianer und ein Portugiese bei Dnipropetrovsk ihre Brötchen.

Natürlich ist Inter Mailand von der Klasse her eine Stufe über den heutigen Gegner zu stellen. Dass ukrainische Teams allerdings nahezu für jeden Gegner eine unangenehme Herausforderung darstellen können, unterstrich international zuletzt der Ex-Berger-Klub Odessa.

 

David Kühhas

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