Heute Abend trifft der SK Rapid Wien auswärts auf Rosenborg BK und spielt dabei nicht nur ums Prestige, sondern auch um wichtige Punkte in... Vorschau: Rosenborg BK – Rapid | Norwegische Unzufriedenheit und eine gar nicht so frische Neuerung in Grün-Weiß

Heute Abend trifft der SK Rapid Wien auswärts auf Rosenborg BK und spielt dabei nicht nur ums Prestige, sondern auch um wichtige Punkte in der UEFA-Fünfjahreswertung. Dabei muss Peter Schöttel auf seinen Kapitän Steffen Hofmann und Jung-Achter Muhammed Ildiz verzichten und lässt freiwillig mit Thomas Prager und Boris Prokopic zwei weitere Mittelfeldspieler zu Hause.

Abschreiben darf man Prager und Prokopic trotz dieser Degradierungen bestimmt noch nicht – das ist nicht Schöttels Art. Auch wenn sich die beiden Spieler mit ihren Leistungen nicht für einen Platz in der ersten Elf empfehlen konnten. Prokopic hat dabei eine Galgenfrist, zumal er erst vor kurzem von einer schweren Verletzung zurückkehrte. Im Mittelfeld setzt Schöttel somit offenbar weiterhin auf junges Blut: Dominik Wydra, der gegen Mattersburg eine souveräne Talentprobe ablieferte, dürfte wieder von Beginn an spielen. Und auch der etatmäßige Innenverteidiger Harald Pichler könnte erneut als Sechser zum Einsatz kommen.

4:1 zum Saisonabschluss – nach blamabler Heimschlappe

Rosenborg BK beendete am vergangenen Sonntag die Meisterschaft mit einem 4:1-Auswärtssieg bei Hønefoss und belegte hinter Strømsgodset Drammen und Meister Molde den dritten Rang. Für die Treffer sorgten Torjäger Rade Prica, Flügelspieler Daniel Holm, sowie die beiden Innenverteidiger Stefan Strandberg und Per Verner Rønning. Eine Woche davor bekleckerte sich Rosenborg nicht mit Ruhm, als man zu Hause gegen den Absteiger aus Fredrikstad mit 0:1 verlor und so die letzten, theoretischen Meisterchancen verspielte. Das 4:1 bei Hønefoss beendete eine Serie von fünf Pflichtspielniederlagen in Folge.

Weiterhin im starren 4-4-1-1

Die Ausrichtung Rosenborgs überraschte auch bei den letzten beiden Saisonduellen in der Liga kaum jemanden. Das sture 4-4-1-1 wird weiterhin durchgezogen, an der Aufstellung bastelte der Trainer jedoch ein wenig, brachte etwa gegen Fredrikstad Holm als Freigeist und gegen Hønefoss Elyounoussi, der die Position hinter Solospitze Prica insgesamt häufiger bekleidet. Letzterer wiederum spielte ebenfalls nur gegen Hønefoss und machte gegen Fredrikstad Routinier und Ex-England-Legionär Steffen Iversen Platz.

Tormannwechsel

Eine Änderung gab es auf der Position des Schlussmannes: Der hünenhafte Keeper Alexander Lund Hansen (30, 197cm) kam zuletzt zu seinen ersten Saisoneinsätzen und spielte in den letzten Saisonspielen den Schweden Daniel Örlund aus dem Team, der zuletzt vor 2 ½ Wochen gegen Strømsgodset spielte. Übrigens in dem Spiel, in dem Rosenborg seine Meisterchancen verspielte, weil eine 1:0-Auswärtsführung binnen weniger Minuten aus der Hand gegeben wurde und die Elf aus Drammen doch noch mit 2:1 die Oberhand behielt.

Unzufriedenheit nach zwei dritten Plätzen

Unterm Strich ist man in Trondheim mit der Saison der Schwarz-Weißen unzufrieden. Der dritte Platz aus der Vorsaison wurde wiederholt, doch das Spiel des einstigen Vorzeigeklubs Norwegens hat einen äußerst unattraktiven Touch. Man erzielte gleich 16 Tore weniger als in der Vorsaison und versuchte ähnlich wie Rapid die Abwehr zu stabilisieren und auf Basis dessen kontrolliert nach vorne zu spielen. Allerdings artete dies – so auch beim 2:1-Sieg in Wien – oftmals in espritloses Kick&Rush-Gekicke aus, das zwar zeitweise erfolgreich war, jedoch gerade gegen kampfstarke Teams immer wieder nach hinten losging. Vor allem die letzten Wochen waren für Rosenborg ein Krampf, auch als Resultat einer langen, fordernden Saison. Die Bilanz aus den letzten elf Spielen: Vier Siege, sieben Niederlagen.

Analyst im Rapid-Betreuerstab

Während Rosenborg nach den Spielen gegen Rapid und Leverkusen in die wohlverdiente Winterpause gehen darf, hat Rapid insgesamt noch sechs Spiele vor sich, bevor es in den Weihnachtsurlaub geht. Ein äußerst wertvolles Weihnachtsgeschenk bekam Trainer Peter Schöttel jedoch schon letztes Jahr – nur, dass man bei Rapid bisher nie darüber sprach. Seit etwa einem Jahr arbeitet ein gewisser Mag. Stefan Oesen mit dem Trainerstab des SK Rapid Wien zusammen, seit Sommer verfasst er zur Unterstützung des Trainerteams Gegneranalysen und wertet auch die Leistungsdaten der eigenen Spieler aus. Oesen ist ein Sportwissenschafter von der Sportuniversität auf der Schmelz, den Stefan Ebner gemeinsam mit Univ. Prof. Dr. Norbert Bachl und Univ. Prof. Dr. Ramon Baron aus mehreren Kandidaten herausfilterte.

Notwendigkeit in modernen Spielbetrieben

Oesen verfasste seine Diplomarbeit über das Performance-Analyseprogramm Amisco Pro und spezialisiert sich bei Rapid auf einen Bereich, der beim österreichischen Rekordmeister relativ neu ist. Einen Analytiker im Trainerstab zu beschäftigen ist bei internationalen Top-Klubs (und nicht nur dort) schon seit einiger Zeit eine absolute Notwendigkeit, auch weil so mancher Co-Trainer oder gar Cheftrainer aufgrund mangelnden technischen Know-Hows nicht in der Lage ist, die Leistungsdaten korrekt auszuwerten und zu interpretieren. Stefan Oesen soll mit seinen Analysen dafür sorgen, dass Schöttel, Hickersberger und Baholli ein paar zusätzliche Prozente aus ihren Kickern herauskitzeln können…

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

  • Faxi

    23.November.2012 #1 Author

    Der arbeitet schon ein Jahr? – Haha… dann können die Trainer anscheinend wirklich nichts mit Analysen anfangen 😉

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