Die Europa League geht in die zweite Runde. abseits.at präsentiert vier spannende Paarungen.   Anzhi Makhachkala – Tottenham Hotspur Bisher keine direkten Duelle Oligarchen-Clubs... Vorschau zum zweiten Europa-League-Spieltag 2013/14

UEFA Europa LeagueDie Europa League geht in die zweite Runde. abseits.at präsentiert vier spannende Paarungen.

 

Anzhi Makhachkala – Tottenham Hotspur

Bisher keine direkten Duelle

Oligarchen-Clubs haben gemeinhin nur wenige Freunde, weshalb es auch nicht überraschte, dass die Häme gegenüber Anzhi in ganz Europa groß war, als Präsident Suleiman Kerimow im Sommer ankündigte, den Spieleretat drastisch zu kürzen. Seither dümpelt die Truppe aus Dagestan im Tabellenkeller der russischen Premjer Liga herum, denn neben Trainer Guus Hiddink verabschiedeten sich auch so gut wie alle Stars, allen voran Samuel Eto’o, der bei Chelsea anheuerte. Einziger verbliebender Großverdiener ist der derzeit verletzte Lacina Traore, weshalb es am ersten Europa-League-Spieltag bei Sheriff Tiraspol nur zu einem biederen torlosen Remis reichte.

Ganz anders sieht die Lage bei den Spurs aus. Zwar verloren auch diese mit Gareth Bale einen absoluten Superstar, doch in London reinvestierte man das eingenommene Geld postwendend und verstärkte sich um rund 120 Millionen Euro mit Akteuren wie Erik Lamela (AS Roma), Roberto Soldado (Valencia) und Christian Eriksen (Ajax Amsterdam). Als Lohn rangiert die Truppe von Trainer Andre Villas-Boas in der Premier League im Spitzenfeld und konnte zum Gruppenphasenauftakt den norwegischen Hinterbänkler Tromsö problemlos schlagen, auch wenn dies gewiss nicht als Maßstab anzusehen ist. Bei den Buchmachern gelten die Spurs aktuell übrigens als Favorit auf den Europa-League-Sieg.

 

Sevilla – Freiburg

Bisher keine direkten Duelle

So hatte man sich den Auftakt in die neue Saison in Andalusien wohl nicht vorgestellt. Sevilla krebst nach sieben Spieltagen mit lediglich sechs Punkten im Hinterfeld der Primera Division herum, da kann auch der Europa-League-Sieg bei Estoril das Bild nicht erheblich positiver gestalten. Mit ein Grund für den mäßigen Saisonstart könnte der Umstand sein, dass die Mannschaft im Sommer rigoros umgebaut wurde, was sich vor allem in der neu formierten Sturmreihe niederschlägt. Allen voran ist hier Kevin Gameiro zu nennen, der von Paris Saint-Germain kam, sich aber noch am besten einfügte und aktuell bei drei Treffern hält.

Noch einmal schlechter steht der Sportclub aus Freiburg da. Nachdem die Breisgauer in der Vorsaison völlig überraschend die Qualifikation für das internationale Geschäft geschafft hatten, mussten sie einen enormen Aderlass hinnehmen, der wenig überraschend nicht zu kompensieren war. Bis dato steht erst ein einziger Saisonsieg zu Buche, der aber immerhin im DFB-Pokal gegen den Erzrivalen aus Stuttgart gefeiert wurde. Auf Sieg eingestellt waren die Freiburger auch beim Europa-League-Debüt gegen Slovan Liberec, doch nach einer 2:0-Führung leisteten sie sich einige Slapstick-Einlagen, weshalb die Tschechen ausgleichen konnten.

 

APOEL Nikosia – Eintracht Frankfurt

Bisher keine direkten Duelle

Dass APOEL Nikosia überhaupt an der Europa League teilnehmen darf, haben die Zyprioten Fortuna zu verdanken. Der einstige Champions-League-Viertelfinalist scheiterte im Playoff an Zulte Waregem, erhielt durch die Zulosung des durch den Ausschluss von Fenerbahçe freigewordenen Startplatzes aber dennoch das Anrecht, an der Gruppenphase zu partizipieren. Dort setzte es zum Auftakt ein 0:0 bei Maccabi Tel-Aviv, wobei Dionysis Chiotis in der Nachspielzeit einen Elfmeter parierte. Wie gewohnt ist der Kader APOELs mit allerhand Legionären bestückt, doch auch am zypriotischen Vorzeigeverein ging die Finanzkrise nicht spurlos vorbei, selbst wenn man aufgrund der Champions-League-Einnahmen über stattliche Rücklagen verfügt.

In der Champions League war Eintracht Frankfurt noch nie, aber zumindest den Aufstieg in das Sechzehntelfinale der Europa League sollten die Hessen schaffen, nachdem am ersten Spieltag Girondins Bordeaux mit 3:0 vom Platz geschossen wurde. In der Bundesliga verlief der Saisonstart der Eintracht zwar schleppend, was angesichts des harten Auftaktprogramms jedoch keine Überraschung war, während man zuletzt immer besser in Schuss kam, sich nach einem Kantersieg bei Werder Bremen jedoch mit einem 2:2 gegen den Hamburger SV bescheiden musste. Weiterhin verletzt ist übrigens Kapitän Pirmin Schwegler, der Schweizer wird der Eintracht noch bis Ende November fehlen.

 

Dnipropetrowsk – Fiorentina

Bisher keine direkten Duelle

Langsam aber sicher scheinen sich die Investitionen in Dnipropetrowsk bezahlt zu machen. Scheiterte man vor einigen Jahren noch serienweise am Einzug in die Gruppenphase, ist man dort mittlerweile Stammgast und konnte im Vorjahr mit Siegen über Napoli und die PSV Eindhoven erstmals so richtig auf sich aufmerksam machen. Zum Auftakt in diesem Jahr gab es für die Mannschaft von Trainer Juande Ramos einen knappen Sieg beim rumänischen Underdog Pandurii, sodass mit einem Triumph über die Fiorentina die Weichen bereits auf Aufstieg gestellt werden könnten.

Dieser angestrebte Triumph dürfte jedoch ein hartes Stück Arbeit werden – und das nicht nur, weil die Italiener nach Tottenham von den Buchmachern als Favorit auf den Titelgewinn eingestuft werden. Die Fiorentina verstärkte sich im Sommer klug und schickt sich an, wieder zu einstigen Höhenflügen anzusetzen, auch wenn das Werkl in der Serie A mit einem Punkt aus zwei Spielen zuletzt nicht rund lief. Glanzvoll fiel hingegen der Europa-League-Auftakt gegen Pacos Ferreira aus – die Portugiesen kamen im Stadio Artemio Franchi mit 4:0 unter die Räder. Mario Gomez erspart sich die Reise in die Ukraine übrigens, denn der deutsche Nationalspieler laboriert weiterhin an einem Innenbandeinriss.

 

OoK_PS, abseits.at