Nach der Europameisterschaft ist vor der Europa League. Bereits wenige Tage nach dem Ende der EM startet die ersten von vier Qualifikationsrunden zur Europa... Vorschau zur 1. Runde der Europa-League-Qualifikation – Teil 2

Nach der Europameisterschaft ist vor der Europa League. Bereits wenige Tage nach dem Ende der EM startet die ersten von vier Qualifikationsrunden zur Europa League, an der bereits durchaus auch namhafte Clubs teilnehmen. Abseits.at analysiert die zehn interessantesten Duelle.

MTK Budapest – Senica

Bisher keine direkten Duelle

Der Umstand, dass MTK und Senica bereits in der ersten Qualifikationsrunde antreten müssen zeigt, wie sehr der ungarische und slowakische Vereinsfußball mittlerweile ins Hintertreffen geraten sind. Die Budapester waren vor einigen Jahrzehnten noch führend im europäischen Fußball und konnten unter anderem zwei Mal den Mitropa Cup für sich entscheiden. Davon ist der 23-fache ungarische Meister jedoch mittlerweile so weit entfernt, wie die Nationalmannschaft der Magyaren von den ehemaligen Heldentaten rund um Ferenc Puskas, der seine Schuhe einst für Lokalrivalen Honved schnürte. Zuletzt erfolgte sogar der Abstieg in die zweite Liga, die man aber nach einem Jahr wieder verlassen konnte. Trotz einer Niederlage im Cupfinale gegen Meister Debrecen steht man nun sogar wieder im Europacup.

Senica nimmt erst zum zweiten Mal am Europacup teil und scheiterte bei der Premiere im Vorjahr chancenlos an Salzburg. In der  abgelaufenen Saison reichte dem Team des tschechischen Trainers Zdeněk Psotka der vierte Tabellenrang für den Sprung nach Europa. Neu im Team ist unter anderem Erich Brabec, der zuletzt bei Sparta Prag tätig war und auch noch in Österreich aus seiner Zeit bei Pasching bekannt ist.

Crusaders – Rosenborg BK

Bisher keine direkten Duelle

Auch der norwegische Vereinsfußball hat schon erheblich bessere Zeiten gesehen, für die vor allem Rosenborg verantwortlich zeichnete. Jahrelange waren die Trondheimer Stammgast in der Champions League und lehrten sogar großen Namen wie Bayern München das Fürchten. Der Glanz dieser Tage ist jedoch schon lange verblasst und man dominiert bei weitem nicht mehr wie einst die Tippeligaen, die man von 1992 bis 2004 durchgehend gewann. Im Vorjahr kam das Aus in der Europa-League-Qualifikation gegen den zypriotischen Verein Larnaka und auch die Zuschauer, scheinen nicht mehr so recht hinter der Mannschaft zu stehen, denn zuletzt fanden sich zum ersten Mal seit 2000 weniger als 10.000 Fans bei einem Meisterschaftsspiel im Lerkendal Stadion ein.

Die Crusaders können von solchen Triumphen, wie sie einst Rosenborg feierte, freilich nur träumen, denn den Nordiren gelang es überhaupt noch nie, im Europacup einen Kontrahenten zu eliminieren. Im Vorjahr versuchte man sich an Fulham, das jedoch klar die Überhand behielt und sowohl in London als auch in Belfast gewann. Im Europacup steht man dank des Erreichens des nationalen Pokalfinales, das zwar gegen Meister Linfield verloren ging, aber dennoch die internationale Teilnahme bescherte.

Twente Enschede – Santa Coloma

Bisher keine direkten Duelle

Marc Jankos Ex-Verein musste sich über die Hintertür der Fairplaywertung für den Europacup qualifizieren, was bedeutet, dass man bereits in der ersten Qualifikationsrunde anzutreten hat – rund anderthalb Monate vor dem Ligastart. Dennoch muss sich das Team von Coach Steve McClaren, der erneut an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte, angesichts des Gegners wohl kaum graue Haare wachsen lassen. Am 7. Juli kommt es hingegen zu einem traurigen ersten Jahrestag, denn im Vorjahr stürzte eine Tribüne des Stadions De Grolsch Veste ein, wobei zwei Menschen ums Leben kamen.

Der FC Santa Coloma aus Andorra darf sich somit auf einen äußerst prominenten Gegner freuen, auch wenn es sportlich nichts zu holen geben wird – doch das wäre ohnehin bei praktisch jedem Kontrahenten der Fall gewesen. 15 der bisherigen 16 Europacupspiele des sechsfachen Meisters gingen verloren, jedoch konnte man 2007 immerhin Maccabi Tel-Aviv besiegen, was somit der größte Triumph auf internationaler Ebene ist.

FK Baku – Mura 05

Bisher keine direkten Duelle

Aserbaidschan ist stets ein unguter Boden, wenn es darum geht, im Europacup auswärts anzutreten. Zwar gelingt den Vereinen aus dem an Ölquellen reichen Staat nur selten der Aufstieg, dennoch verkaufen sie ihre Haut zuhause meist sehr teuer. In der Regel finden die Europacupspiele der aserbaidschanischen Teams im großen Nationalstadion statt, das bei freiem Eintritt auch gut besucht ist. Hier mussten in den letzten Jahren bereits Vereine wie Anderlecht oder Rosenborg Federn lassen. Bei Baku handelt es sich um eine bunt zusammen gewürfelte Truppe zahlreicher Nationen, die in der vergangenen Saison den Cup gewann. Zuletzt sicherte man sich die Dienste von Ex-Sturm-Kicker Giorgi Popkhadze.

Beim Verein aus Murska Sobota, das nur unfern von Bad Radkersburg liegt, hat man dieser Tage vermutlich andere Sorgen, als den Europacup. Zwar schaffte man es erstmals in den internationalen Bewerb, dennoch drücken Mura 05 erhebliche Finanzprobleme, sodass es zunächst gar nicht fix war, ob die Reise nach Aserbaidschan finanzierbar ist. An Bord befindet sich weiterhin der bosnische Topscorer Nusmir Fajic, an dem zuletzt Sturm Graz Interesse zeigte, sich mit den Slowenen aber nicht über einen Transfer einigen konnte.

JJK Jyväskylä – Stabæk Fotball

Bisher keine direkten Duelle

JJK Jyväskylä schaffte zum ersten Mal den Sprung in den Europacup und darf sich dort gleich über einen Gegner aus dem hohen Norden freuen. Die Mannschaft von Kari Martonen beendete die Saison in der Veikkausliga als Dritter, was angesichts des Umstands, dass es erst die dritte Spielzeit überhaupt im Oberhaus war und man zuvor stets hart gegen den Abstieg kämpfte, ein großer Erfolg war. Der vielleicht bekannteste Spieler, der je in Jyväskylä kickte, ist Gjorgji Hristov. Der vielfache mazedonische Nationalspieler war vor drei Jahren zwar nur in neuen Spielen im Einsatz, machte sich mit einigen Toren zuvor aber bereits unter anderem bei NAC Breda in den Niederlanden einen Namen.

Gegner Stabæk kam wie Twente Enschede über die Fairplaywertung in den Europapokal, hat momentan aber an ganz anderen Fronten zu kämpfen. Aufgrund erheblicher Finanzprobleme musste man vor der Saison die erst 2008 eröffnete Telenor-Arena verlassen und in das alte Nadderud Stadion zurückkehren. Auch im Kader spiegeln sich die großen Geldsorgen wider, denn dieser besteht zum Großteil aus äußerst jungen Spielern und so ist es auch wenig verwunderlich, dass man in der Tippeligaen abgeschlagen das Tabellenende ziert.

OoK_PS, abseits.at

Keine Kommentare bisher.

Sei der/die Erste mit einem Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.